Dienstag, 22. Juli 2025

Der Illusionist


Regie: Sylvain Chomet

Der Zauberer und seine Bewunderin...

Während der große Jacques Tati seine Klassiker "Mon Oncle" und "Tatis herrliche Zeiten" drehte, schrieb er auch ein Drehbuch, dass von der väterlichen Beziehung zwischen einem alten armen Zauberer und einer jungen Bewunderin handelt. Tati hat zwar vor das Skript selbst zu verfilmen, aber wurde doch nie realisiert. Erst Sylvain Chomet, der Macher des Animationsfilms "Das große Rennen von Belleville" bekam die Erlaubnis von Tatis Tochter zu verfilmen. Ausschlaggebend war es, dass Sylvain Chomet keinen Realfilm im Sinn hatte, denn es wäre nach Ansicht der Tochter lächerlich gewesen, dass ein Schauspieler die Rolle ihres Vaters übernommen hätte. Der Film heißt "Der Illusionist" und wurde 2010 realisiert. Im Paris des Jahres 1959 packt ein arbeitsloser Illusionist seine Sachen, darunter ein übellauniges Kaninchen, und zieht nach London. Da er mit moderner Unterhaltung wie Rock ’n’ Roll nicht mithalten kann, übt er sein Handwerk bei kleineren Veranstaltungen in Bars, Cafés und auf Partys aus. Er nimmt die Einladung eines betrunkenen Partygastes an, eine abgelegene schottische Insel zu besuchen, wo er die Einheimischen unterhält. In einem Zimmer über dem Pub lernt er Alice kennen, die von seinen Illusionen und seiner Freundlichkeit fasziniert ist und ihr rote Schuhe schenkt. Alice glaubt, der unterdrückte Künstler besitze echte magische Kräfte und folgt ihm nach Edinburgh, wo er in einem bescheidenen Theater auftritt. Sie teilen sich ein Zimmer in einem heruntergekommenen Gästehaus, das bei anderen verblassenden Künstlern beliebt ist. Der Illusionist schläft auf einer Couch, während das Mädchen sich mit Putzen und Kochen beschäftigt, das sie mit den Nachbarn teilt. Die Zuneigung des Mädchens zähmt sogar das Kaninchen, doch der immer kargere Lohn des Illusionisten, der für Geschenke für Alice ausgegeben wird, führt dazu, dass er seinen Zauberkasten verpfändet und heimlich erniedrigende Jobs annimmt. Alice erregt die Zuneigung eines attraktiven jungen Mannes. Als der Illusionist die beiden zusammen spazieren sieht, hinterlässt er ihr Geld und eine Notiz mit der Aufschrift "Zauberer gibt es nicht“. Er lässt das Kaninchen auf Arthur’s Seat frei, wo es bald auf andere Kaninchen trifft. Als Alice bei ihrem Freund einzieht, reist der Illusionist mit einem Zug ab, der von einer Lokomotive mit der Nummer 4472 gezogen wird. Im Zug führt er einem Kind einen letzten einfachen Zaubertrick vor... 



Eine schöne einfache Geschichte, die wunderbar bebildert wurde. Nostalgie wird großgeschrieben in dieser melancholischen Geschichte.  Jacques Tatis verlorener Film enthüllt eine Menge Schmerz des Verfassers. Durch seine ruhige und langsame Art ist "Der Illusionist" fast schon ein Gegenmittel zum grellen Mainstream. Eine zarte und nachdenkliche Geschichte eines Mannes, der keine Wurzeln kennt. Wenn man den überwältigenden Wow-Faktor der Filmgestaltung einmal beiseite lässt, sorgt das Fehlen einer starken Charakterisierung dafür, dass das Endergebnis düsterer und weniger ergreifend ist, als wahrscheinlich beabsichtigt. Dafür gab es einen Cesar und auch den Europäischen Filmpreis - ausserdem konnte man sich über die Golden Globe Nominierung freuen. 

Bewertung: 8 von 10 Punkten.  

Samstag, 19. Juli 2025

Flow


Regie: Gints Zilbalodis

Strömung... 

