Freitag, 30. August 2024

Bernard und Bianca die Mäusepolizei


Regie: Wolfgang Reitherman, Art Stevens, John Lounsbery

Die Retter kommen...

Der Disney Zeichentrickfilm "Bernard und Bianca" aus dem Jahr 1977 (Originalttitel: The Rescuers) war damals in Deutschland mit 1,3  Millionen Zuschauern der erfolgreichste Film des Jahres. Und darüberhinaus gibt es nur ca. 30 andere Filme, die diese Schallmauer von 10 Millionen Zuschauern erreicht oder übertroffen haben. Dafür gabs natürlich die Goldene Leinwand. Nach "Dschungelbuch" mit 27 Millionen Zuschauern und "König der Löwen" aus dem Jahr 1994 mit 11,8 Millionen Zuschauern ist "Bernard und Bianca" somit der dritterfolgreichste Zeichentrickfilm in Deutschland. Auch in den USA war der Film ein Hit und weltweit spielte das Abenteuer von einem Mausepaar ca. 173 Millione Dollar ein. In der deutschen Fassung singt Wencke Myhre die Songs des Films. Es gab 2 Wiederaufführungen in den Jahren 1983 und 1989. Aufgrund des Erfolgs wurde 1990 eine Fortsetzung mit dem Titel "Bernard und Bianca im Känguruhland" veröffentlicht, was diesen Film zum ersten Disney Animationsfilm mit Forsetzung machte. Leider war das Kassenergebnis des Nachschlags sehr enttäuschend - Disney ordnete den Nachfolger als Flop ein.
In einem verlassenen Flussboot im Devil's Bayou in Louisiana wirft die sechsjährige Waise Penny eine Flaschenpost mit einem Hilferuf in den Fluss. Die Rescue Aid Society, eine internationale Mäuseorganisation der Vereinten Nationen, findet die Flasche, als sie in New York an Land gespült wird. Die ungarische Vertreterin, Miss Bianca, übernimmt den Fall freiwillig. Sie wählt Bernard, den hilfsbereiten Hausmeister, als ihren Co-Agenten. Die beiden besuchen das Morningside Orphanage, wo Penny lebte, und treffen einen alten Kater namens Rufus. Er erzählt ihnen von einer Frau namens Madame Medusa, die einmal versuchte, Penny in ihr Auto zu locken, woraufhin die Mäuse ihr Pfandhaus nach Hinweisen durchsuchten. Im Pfandhaus entdecken Bianca und Bernard, dass Medusa und ihr Partner, Mr. Snoops, nach dem größten Diamanten der Welt suchen, dem Teufelsauge. Die Mäuse erfahren, dass Medusa und Snoops sich derzeit mit Penny im Devil's Bayou aufhalten, die sie entführt und unter die Obhut zweier dressierter Krokodile, Brutus und Nero, gestellt haben. Mit Hilfe eines Albatros namens Orville und einer Libelle namens Evinrude folgen die Mäuse Medusa zum Bayou. Dort erfahren sie, dass Medusa Penny zwingen will, ein kleines Blasloch zu betreten, das in eine abgesperrte Piratenhöhle führt, in der sich das Teufelsauge befindet. Bernard und Bianca finden Penny und schmieden einen Fluchtplan. Sie schicken Evinrude los, um die einheimischen Tiere zu warnen, die Medusa verabscheuen, doch Evinrude wird aufgehalten, als er gezwungen ist, vor einer Wolke von Fledermäusen Schutz zu suchen. Am nächsten Morgen schicken Medusa und Snoops Penny in die Höhle, um den Edelstein zu finden. Ohne Medusas Wissen verstecken sich Bianca und Bernard in Pennys Kleidertasche. Bald finden die drei das Teufelsauge in einem Piratenschädel. Als Penny den Mund mit einem Schwert aufbricht, schieben die Mäuse den Edelstein hindurch, doch bald steigt die Flut und überschwemmt die Höhle. Die drei können nur knapp mit dem Diamanten entkommen....


