Sonntag, 5. Januar 2025

Der wilde Roboter


Regie: Chris Sanders

Das Herz entdecken...

Chris Sanders Animationsfilm "Der wilde Roboter" aus dem Jahr 2024 konnte bei den 82. Golden Globe Awards bereits in 4 Kategorien nominiert werden: Bester animierter Spielfilm, bester Originalsong, beste Originalmusik und Cinematic und Box Office Achievement. Er spielte bei einem Budget von 78 Millionen Dollar inzwischen 325 Millionen Dollar einnehmen, was ihn zu einem Erfolg für Dreamworks werden ließ. 
Die einfache Geschichte orientiert sich sicherlich auch an den Disney Pixar Welterfolg "Wall-E" und zeigt eine einfache Geschichte über einen Roboter, der irgendwann sein Herz entdeckt. Was den Film auszeichnet sind seine Hingabe zu großen Gefühlen und zu großer Schönheit. Inzwischen hat Dreamworks den 30. Geburtstag feiern können - dieser Jubiläumsfilm gehört sicherlich zu den besten Animationsfilmen des Studios. Durch einen Sturm gehen ROZZUM-Roboter auf einem Frachtschiff von Universal Dynamics verloren und werden an eine unbewohnte Insel gespült. Nur die ROZZUM-Einheit 7134 mit dem Spitznamen "Roz“ überlebt bzw. ist noch intakt und wird versehentlich von Wildtieren aktiviert. Zunächst erschreckt Roz die Tiere und verletzt sich selbst, als sie versucht, ihnen zu helfen. Sie lernt ihre Sprache, findet aber niemanden, der ihre Dienste benötigt. Sie ist darauf programmiert zu helfen.  Während sie ein Signal zur Bergung gibt, wird Roz vom Blitz getroffen und von Tieren angegriffen. Auf der Flucht vor einem aggressiven Grizzlybären zerquetscht sie versehentlich ein Gänsenest und hinterlässt ein Ei. Roz beschützt das Ei vor einem hungrigen Fuchs namens Fink, und ein Gänseküken schlüpft daraus; er prägt sich in sie ein und zerstört ihren Langstreckentransponder. Auf Anraten von Pinktail, einem Opossum mit mehreren Kindern, nennt Roz das Gänseküken Brightbill und kümmert sich um es, um sicherzustellen, dass es vor der Winterwanderung fliegen kann. Fink hilft Roz beim Bau eines Unterschlupfs und sie leben zusammen. Während Brightbill heranwächst, lernt er schwimmen, wird aber von anderen Gänsen verspottet. Als Brightbill entdeckt, dass Roz seine Familie getötet hat, verleugnet er sie wütend und stürmt davon. Roz rekonstruiert eine ROZZUM-Einheit, die ihr rät, zur Fabrik von Universal Dynamics zurückzukehren. Nach einem Gespräch mit Longneck, dem Anführer der Gänseherde, beschließt Roz, Brightbill das Fliegen beizubringen, und sie nimmt die Hilfe eines Falken namens Thunderbolt in Anspruch. Brightbill erlernt das Fliegen und schließt sich der Migration der Gänse an. Roz vermisst Brightbill und ist sich ihres weiteren Zwecks nicht sicher. Sie reaktiviert ihren Transponder, schaltet ihn jedoch sofort wieder aus, nachdem Universal Dynamics ihr Signal erkennt.... .






Regisseur Chris Sanders ist auch der Erfinder von "Lilo & stitch" bei dem er ebenfalls - gemeinsam mit Dean DeBlois - Regie führte. Ausserdem inszenierte er die Filme "Die Croods" und "Ruf der Wildnis". Roboter, Fuchs und Küken werden zu einer Patchwork-familie und widmen sich auf dem Höhepunkt dieses "Jetzt schon Klassikers" um alle Tiere des Waldes. Ein Hauch von Noahs Arche liegt in der Geschichte. Sind Tiere, ja vielleicht auch Roboter bzw. KI Robots die besseren Menschen ? Jedenfalls ist die Heimat der Tiere um ein Vielfaches wunderbarer und reicher als die im Film dargestellte sterile und kalte Heimat der Menschen, die Roboter für sich arbeiten lassen. In Deutschland landete der Animationsfilm mit 813 000 Zuschauern auf einem guten 18. Rang in den Kinojahrescharts.






Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Anomalisa


Regie: Duke Johnson und Charlie Kaufman

Der einsame Hotelgast...

 "Anomalisa" ist ein StopMotion Film für Erwachsene - die Macher dieser aussergewöhnlichen Arbeit sind Duke Johnson und Charlie Kaufman, der bereits für sein Drehbuch für "Vergiss mein nicht" 2005 einen Oscar gewann und zwei weitere Male in der gleichen Kategorie (für "Being John Malkovich" und "Adaption") nominiert wurde. In "Anomalisa" sind die Figuren sofort als mechanische Puppen erkennbar. Sie sehen auffällig aus, da sich in Augenhöhe ihr Gesicht irgendwie zweiteilig wirkt. Die Hauptfigur heißt Michael Stone, und ist eine gewisse Berühmtheit, denn sein Buch über Selbsthilfe und Motivationstraining im Kundenservice ist ein Beststeller geworden und er gilt in Fachkreisen als ausgesprochen guter Motivationstrainer. Dennoch hat er rein persönlich mit einigen Mankos zu kämpfen. Die Menschen sehen für ihn alle irgendwie gleich aus und haben auch alle die gleiche eher männliche Stimme, sogar seine Frau und sein kleiner Sohn, mit denen er kurz vom Hotelzimmer aus telefoniert. "Anomalisa" wurde 2015 realisiert und spielt im Jahr 2005. Zu dieser Zeit reist der einsame, in England geborene und inzwischen mittleren Alters lebende Kundenserviceexperte und Motivationsredner Michael Stone nach Cincinnati, Ohio, um bei einer Tagung im Fregoli Hotel für sein neuestes Buch zu werben. Er fühlt sich von allen Menschen um ihn herum distanziert, die seiner Meinung nach dasselbe Gesicht und dieselbe Stimme haben. Michael übt seine Rede in seinem Zimmer, wird aber von der Erinnerung an einen wütenden Brief seiner ehemaligen Geliebten Bella heimgesucht, die er vor Jahren ohne Erklärung abrupt verlassen hat. Er telefoniert mit ihr nach 10 Jahren zum ersten Mal wieder und verabredet sich mit ihr in der Hotelbar, aber sie ist immer noch verärgert, denn er hat sie damals ohne Angaben von Gründen verlassen.  Ausserdem empört sie sich enorm über seine Einladung in sein Zimmer und stürmt schließlich hinaus. Bei einem Spaziergang verwechselt Michael einen Sexspielzeugladen mit einem Kinderspielzeugladen. Er möchte seinem Sohn ein Geschenk kaufen, geht hinein und erkennt seinen Fehler, ist jedoch fasziniert von einer japanischen animatronischen Puppe hinter der Theke. Nachdem er geduscht hat, hört Michael eine einzigartige Frauenstimme und rennt aus seinem Zimmer, um sie zu finden. Er trifft Lisa, eine unsichere junge Frau, die mit ihrer Freundin Emily die Tagung besucht. Begeistert von ihrem einzigartigen Aussehen und ihrer Stimme lädt er beide Frauen zu Drinks an die Bar ein. Später lädt Michael sie zu Lisas Überraschung auf sein Zimmer ein. Immer noch fasziniert ermutigt er sie, zu singen und ihm von ihrem Leben zu erzählen. Sie singt Cyndi Laupers „Girls Just Want to Have Fun“ und nachdem sie sich selbst als „Anomalie“ bezeichnet, gibt er ihr den Spitznamen Anomalisa. Die beiden werden intim und haben schließlich Sex. Michael hat einen Albtraum, in dem die untere Hälfte seines Gesichts abfällt und die gleichen Menschen der Welt ihn verfolgen, behaupten, sie lieben ihn und bestehen darauf, dass er und Lisa nicht zusammen sein können. Der Traum inspiriert Michael, Lisa vorzuschlagen, ein neues Leben zusammen zu beginnen. Sie stimmt zu, aber ihre Essgewohnheiten beim Frühstück nerven ihn und ihre Stimme und ihr Gesicht beginnen sich in die aller anderen zu verwandeln. Während seines Vortrags auf der Konferenz erleidet Michael einen Zusammenbruch, behauptet, er habe niemanden zum Reden und schimpft über die amerikanische Regierung, wodurch er das Publikum vergrault. Michael kehrt in sein Zuhause in Los Angeles, Kalifornien, zurück. Er gibt die japanische animatronische Puppe seinem Sohn, der verblüfft ist.  Sie hat eine Überraschungsparty für Michael organisiert, aber er erkennt keinen der Anwesenden, was sie verärgert. Michael sitzt allein auf der Treppe, In der letzten Szene schreibt Lisa Michael einen Brief, in dem sie hofft, dass sie sich wiedersehen...