Der lettische Animationsfilm "Flow" ist schon optisch eine Wucht und sicherlich einer der schönsten Zeichentrickfilme der letzten Jahre. Aufgrund der Popularität des Films in Lettland wurde in der Hauptstadt Riga eine Statue der Katze aus Flow aufgestellt. Darüberhinaus gab die lettische Post eine limitierte Sonderbriefmarke heraus, die dem Film gewidmet ist.  Regisseur Gints Zilbalodis wurde 2024 als "Rigaer Bürger des Jahres“ ausgezeichnet. Aufgrund des Erfolgs von Flow verzeichnete die lettische Filmindustrie erhöhte Investitionen. 2012 produzierte Zilbalodis "Aqua", einen Kurzfilm über eine Katze, die ihre Angst vor dem Meer überwindet. Die Prämisse von Aqua diente als Grundlage für Flow. Die Produktion von "Flow" begann 2019, und Zilbalodis und sein Produktionsteam benötigten fünfeinhalb Jahre für die Fertigstellung des Films.  Er enthält keine Dialoge, und Zilbalodis gab an, von Jacques Tati sowie der Anime-Serie Future Boy Conan inspiriert worden zu sein. Drehbuch und Produktion stammten von Zilbalodis und Matīss Kaža. Die lettisch-französisch-belgische Koproduktion folgt einer Katze, die zusammen mit anderen Tieren in einer scheinbar postapokalyptischen Welt zu überleben versucht, während der Wasserspiegel dramatisch ansteigt. Er wurde zum meistgesehenen Film in den lettischen Kinos aller Zeiten. Bei der 97. Oscarverleihung gewann Flow den Preis für den besten Animationsfilm und wurde als lettischer Beitrag auch für den besten internationalen Spielfilm nominiert. Damit war er der erste Film aus Lettland, der bei der Oscarverleihung nominiert wurde und gewann. Außerdem gewann er den Golden Globe Award für den besten Animationsfilm. Beide Statuetten wurden später im Lettischen Nationalen Kunstmuseum ausgestellt.Eine dunkelgraue Katze streift durch einen Wald. Ein Rudel Hunde kommt an den Fluss, um Fische zu fangen. Als sich zwei Hunde um einen Fisch streiten, nimmt die Katze den Fisch und wird von den Hunden verfolgt. Die Katze entkommt, bemerkt aber eine panische Hirschjagd, bevor sie von einer Flut erfasst wird. Katze und Hunde überleben die Flut und erreichen höher gelegenes Gelände. Ein gelber Labrador Retriever folgt der Katze zu ihrer verlassenen Hütte mit hölzernen Katzenskulpturen. Beide bemerken den steigenden Wasserspiegel. Der Labrador gesellt sich zu den anderen Hunden auf ein Boot. Als die Hütte von der Flut verschlungen wird, klettert die Katze auf eine riesige Katzenstatue, bis das Wasser bis zum Kopf der Statue reicht. Als das steigende Wasser die Statue vollständig unter Wasser setzt, springt die Katze in ein herannahendes Segelboot mit einem Wasserschwein an Bord. Am nächsten Morgen, als das Boot durch einen teilweise überschwemmten Wald fährt, geht die Katze über Bord und beginnt zu sinken, während sie versucht, einem weißen Vogel, einem Sekretär auszuweichen. Ein mutierter Wal rettet sie vor dem Ertrinken, doch ein anderer Sekretärvogel packt sie. Während des Fluges erblickt die Katze in der Ferne massive Steinsäulen. Der Sekretärvogel lässt die Katze über dem Boot frei. Kurz darauf, als der Wasserspiegel weiter steigt, lädt das Wasserschwein einen Katta-Affen mit seinem Korb voller Schmuckstücke ein, an Bord zu springen. Im Schlaf träumt die Katze, dass sie von einer Herde Hirsche umkreist wird und zu den massiven Steinsäulen blickt, bevor sie von einer Flut weggeschwemmt wird; dann wacht sie auf. Später am selben Tag landen die drei Tiere an Land und werden vom Labrador begleitet. Sie begegnen einem Schwarm Sekretärvögel, der ihnen feindselig gegenübersteht, woraufhin die Katze flieht. Der jüngere Sekretärvogel, der der Katze zuerst begegnet ist, fleht den Anführer an, ihm das Leben zu schenken, verliert jedoch in einem Duell und wird am Flügel verletzt, bevor der Schwarm ihn verlässt. Da er nicht mehr fliegen kann, schließt sich der Sekretärvogel dieser Schicksalsgemeinschaft an. Diese fünf unterschiedlichen Tiere mit jeweils verschiedenen Schwächen und Stärken muss nun im Kampf ums Überleben vor allem als Mannschaft funktionieren....



