Regie: Robert Zemeckis
Weihnachtsstimmung...
Robert Zemeckis, einer der treuen Spielberg Weggefährten, dürfte mit
seinen Welterfolgen "Forrest Gump", "Castaway", "Roger Rabbit" oder
"Zurück in die Zukunft" ebenso einer der kassenträchtigsten Regisseure
aller Zeiten sein. Derzeit versucht er sich allerdings sogar in einer
sehr experimentellen Pionierarbeit in Sachen Motion Capture, dieser
komplett computeranimierten Art des Filmemachens. Nach "Polarexpress"
und "Beowulf"ist auch ein dritter Film dieser Art in Planung Charles
Dickens "A Christmas Carol" mit Jim Carrey in der Hauptrolle.
Unter Motion Capture (Bewegungserfassung) ist die Technik zu verstehen,
die es ermöglicht, menschliche Bewegungen so aufzuzeichnen und in ein
von Computern lesbares Format umzuwandeln, dass dieser diese Bewegungen
zum einen analysieren, zum anderen auf im Computer generierte 3D-Modelle
übertragen kann.
2001 war Kinopremiere für diesen Schritt in die Zukunft, mit "Final
Fantasy" des Japaners Hironobu Sakaguchi wurde ein visuell perfektes,
dennoch irgendwo emotions- und seelenloses Science-Fiction Movie
konzipiert. Aufgrund dieser Mängel im künstlerischen Bereich sind bis
heute wenig Nachfolger entstanden, die Zemeckis Arbeiten auf diesem
Gebiet sind ohne Beispiel.
Sämtliche Darsteller, so auch Tom Hanks, der gleich in mehreren Rollen
(kleiner Junge, Schaffner, Vater des Jungen, Weihnachtsmann) zu sehen
ist, wurden durch Performance Capture digitalisiert.
Für den Laien sehen diese Filme dann wie eine Mischung aus Zeichentrick-
und Realfilm aus. Natürlich gibt es im "Polarexpress" den Vorteil
Szenen kreieren zu können, die "handmade" unmöglich wären und in Punkto
Special Effects das derzeitige Optimum darstellt.Die Geschichte hat eine nette Botschaft über die Macht des Glaubens und
stellt 4 Kinder symbolisch als typisch amerikanische? Stärken und
Schwächen dar und empfiehlt sich vielleicht zukünftig durch die visuell
beeindruckende Machart einer dieser Weihnachtsklassiker wie "Ist das
Leben nicht schön?" oder "Wir sind keine Engel" zu werden. Über Kult-
und Klassikstatus wird man aber erst in einigen Jahren urteilen können.Ein kleiner Junge, der in kritischen Alter ist, nicht mehr an den
Weihnachtsmann zu glauben, liegt in seinem Bett. Plötzlich hört er
Geräusche eines Zuges, dem Polarexpress, vor seinem Fenster. Es taucht
ein Schaffner auf, der ihn einlädt, gemeinsam mit vielen anderen Kindern
mit dem Zug zum Nordpol, der Heimat des Weihnachtsmannes zu reisen. Die Fahrt dorthin ist abenteuerlich: Rasante Fahrten - teilweise auf dem
Dach des Zuges, einer Entgleisung auf einem zugefrorenen See, seltsame
Geschöpfe, eine riesige Herde Karibus, Achterbahnfahrten bis hin zum
Nordpol und zur dort stattfindenden großen Feier auf dem
Nordpolstadtplatz mit vielen in rot gekleideten Wichteln. Ein Szenario,
ähnlich wie in der Zwergenstadt aus "Wizard of Oz".
Man wird abwarten müssen, wie sich Motion Capture in der Zukunft entwickelt, derzeit haben Pioniere wie Zemeckis in der Quintessenz noch mit einer hohen Künstlichkeit zu kämpfen, die bisher alle Versuche als durchaus ambitioniert erscheinen liessen. Der ganz grosse Treffer muss allerdings erst noch gedreht werden....
Bewertung: 6 von 10 Punkten.





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