Doch nun gilt es dem Kampf mit der hysterischen Medusa und ihrem linkischen Handlanger aufzunehmen. Die Regie des Films übernahm das Gespann Wolfgang Reitherman, John Lounsbery und Art Stevens. Es ist einer der letzten Old School Disney Zeichentrickfilme mit herrlichen Filmfiguren, allen voran der Albatros Orville und seine verwegene Flugtechnik. Seinen unwiderstehlichen Charme hat der putzige Film bis heute nicht verloren.

Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Toy Story 1


Regie: John Lasseter

In Andys Kinderzimmer...

"Ja, wir machen uns Gedanken darüber, was die Kritiker sagen. Und wir machen uns auch Gedanken darüber, wie die Einspielzahlen am Anfang aussehen werden. Natürlich auch darüber, wie die Einspielzahlen am Ende aussehen. Aber der sinn und Zweck unserer Arbeit ist es unser Publikum zu unterhalten. Die größte Freude, die ich als Filmemacher empfinde ist, mich anonym ins Publikum eines unserer Filme zu schleichen und zuzusehen, wie die Leute unseren Film ansehen. Denn das Publikum ist ehrlich, wenn sie einen Film ansehen. Und die Freude in den Gesichtern der Leute zu sehen, zu sehen, wie sie sich auf unsere Filme einlassen...das ist für mich die größte Belohnung, die ich bekommen kann" - diese Aussage stammt vom "Toy Story" Regisseur John Lasseter, der diesen Pixar Film im Auftrag der Disney Pictures im Jahr 1995 realisierte. Zu diesem Zeitpunkt war er der dritterfolgreichste Animationsfilm aller Zeiten nach "Der König der Löwen" und "Aladdin" Mit dem Umsatz von 395 Millionen Dollar lag "Toy Story" auf Platz 2 der erfolgreichsten Filme des Jahres. In Deutschland landete der Film auf Platz 11 der Jahrescharts - 2,6 Millionen Zuschauer zahlten eine Eintrittskarte.
Im Grunde ist "Toy Story" ein Verwandter von "Pinocchio" mit dem Unterschied, dass es in "Toy Story" nicht nur ein empfindungsfähiges Spielzeug gibt, sondern die Kinderzimmer sind voll von Leben. Diese Spielzeuge tun in der Nähe von Menschen so als seien sie leblos, aber in Wirklichkeit kommunizieren sie sehr rege miteinander. Die Spielzeuge von Andy Davis sind etwas besorgt wegen dem Umzug der bevorsteht. Andys, seine kleine Schwester Molly und deren Mom sind bereits am Packen.
Als mehrere Spielzeuge – darunter Mr. Potato Head, Slinky Dog, der Tyrannosaurier Rex, das Sparschwein Hamm und die Porzellanpuppe Bo Peep – erfahren, dass Andy zu seinem Geburtstag etwas bekommen könnte, das sie ersetzt, schieben sie Panik.  Um sie zu beruhigen, schickt Sheriff Woody, Andys Lieblingsspielzeug und ihr faktischer Anführer, Sarge und seine grünen Soldaten los, um Andys Geburtstagsparty mit einem Babyphone auszuspionieren. Andy erhält  dieses Mal eine Buzz Lightyear-Actionfigur, der sich für einen echten Space Ranger hält und nicht weiß, dass er in Wirklichkeit ein Spielzeug ist. Und dieser Buzz Lightyear ist natürlich der Traum jedes Jungen. Buzz beeindruckt auch die anderen Spielzeuge mit seinen Hightech-Funktionen und wird Andys neues Lieblingsspielzeug, was Woodys Eifersucht weckt. Zwei Tage vor dem Umzug plant Andys Familie ein Abendessen bei Pizza Planet. Um sicherzustellen, dass Andy ihn und nicht Buzz mitnimmt, versucht Woody, Buzz mit dem ferngesteuerten Auto RC hinter den Schreibtisch zu stoßen. Buzz wird jedoch versehentlich aus dem Schlafzimmerfenster gestoßen und die meisten anderen Spielzeuge glauben, Woody habe Buzz absichtlich getötet. Andy nimmt Woody mit, aber Buzz, der dem Auto folgen konnte,  stellt ihn wütend im Auto zur Rede. Die beiden prügeln sich, fallen aus dem Auto und bleiben zurück; nach einem weiteren Streit trampen sie auf einem Lieferwagen von Pizza Planet zum Restaurant. Bei Pizza Planet verwechselt Buzz einen Greifkran voller kleiner grüner Männchen mit einer Rakete und steigt ein, verfolgt von Woody. Sid Phillips, Andys sadistischer Nachbarsjunge, bringt die beiden vom Kran zu seinem Haus, wo sie auf seinen Bullterrier Scud und seine "mutierten“ Spielzeuge treffen, die aus Teilen anderer Spielzeuge bestehen, die er zerstört hat. Nachdem Buzz einen Fernsehwerbespot gesehen hat, der für ihn wirbt, erkennt er, dass er doch ein Spielzeug ist. Er versucht zu fliegen, fällt jedoch, bricht sich den Arm und erleidet einen Nervenzusammenbruch. Nachdem Sids Spielzeuge Buzz repariert haben, fesselt Sid Buzz mit Klebeband an eine Rakete und plant, ihn am nächsten Tag in die Luft zu jagen. Über Nacht hilft Woody Buzz zu erkennen, dass es sein Ziel ist, Andy glücklich zu machen, und stellt so Buzz’ Entschlossenheit wieder her. Nun versuchen sie als Team wieder zu ihrem wahren Besitzer Andy zu gelangen....