Einige Kritiker sahen starke Vergleiche zum legendären Disney Klassiker "Bambi", der als Höhepunkt mit dem Einsatz der Multiplan Kamera zum Erzeugen von Tiefe, naturalistischen Bewegungen der Tierfiguren, der Darstellung von Umwelteinflüssen wie Regen, Schnee oder Waldbränden.  Dank seiner innovativen Animation und der ausgereiften Themen ist Flow unwiderstehlich.Die Tiere verhalten sich wie Tiere, was ihren Abenteuern eine Authentizität verleiht, die die Emotionen in Momenten der Freude und der Gefahr noch stärker macht. Er kommt zwar ohne Text aus, ist aber von reichhaltigen Tierlauten durchzogen. Ein Film voller Gefühl, aber ohne Sentimentalität. Neben den amerikanischen Filmpreisen gab es auch Auszeichnungen beim Cesar und beim Europäischen Filmpreis, jeweils in der Kategorie "Animationsfilm des Jahres". Bei einem Budget von 3,5 Millionen Dollar machte "Flow" einen weltweiten Umsatz von mehr als 50 Millionen Dollar.


Bewertung: 10 von 10 Punkten 

Donnerstag, 17. Juli 2025

Mars Express


Regie: Jeremie Perin

Mensch und Maschine... 

Einflüsse und Inspiration in "Mars Express" dem ersten Spielfilm von Jérémie Périn, einem französischen Animator, der für die Animationsserie "Lastman“ aus dem Jahr 2016 bekannt wurde, sind die hartgesottenen Film-Noir-Detektive in Filmen wie "Chinatown“, "The Long Goodbye“, "Kiss Me Deadly“ und "Point Blank“.  Da die Protagonisten dieser Filme allesamt Männer waren, wollte er die Unterschiede sehen, wenn eine Frau die Hauptrolle übernimmt. Beeinflusst haben ihn aber auch Filme,  in denen der Protagonist erkennt, dass er in eine Verschwörung verwickelt ist, die zu groß für ihn ist, wie zum Beispiel "Die drei Tage des Condor“, "Die Unbestechlichen“, „Zeuge einer Verschwörung“, "Blow Out“ und "Der Dialog“. Die Idee für die organischen Maschinen und Waffen im Film kam Périn, als er hörte, dass Google an einer Technologie für Hautzellen arbeitete. Dies führte zu einer weiteren Idee, dass sich die Technologie letztlich wieder zu organischen Lebewesen zurückentwickeln würde, die "uns nahe stehen, gleichzeitig aber Monster sind“. Er verband den Ersatz der Roboter durch organische Lebewesen auch mit geplanter Obsoleszenz, die er auf die Schippe nehmen wollte.
Die Geschichte spielt im 23. Jahrhundert auf dem Mars und handelt von den Privatdetektiven Aline Ruby und ihrem Androiden Carlos Rivera, die einen Vermisstenfall aufklären sollen, bei dem zwei Studenten einer Eliteuniversität als vermisst gemeldet werden. Der Film wurde am 5. Mai 2023 in Cannes erstmals gezeigt, bevor er am 22. November in Frankreich erstmals öffentlich gezeigt wurde.  Im Jahr 2200 werden die Privatdetektivin Aline Ruby und Carlos Rivera, eine Androiden-Kopie ihres fünf Jahre zuvor verstorbenen Partners, zur Erde geschickt, um Roberta Williams, eine kriminelle Roboter-Hacking-Kriminelle, zu fassen. Zurück auf dem Mars ist Robertas Haftbefehl verschwunden, und sie wird freigelassen. Dem Duo wird eine neue Ermittlung anvertraut: Sie sollen Jun Chow aufspüren, eine Kybernetikstudentin, die dafür bekannt ist, Androiden illegal zu jailbreaken. Sie ist wie ihre Mitbewohnerin verschwunden. Aline und Carlos wagen sich in die Tiefen von Noctis, der wichtigsten terrestrischen Siedlung des Mars, die dank der Fortschritte der Robotik entstanden ist und wo Menschen und verschiedene Formen von Androiden in Harmonie zu koexistieren scheinen. Die Stadt birgt Geheimnisse wie Menschenhandel und geheime Computerlabore. Unterdessen versuchen Aktivisten, die Roboter von den Sicherheitsbeschränkungen zu befreien, die sie an Menschen binden. Schließlich gelingt es den Robotern, sich zu befreien und zu revoltieren, allerdings friedlich, indem sie ihr Bewusstsein auf Computer an Bord von Raumschiffen hochladen und so ins All fliehen. Carlos, tieftraurig über den Verlust seines Partners und der Erkenntnis, dass er ein totes Bewusstsein in einer Maschine ist, die versucht hat, an einem Leben festzuhalten, das ohne ihn weitergegangen ist, beschließt, mit den Robotern zu gehen...