Der Stop Motion Film zeigt die innere Leere und Einsamkeit eines Mannes in den mittleren Jahren und ist dementsprechend wenig erbaulich. Er erinnert etwas an "Up in the Air" oder "Lost in Translation", ist aber viel schräger. Dennoch ist etwas Magisches mit dabei, trotz allem Unbehagen. Es gibt auch eine Sexszene, die sehr real wirkt. Der Film erhielt viel Lob von den Kritikern, insbesondere für sein Drehbuch, seine Regie und seinen thematischen Inhalt. Er wurde für einen Oscar als bester animierter Spielfilm nominiert, als erster Animationsfilm mit R-Rating, der in dieser Kategorie nominiert wurde und war für den Golden Globe als bester animierter Spielfilm nominiert. Er gewann auch den Großen Preis der Jury bei den 72. Internationalen Filmfestspielen von Venedig, als erster Animationsfilm, dem dies gelang. Die Budgetkosten betrugen 8 Millionen Dollar, in den Kinos wurde ein Umsatz von ca. 6 Millionen Dollar erreicht.







Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.
 

Sing


Regie: Garth Jennings

Songcontest der Tiere...

"Sing" aus dem Jahr 2016 ist eine animierte US-Jukebox MusikComedy, in denen anthropomorphe Tiere gerne singen und der Soundtrack des Films von Garth Jennings kann sich sehen lassen. Viele bekannte Songklassiker wurden von den Sprechern des Films neu eingespielt, so singt beispielsweise Taron Egerton "I´m still standing" oder "The Way I feel". Reese Witherspoon bringt den Shoking Blue Klassiker "Venus" zum Besten, Tori Kelly singt Leonard Cohens "Hallelujah", Seth McFarlane interpretiert im Sinatra Style "My Way" oder Stevie Wonder ist im Duett mit Ariane Grande und dem Song "Faith" zu hören, ein Originalsong, der für einen Golden Globe nominiert wurde. Der Film enthält mehr als 60 Songs berühmter Künstler, die größtenteils diegetisch vorgetragen werden.In Calatonia, einer Stadt der anthropomorphen Tiere, besitzt der Koala Buster Moon ein krisengeschütteltes Theater und wird von der Bankvertreterin Lama Judith mit Zwangsvollstreckung bedroht. Er beschließt, einen Gesangswettbewerb mit einem Preisgeld von 1.000 Dollar zu veranstalten, doch ein Tippfehler seiner älteren Assistentin, der Leguan Miss Crawly, fügt dem Preisgeld zwei zusätzliche Nullen hinzu, sodass es 100.000 Dollar beträgt. Die falsch gedruckten Flyer werden von einem Ventilator aus dem Fenster geblasen, bevor sie Korrektur gelesen werden können, und schweben durch die Stadt. Scharen von Tieren versammeln sich zum Vorsingen, und Buster wählt seine Kandidaten aus. Unter ihnen sind die Hausfrau und Mutter von 25 Ferkeln Rosita; das Punkrock-Stachelschwein Ash; der jugendliche Gorilla Johnny, Sohn eines kriminellen Bandenführers namens Big Daddy; die Straßenmusikermaus Mike; und ein ausgelassenes tanzendes Schwein namens Gunter. Die Elefanten-Teenagerin