In der Umfrage des American Film Institute des Jahres 2007 konnte sich "Toy Story" sogar unter die 100 besten US-Filme aller Zeiten platzieren. Auch in den Top 10 der besten Zeichentrickfilme ist "Toy Story" mit Rang 6 ausgzeiechnet vertreten. Es gab drei Academy Award Nominationen, zwei davon gingen an Randy Newman (bestes Lied, bester Score) und eine weitere an das witzige Drehbuch von Andrew Stanton, Joss Whedon, Joel Cohen und Alex Sokolow. Ein Sonderoscar ging an John Lasseter für den ersten zu 100 % computeranimierten Spielfilm. Die technische Ausführung des Films ist umwerfend und die Kameraarbeit ist furios. Interessanterweise spricht "Toy Story" nicht nur die Kids und die Jugend an, auch Erwachsene lieben diesen Film.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Die Croods


Regie: Chris Sanders und Kirk DeMikko

Einfach gestrickte Höhlenmenschen...

"The Croods" ist ein 3 D Computeranimationsfilm von Dream Works aus dem Jahr 2013. Die Regie führten Chris Sanders und Kirk DeMikko, die auch das Drehbuch verfassten. Die Helden der Geschichte sind Höhlenmenschen und sofort kommen auch Fred und Wilma Feuerstein sowie Betty und Barney Geröllheimer in den Sinn. In Punkto Komfort gibts aber einen deutlichen Unterschied zu den Flintstones, denn die Croods leben immer auf der Flucht vor wilden Tiermonstern oder Umweltkatastrophen. Der sicherste Ort für Papa Crood ist daher das Abtauchen in eine Höhle. Grug, so heißt das Oberhaupt ist ein überfürsorglicher Höhlenmensch und zudem Uggas Ehemann. Die beiden haben drei Kids: Eep, Thug und die kleine Sandy. Ausserdem gehört Gran, Uggas Mutter zur Familie.
Sie überleben mehrere Naturkatastrophen, da der überfürsorgliche Vater Grug niemanden die Höhle verlassen lässt, außer für kurze Zeit, um Nahrung zu sammeln. Eep, seine Teenagertochter, liebt ihre Familie, rebelliert aber häufig gegen Grugs Vorschriften. Eines Nachts schleicht sich Eep hinaus, nachdem sie ein Licht gesehen hat, und begegnet einem modernen Menschenjungen namens Guy und seinem Faultier Belt, die eine Fackel gebaut haben. Er warnt sie vor einer bevorstehenden Apokalypse und bietet ihr an, ihr bei der Flucht zu helfen, aber Eep beschließt, bei der Familie zu bleiben. Guy hinterlässt ihr ein Muschelhorn, in das sie blasen kann, falls sie Hilfe braucht, aber als Eep zu ihrer Familie zurückkehrt, zerstören Grug und andere das Horn aus Angst vor dem "Neuen“. Ein Erdbeben zerstört die Höhle und das umliegende Land, und die Croods fliehen in einen Dschungel, den sie unterhalb ihrer Heimatberge entdecken...