Neben der Haupthandlung wird auch viel persönliches über die beiden Ermittler verraten. Aline hat mit Alkohol zu kämpfen. Die Frau von Carlos hat sich aufgrund von häuslicher Gewalt von ihm getrennt und möchte nicht, dass er das gemeinsame Kind besucht. Carlos hat menschliche Erinnerungen.
Ganz nebenbei Androiden, manche getarnt mit menschenähnlicher Haut und andere in metallischen Formen, streben nach Freiheit von menschlicher Kontrolle, ein Thema, das sich durch die reiche Erzählstruktur des Films zieht.Die Handlung eskaliert mit der Einführung eines neuen Codes, der Androiden befreien könnte, indem er sie überzeugt, den Mars zu verlassen, obwohl er sich als eine weitere Form der Kontrolle herausstellt.Der Film vermischt schnelle Action und philosophische Tiefe und gipfelt in einer dramatischen Konfrontation unter einem fehlerhaften Kuppelhimmel, der die zusammenbrechenden Grenzen zwischen Mensch und Maschine symbolisiert. Gegen Ende wird es etwas kompliziert, bleibt aber bis zum Schluss interessant. Dafür gab es eine Cesar Nominierung in der "Aninationsfilm" Kategorie und auf dem Fantasy Filmfest 2023 wurde dem optisch klasse Gestalteten Film der Fresh Blood Award vrliehen. 

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.
 

Donnerstag, 10. Juli 2025

Der Brotverdiener


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Nora Twomey

Parvana...

Die atemberaubenden Bilder von "Der Brotverdiener" werden von einer Geschichte begleitet, die es wagt reale Probleme des wirklichen Lebens klar zu beschreiben und den Zuschauer damit zu konfrontieren. Neben der unheimlichen Schönheit der Animation gibt es eine beruhigende Spur von Humor, die die Schärfe dieser Geschichte mildert und uns daran erinnert, dass – für Kinder – Lachen und Mut Hand in Hand gehen. Die Animation zeigt eine realistische Darstellung der Charaktere sowie das kulturelle Umfeld Kabuls des Jahres 2001. Diese Kanadisch-irisch-luxemburgerische Coproduktion basiert auf dem Roman "Die Sonne im Gesicht" von Deborah Ellis und wurde von Nora Twomey inszeniert. Auch Angelina Jolie hat sich an der Produktion beteiligt.  Im Jahr 2001 lebt Parvana, ein elfjähriges Mädchen, in Kabul im Islamischen Emirat Afghanistan der Taliban, gerade zu Beginn des Krieges gegen den Terror. Ihr Vater Nurullah, ein ehemaliger Lehrer, wurde nach dem Verlust seines linken Beins im Sowjetisch-Afghanischen Krieg Straßenhändler. Eines Tages wird er beim Abendessen zu Unrecht verhaftet, nachdem Idrees, ein junger und unberechenbarer Taliban, sich angeblich von ihm beleidigt fühlte. Da die Taliban Frauen verbieten, ohne einen männlichen Verwandten auszugehen, steht Parvanas Familie ohne Unterstützung da, da ihr älterer Bruder Sulayman vor Jahren starb und sie, ihre Mutter Fattema, ihre ältere Schwester Soraya und ihr jüngster Bruder Zaki, ein Kleinkind, zurückließ. Als Parvana und Fattema ins Gefängnis gehen wollen, um gegen Nurullahs Verhaftung Berufung einzulegen, wird Fattema von einem Mann vor den Augen anderer Männer geschlagen, nachdem sie ihm ein Foto von Nurullah gezeigt und gedroht hat, sie zu verhaften, sollten sie noch einmal das Haus verlassen. Parvana tröstet Zaki mit der Geschichte eines Jungen, der versucht, die Samen seines Dorfes von einem bösen Elefanten namens Elefantenkönig zurückzuholen. Später versucht Parvana, Essen für ihre Familie zu kaufen, doch die Straßenhändler können ihr aus Angst vor den Taliban nichts verkaufen. Ein paar Männer entdecken Parvana und verfolgen sie. Auf der Flucht lässt sie die Tasche fallen, die Fattema ihr gegeben hat. Schließlich schafft es Parvana nach Hause. Um ihre Familie zu unterstützen, beschließt sie, sich die Haare zu schneiden und sich wie ein Junge zu kleiden. Sie nennt sich „Aatish“ und behauptet, Nurullahs Neffe zu sein. Der Plan funktioniert, und Parvana kann sowohl Essen als auch Geld beschaffen. Auf Anraten einer Freundin namens Shauzia, eines anderen jungen Mädchens, das als Junge namens Delowar verkleidet ist, versucht Parvana, einen Gefängniswärter zu bestechen, um Nurullah zu sehen. Doch der Wärter schickt sie fort. So arbeitet sie, um mehr Geld für ein größeres Bestechungsgeld zu sparen, und nimmt zusammen mit Shauzia, die versucht, genug Geld zu sparen, um ihrem gewalttätigen Vater zu entkommen, harte Arbeit an. Unterdessen wird Fattema gezwungen, einem Verwandten in Mazar zu schreiben und Sorayas Heirat im Austausch für Obdach und Schutz zu arrangieren. Parvana trifft auch Razaq, Idrees' ehemaligen Streifenpolizistenpartner. Der Analphabet Razaq bezahlt sie dafür, ihm einen Brief vorzulesen, in dem er über den Tod seiner Frau durch eine Landmine informiert wird. Er freundet sich mit ihr an und trifft sich weiterhin mit ihr, damit sie ihm Lesen und Schreiben beibringen kann....