Meena fällt wegen Lampenfiebers bei ihrem Vorsprechen durch, Ashs egozentrischer Freund und Mit-Vorsprecher Lance ist enttäuscht, vom Wettbewerb ausgeschlossen zu werden, und Rosita wird für eine Tanzeinlage mit Gunter zusammengebracht. Als Buster entdeckt, dass auf den Flyern ein Preisgeld von 100.000 Dollar angepriesen wird, besucht er zusammen mit seinem Schafsfreund Eddie Eddies reiche Großmutter, den ehemaligen Theater-Superstar Nana Noodleman. Nana zögert, das Preisgeld zu spenden, willigt aber ein, an einer privaten Vorpremiere der Show teilzunehmen, bevor sie eine Entscheidung trifft. Unter dem Druck ihres Großvaters versucht Meena, ein zweites Vorsprechen zu beantragen, gibt sich aber damit zufrieden, stattdessen Busters Bühnenhelferin zu sein. Nachdem einige Darsteller aus dem Wettbewerb aussteigen, wird Meena ein Platz in der Show angeboten, aber sie kämpft erneut damit, ihre Angst zu überwinden. Rosita scheitert bei ihrer Tanzeinlage mit Gunter, weil sie glaubt, dass sie durch ihre mütterlichen Pflichten ihre Leidenschaft verloren hat. Mike, der davon ausgeht, dass er den Wettbewerb gewinnen wird, nimmt einen riesigen Kredit bei der Bank auf, um ein protziges Auto zu kaufen, und betrügt eine Gruppe Bären bei einem Kartenspiel. Lance betrügt Ash, woraufhin sie mit ihm Schluss macht und später während einer Probe in Tränen ausbricht. Johnny, der von seinem Vater gezwungen wird, als Fluchtfahrer an einem Raubüberfall teilzunehmen, schleicht sich zur Probe davon. Der Verkehr hält Johnny davon ab, rechtzeitig zum Raubüberfall zurückzukehren, was dazu führt, dass sein Vater und seine Bande verhaftet und eingesperrt werden, was ihre Beziehung belastet. Nachdem durch einen Unfall Bühnenlichter herunterfallen und zerbrechen, lässt Buster die Bühne zu einem Tank umbauen, damit leuchtende Tintenfische als Lichter verwendet werden können. Und auch weiteres Chaos ist unvermeidbar...








Ein sehr unterhaltsamer Genrebeitrag von Illumination, der von Universal Pictures vertrieben wird mit sehr liebenswerten Tierfiguren. Die weltweiten Einnahmen beliefen sich bis dato auf mehr als 634 Millionen Dollar, was dem Animationsfilm bis heute ein Rang unter den umsatzstärksten 200 Blockbusterfilmen aller Zeiten sichert. In Deutschland war "Sing" ebenfalls ein Hit - mit 2,4 Millionen Zuschauern landete er auf Platz 10 der besucherstärksten Filme des Jahres 2016. Neben der Nominierung für den besten Originalsong gab es in der Kategorie "Animationsfilm" eine weitere Golden Globe Nominierung - er konnte sich jedoch nicht gegen "Zoomania" durchsetzen. 









Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Der Illusionist

Regie: Sylvain Chomet Der Zauberer und seine Bewunderin... Während der große Jacques Tati seine Klassiker "Mon Oncle" und "T...