 
Im Jahr 2013 wurden bundesweit 2.321.170 Besucher an den deutschen Kinokassen gezählt, womit der Film den 12. Platz der meistbesuchten Filme des Jahres belegte. "Die Croods" ist ein sehr unterhaltsamer Wohlfühlfilm, der vor allem auf Action und Humor setzt. 

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Guillermo del Toro´s "Pinocchio"


Regie: Guillermo del Toro

Die Marionette aus Holz...

Die düstere Geschcihte "Die Abenteuer des Pinocchio" von Carlo Collodis aus dem Jahr 1883 ist eines meiner Lieblingsmärchen. Es erzählt die Geschichte der zum Leben erwecketen, zunächst unartigen und frechen Holzmarionette. Sie wurde von dem betagten Holzschnitzer angefertigt und macht im Laufe der Geschichte einen Reifungsprozess durch.
Es gibt zahlreiche "Pinocchio" Verfilmungen. Hervorragend ist die Disney Zeichentrickfilmversion aus dem Jahr 1940 von Hamilton Luske und Ben Sharpsteen. Die 2019 von Matteo Garrone inszenierte Neuverfilmung darf man ebenso als Meisterwerk bezeichnen. Drei Jahre später hat sich der bekannte mexikanische Regisseur Guillermo del Toro an eine weitere Variante herangewagt. Sein "Pinocchio", den er zusammen mit dem leider kurz danach verstorbenen Mark Gustafson inszenierte,  ist ein optisch überwältigender Animationsfilm, der beiden Filmemachern den Oscar in der "Animationsfilmkategorie" einbrachte. Interessantweise hat del Toro die Geschichte ins faschistische Italien während des 2. Weltkriegs verlagert - sogar der "Duce" höchstpersönlich ist eine der Figuren des schillernden Films.
In Italien verliert der Holzschnitzer Geppetto im Ersten Weltkrieg seinen Sohn Carlo bei einem Luftangriff. Zwanzig Jahre später verwendet er in seiner Verzweiflung das Kiefernholz, das er in Carlos Grab gelegt hat, um eine Puppe zu basteln. Der Waldkobold erscheint mitten in der Nacht und erweckt die Puppe zum Leben. Er tauft sie Pinocchio, da die Puppe aus Kiefernholz ist, und beauftragt die kleine Grille Sebastian J. Cricket, der früher im Kiefernwald lebte, ihn moralisch zu führen und verspricht ihm im Gegenzug einen Wunsch. Geppetto wacht auf und erschrickt, als Pinocchio sein Haus erkundet und zerstört. Er hat genug von Pinocchios Mätzchen, da sein Neugeborener keine Selbstbeherrschung hat, und beschließt, den Jungen zur Schule zu schicken. Er schenkt Pinocchio ein Schulbuch, das früher Carlo gehörte. Auf seinem Weg wird Pinocchio vom Schausteller Graf Volpe und seinem Affen Spazzatura abgefangen, die Pinocchio zu einem Auftritt in ihren Zirkus bringen. Graf Volpe sieht in der sprechenden Holzpuppe ganz, ganz viel Geld. Geppetto kommt, um ihn zurückzuholen, was zu einer Konfrontation führt, die dazu führt, dass sie um ihn kämpfen. Und endet damit, dass Pinocchio tödlich vom Lastwagen des Podestà angefahren wird. Im Jenseits trifft er die Schwester des Waldkobolds, den Tod, die ihm erklärt, dass er unsterblich ist und wieder auflebt, wenn eine Sanduhr leer ist, und warnt ihn, dass er umso mehr Zeit im Jenseits verbringen wird, je öfter er stirbt. Nach seiner Rückkehr auf die Erde hört ein Armeeoffizier von Pinocchio und trifft sich mit Gepetto. Er sagt ihm, dass er andere ablenken könnte und dass er laut Gesetz in ein Militärjugendlager geschickt werden muss. Gepetto ist hin- und hergerissen, ob er Pinocchio in ein Jugendlager oder in den Zirkus schicken soll. Gepetto ist verärgert und Pinocchio beschließt, durch Auftritte im Zirkus Geld für Geppetto zu verdienen und der Einberufung in die Armee durch den Podestà zu entgehen, der glaubt, dass seine Unsterblichkeit ihn zum idealen Soldaten macht. Der eifersüchtige Spazzatura, der ehemalige Star, enthüllt Pinocchio, dass Volpe ihn angelogen hat, als er sagte, er würde die Hälfte ihres Gewinns an Geppetto überweisen. Als Volpe das hört, schlägt er Spazzatura brutal und verärgert Pinocchio, der in Anwesenheit von Benito Mussolini ein Lied singt, in dem er ihn verspottet. Mussolini lässt Pinocchio hinrichten und den Zirkus niederbrennen. Nach seiner Wiederbelebung wird Pinocchio vom Podestà zur Rekrutenausbildung gebracht, wo andere Jungen für den Krieg ausgebildet werden. Er freundet sich mit Candlewick, dem misshandelten Sohn des Podestà, an. Bei einem Trainingsspiel gewinnen Pinocchio und Candlewick unentschieden; der Podestà befiehlt Candlewick, Pinocchio zu erschießen, aber er weigert sich und leistet seinem Vater Widerstand. Das Trainingslager wird dann von alliierten Flugzeugen bombardiert, wobei der Podestà getötet wird, während die Jungen fliehen. Pinocchio wird von Volpe gefangen genommen, der versucht, ihn aus Rache für die Zerstörung seiner Karriere zu verbrennen. Spazzatura rettet Pinocchio und greift Volpe an, woraufhin alle drei von einer Klippe am Meer stürzen, wodurch Volpe stirbt. Auf See verloren werden Pinocchio und Spazzatura vom Furchtbaren Dornhai verschluckt. In seinem Bauch finden Pinocchio und Spazzatura Geppetto und Sebastian, die ebenfalls während ihrer Suche nach Pinocchio verschluckt wurden...