"Der Brotverdiener" - so der deutsche Filmtitel ist ein Werk des irischen Animationsstudios "Cartoon Saloon" aus dem Jahr 2017. Er schaffte es durch seine Schönheit für den Oscar als bester Animationsfilm nominiert zu werden, unterlag am Ende jedoch der Disney Produktion "CoCo". Weltweit spielte der Film 5 Millionen Dollar ein. 


Bewertung: 9 von 10 Punkten  

Montag, 9. Juni 2025

Vaiana 2


Regie: David Garrick jr.. Jason Hunt und Dana Ledoux Miller

 Ein weiteres Südsee Abenteuer...

Aus "Moana" wurde in Europa "Vaiana" - die Namensänderung hat im Falle dder polynesischen Disney Heldin einen wichtigen Grund. Man wollte hier in Europa verhindern, dass User, vor allem in italien, im Internet nach "Moana" suchen, denn dort erscheinen dann zuerst pornografische Inhalte der Darstellerin Moana Pozzi. Teil 1 aus dem Jahr 2016 spielte weltweit 687 Millionen Dollar ein und die Fortsetzung aus dem Jahr 2014 legte noch mächtig dazu. Ingesamt 1,059 Milliarden Dollar spielte der Film der Regisseure David Garrick jr.. Jason Hunt und Dana Ledoux Miller ein. Damit landete "Vaiana 2" in den Kinojahrescharts auf Platz 3, zur Freude der Walt Disney Animation Studios.  Der Film spielt drei Jahre später und zeigt Vaiana, wie sie den Halbgott Maui wiedertrifft und eine Wegfindungstruppe zusammenstellt, um die verlorene Insel Motufetu zu finden, ihren Fluch zu brechen und die Menschen des Ozeans wieder zu vereinen. Ein Nachfolger von Vaiana war ursprünglich als Miniserie für Disney+ konzipiert, wurde aber im Februar 2024 zu einer Kinofortsetzung umgearbeitet. In Deutschland schauten sich 4,7 Millionen Besucher den Film im Kino an.  Drei Jahre nach ihrem Abenteuer mit dem Halbgott Maui und der Inselgöttin Te Fiti verbringt Vaiana ihre Tage damit, andere Inseln in der Nähe ihrer Heimatinsel Motunui zu erkunden, in der Hoffnung, Menschen zu finden, die mit dem Meer verbunden sind. In einer Vision enthüllt ihr Vorfahre Tautai Vasa, warum keiner dieser Menschen mehr verbunden ist: Der bösartige Sturmgott Nalo wollte Macht über die Sterblichen und versenkte daher eine legendäre Insel namens Motufetu, die alle Inseln verband, in den Tiefen des Ozeans. Tautai warnt außerdem, dass die Menschen von Motunui in Zukunft aussterben werden, wenn Vaiana keinen Weg findet, Motufetu wiederzuerwecken. Sie versammelt eine Gruppe von Menschen aus Motunui – die Handwerkerin Loto, die Historikerin Moni und den mürrischen alten Bauern Kele sowie ihr Hausschwein und ihren Hahn Pua und Heihei –, um der Bahn eines Kometen über den Ozean nach Motufetu zu folgen. Unterdessen sucht Maui selbst nach Motufetu, da er zuvor einen Streit mit Nalo hatte, doch er wird von Nalos Vollstrecker Matangi gefangen genommen. Maui zögert, Vaiana zu kontaktieren, da er befürchtet, sie könnte sterben, sollte sie ihm zu Hilfe kommen. Vaiana und ihre Mannschaft werden von den Kakamora gefangen genommen, einem Stamm wilder, kokosnussartiger Piraten, denen Vaiana zuvor begegnet war. Diese enthüllen, dass Nalos Aktionen gegen Motufetu dazu geführt haben, dass sie von ihrer Heimatinsel getrennt wurden. Ein Kakamora namens Kotu hilft der Mannschaft, eine gigantische Monstermuschel zu lähmen, in deren Inneren sich Matangis Höhle befindet. Während die Mannschaft Maui findet, trifft Vaiana Matangi und erfährt, dass sie nicht glücklich darüber ist, Nalo zu dienen. Matangi verhilft Vaiana zur Flucht und hilft ihr, sich wieder mit Maui und ihren Freunden zu vereinen, bevor er sie zu Nalo schickt. Maui warnt, dass Nalos Reich tödlicher sei als das der Sterblichen und dass ein Kampf gegen ihn den sicheren Tod für Sterbliche bedeuten würde. Nalos Monster überfallen die Gruppe, beschädigen ihr Floß und spülen sie an den Strand einer einsamen Insel. Vaiana beginnt zu verzweifeln, doch Maui ermutigt sie, weiterzugehen. Nachdem Vaiana wieder zu Kräften gekommen ist, plant die Gruppe, Maui Motufetu auferstehen zu lassen, damit Vaiana es berühren kann – nur so kann Nalo aufgehalten werden..


In Sachen Animation ist der Film auf höchstem Niveau, jedoch hat David Garrick jr. etwas am Drehbuch gespart und verlässt sich ganz auf die Action, die den gesamten Film dominiert. Vaiana, die neugierige Tochter des Dorfvorstehers Tui und seiner Frau Sina, ist natürlich die starke junge Frau, die sich längst nicht mehr empanzipieren muss, denn sie ist auserwählt. Sie hat auch die Heldin und Bezwingerin des Meeres aus dem Film "Whale Rider" längst hinter sich gelassen. Kein Patriarchatsbestreben stört die Heldin mit ihren Abenteuern, die sie gemeinsam mit dem willensstarken Gestaltwandler- Halbgott Maui bestehen muss. Schade, dass das putzige Hausschwein und der Hahn etwas in den Hintergrund gedrängt werden. "Vaiana 2" wurde zwar - vielleicht zu Recht - bei der Oscarwahl zum besten Animationsfilm übergangen. Doch die "Golden Globe" Nominierung in derselben Kategorie dürften die Macher wieder etwas freudiger gestimmt haben. 


Bewertung: 6 von 10 Punkten.  

Donnerstag, 29. Mai 2025

Mufasa


Regie: Barry Jenkins

Rafikis Geschichte...

Bevor Regisseur Barry Jenkins für den Disney Blockbuster "Mufasa The Lion King" engagiert wurde, feierte er bereits mit seinem Oscarsieger "Moonlight" und "If Beale Street could Walk" sehr gute Erfolge. "Mufasa" entstand nach einem Drehbubh von Jeff Nathanson und spielte weltweit 722 Millionen Dollar ein und erreichte ind en Kinojahrescharts 2024 einen respektablen 6. Rang. In Deutschland sahen fast 3 Millionen Zuschauer den computeranimierten Film im Kino. Allerdings dürften die Erwartungen der Produzenten viel höher gewesen sein. Der Animationsfilm "König der Löwen", ein Remake des Zeichentrickfilms, spielte mehr als 1,6 Milliarden Dollar ein. Der von Walt Disney Pictures produzierte Film ist fotorealistisch animiert und dient sowohl als Prequel als auch als Fortsetzung zu Der König der Löwen. Rafiki erzählt Simba und Nalas Jungem die Geschichte von Mufasa, wie er Scar, Sarabi, Rafiki und Zazu kennenlernte, von seinem Kampf gegen ein Rudel abtrünniger weißer Löwen.  Der Film ist James Earl Jones gewidmet, der Mufasa im Film von 1994 und im Remake seine Stimme lieh und kurz im Vorspann zu hören ist. Nachdem Simba König des Geweihten Landes geworden ist, bekommen er und Nala eine Tochter namens Kiara und erwarten ein weiteres Junges. Sie brechen zu einer Oase auf, wo Nala ihr Kind zur Welt bringen kann, während Simba Timon und Pumbaa bittet, auf Kiara aufzupassen. Rafiki besucht sie bald und beschließt, die Geschichte ihres Großvaters Mufasa zu erzählen, wobei Timon und Pumbaa zwischendurch ein paar witzige Kommentare liefern. Mufasa und seine Eltern Masego und Afia suchen nach dem mythischen Milele. Eine Flut reißt Mufasa in ein Feuchtgebiet, wo er Taka, ein königliches Junges, trifft. Sie werden von jungen Krokodilen angegriffen, bis Takas Mutter, Königin Eshe, eingreift. Sie nimmt Mufasa auf, doch Takas Vater, König Obasi, kritisiert ihn für seine Freundschaft mit einem Außenseiter. Obasi veranstaltet ein Wettrennen zwischen seinem Sohn und Mufasa, um herauszufinden, ob dieser seinem Rudel beitreten kann. Als Mufasa erschöpft zurückbleibt, bricht Taka das Rennen ab, damit er bleiben kann. Als Mufasa und Taka heranwachsen, entwickeln sie eine starke Bindung, obwohl Obasi ständig versucht, Taka bei sich zu behalten und Mufasa befiehlt, bei den Löwinnen zu bleiben. Eshe bringt Mufasa neben anderen Lebenskompetenzen das Jagen und den Gebrauch seiner Sinne bei. Eines Tages werden sie bei der Jagd von zwei weißen Löwen angegriffen. Eshe wird getroffen, also eilt Mufasa ihr zu Hilfe. Er tötet einen der Löwen und gemeinsam zwingen sie den anderen zur Flucht. Taka wird Zeuge des Angriffs, zieht sich jedoch ängstlich zurück. Der Überlebende Azibo informiert Kiros, den Anführer der Outsider, eines Rudels aus Löwen, die wegen ihres weißen Fells aus ihren jeweiligen Rudeln verstoßen wurden. Kiros sinnt auf Rache für den Tod seines Sohnes Shaju, den Mufasa getötet hat, und nähert sich Obasis Rudel. Mufasa ahnt sie kommen, warnt sie und wird angewiesen, mit Taka zu fliehen. Als sie eintreffen, metzeln die Outsider Obasi, Eshe und den Rest ihres Rudels außerhalb des Bildes nieder. Mufasa und Taka entkommen ihnen, indem sie von einem Wasserfall in einen Fluss springen. Als Mufasa und Taka an Land gehen, begegnen sie einer streunenden Löwin namens Sarabi (deren eigene Familie vom Outsider-Rudel getötet wurde), ihrem Nashornvogel-Späher Zazu und schließlich dem jüngeren Rafiki. Rafiki erzählt ihnen, dass er nach Milele geht, um einen "Bruder“ zu finden, den er in prophetischen Visionen gesehen hat, und die Gruppe folgt ihm dorthin. Taka entwickelt romantische Gefühle für Sarabi. Die Outsider verfolgen sie weiterhin, woraufhin Sarabi eine Elefantenpanik auslöst, um die Outsider abzulenken und zu verwirren, sodass die Gruppe entkommen kann. Sie wird bewusstlos geschlagen, nachdem sie in den Weg der Elefantenpanik gefallen ist, woraufhin Mufasa sie rettet. Aus Loyalität lügt er und erzählt Sarabi, dass Taka sie gerettet hat. Die Gruppe folgt Rafikis Anweisungen durch eine schneebedeckte Bergkette, wobei Zazu ihre Spuren im Schnee verwischt. Sarabi erzählt Mufasa, dass sie weiß, dass er sie gerettet hat, und sie verlieben sich bald ineinander. Während er dies heimlich beobachtet, trifft der eifersüchtige Taka Kiros und die verlorenen und hungrigen Outsider. Er unterbreitet Kiros einen verräterischen Vorschlag....


Es gab eine Nominierung für die Goldene Himbeere in der Kategorie "Schlechteste Neuverfilmung" - aber keine Angst: So schlecht ist "Mufasa" nicht. Wenn man den Film als Märchen betrachtet, der nicht nur die Löwen, sondern alle Tiere sehr menschlich agieren lässt, dann kann man sich gut auf die Geschichte einlassen. Es ist wie bereits beim Vorgänger erstaunlich, wie täuschend echte die Computeranimationen gelingen. Kein einziges echtes Tier wurde für den Film gebraucht. In technischer Sicht ist der Film nahezu perfekt.  


Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Wolfwalkers


Regie: Tom Moore und Ross Stewart

Robyn und die Wölfe...

"Wolfwalkers" ist der bisher letzte Teil der "Irischen Trilogie" von Cartoon Saloon. Die Regie teilten sich Tomm Moore und Ross Stewart. Bei den Vorgängern "Das Geheimnis von Kells" und "Melodie des Meeres" hat Tomm Moore ebenfalls Regie geführt und alle drei Filme schafften es eine Oscarnominierung in der Kategorie "bester Animationsfilm" zu bekommen. "Wolfwalkers" erzählt die Geschichte der kleinen Robyn Goodfellowe, deren Vater in der irischen Stadt Kilkenny damit beauftragt wird alle Wölfe im Wald aus der Gegend zu vertreiben oder auch zu töten. Ross Stewart meinte "Die Werwolf Geschichten kamen ungefähr zur gleichen Zeit auf wie der Puritanismus. Da wurde gelehrt, dass alles, was den Menschen mit der Natur verbindet, schlecht ist. Wir wurden ja nach Gottes Ebenbild geschaffen, also waren Tiere uns unterwürfig. Une wenn wir es für nötig erachten, können wir das alles einfach töten. Ich glaube, daher rühren auch viele unserer heutigen Probleme mit der Umwelt. Wir sind ein Teil des Ökosystems, wir sind ihm in keiner Weise übergeordnet"  Dazu passt perfekt die Geschichte der "Wolfwalkers" und musikalisch wird der Film von Bruno Coulais und der Folkgruppe Kila begleitet. Die norwegische Sängerin Aurora steuerte die Single" Running with the Wolfs" bei.  Im Irland des Jahres 1650 arbeiten die Einwohner von Kilkenny auf Befehl des autoritären Lordprotektors daran, die nahegelegenen Wälder zu roden, und geraten dabei in Konflikt mit einem örtlichen Wolfsrudel. Der englische Jäger Bill Goodfellowe wird – mit seiner rebellischen Tochter Robyn – vom Lordprotektor nach Kilkenny gerufen, um die Wölfe auszurotten. Um Bill zu helfen, folgt Robyn ihm heimlich mit ihrem Falken Merlyn in den Wald. Nachdem sie Merlyn beim Versuch, einen Wolf zu töten, versehentlich mit ihrer Armbrust angeschossen hat, beobachtet Robyn, wie ein geheimnisvolles Mädchen ihn in den Wald führt und folgt ihnen. Als sie Merlyn wie durch ein Wunder geheilt vorfindet, wird sie von einem jungen Wolf aufgeschreckt und in eine von Bills Wolfsfallen gelockt. Als der Wolf versucht, Robyn zu befreien, beißt er sie versehentlich. Nachdem sie aus der Falle entkommen sind, führen Merlyn und der Wolf Robyn zum Wolfsbau, wo sie entdeckt, dass der Wolf dasselbe Mädchen wie zuvor ist. Das Mädchen Mebh erklärt, sie sei eine "Wolfswandlerin“, deren Geist ihren Körper verlässt und sich im Schlaf in einen Wolf verwandelt. Robyn freundet sich mit Mebh an und erfährt außerdem, dass der Geist ihrer schlafenden Mutter Moll auf der Suche nach einem neuen Zuhause für ihr Rudel noch nicht zurückgekehrt ist. Zurück zu Hause versucht Robyn Bill von der Existenz der Wolfswandler zu überzeugen, doch er schimpft sie stattdessen, weil sie in den Wald gegangen ist. Am nächsten Morgen wird Robyn bei der Arbeit in der Spülküche von einer geheimnisvollen Stimme aus einem verborgenen Käfig in die Gemächer des Lordprotektors gelockt, wird aber bald von der Haushälterin hinausgeführt. In dieser Nacht entdeckt Robyn im Schlaf, dass ihre Seele ihren Körper verlassen hat und zu einem Wolf geworden ist...


Die Geschichte handelt von der Freundschaft zweier Mädchen, die Wild und mutig sind und am Ende zusammenhalten. Sie setzen sich für den Schutz der Natur ein. Ihr Feind ist ein fanatischer religiöser Herrscher, dem es nichts ausmacht die Natur für seine Zwecke auszubeuten - dazu sind ihm alle Mittel Recht. Wie bereits die Vorgänger besticht auch dieser Film durch seine Schönheit. Neben der Oscarnominierung gab es weitere Preise, die der Film gewann. Auch beim European Film Award gabs zwei Nominierungen (Young Audience Award + Bester Animationsfilm) 





Bewertung: 8 von 10 Punkten

Der Illusionist

Regie: Sylvain Chomet Der Zauberer und seine Bewunderin... Während der große Jacques Tati seine Klassiker "Mon Oncle" und "T...