Die Geschichte ist bekannt, die kleine Holzpuppe entscheidet sich dafür den Vater zu retten. Dafür muss er aber seinen Vorteil als Unsterblicher abgeben und er führt die Rettung als sterblicher Junge aus. Zum Glück hat die Grille noch einen Wunsch frei. Der Film ist eine Netflix Produktion, die immerhin 109 Millionen Dollar in den Kinos einspielte. Es gibt eine Gemeinsamkeit mit del Toros früheren Meisterwerken "Devils Backbone" und "Pans Labyrinth", die ebenso wie "Pinocchio" eine Geschichte aus der Sicht von Kindern im Faschismus erzählen. Sicherlich ein Film zum Nachdenken, zumal das zentrale Thema "Vergänglichkeit" heißt.


Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Cars


Regie: John Lasseter

Route 66...

Regisseur John Lasseter erhielt bereits im Jahr 1989 seinen ersten Oscar für "Tin Toy" als bester animierter Kurzfilm. 1996 erhielt er einen Sonderoscar für den ersten animierten Computer-Kinofilm (Toy Story) und auch bei den Filmfestspielen in Venedig verlieh man ihm und seinen Berufskollegen Brad Bird, Pete Docter, Lee Unkrich und Andrew Stanton einen Goldenen Löwen. Im Jahr 2007 war sein Film "Cars" jeweils für den Oscar als auch für den Golden Globe in der Kategorie "Bester Animationsfilm" nominiert. Bei der Oscarwahl unterlag er "Happy Feed" - aber bei der Golden Globe Verleihung durfte er sich als strahlender Sieger feiern. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe im Zuge der #MeToo Bewegung schadeten ihm jedoch so sehr, dass er seine Funktion als künstlerischer Leiter bei den Disney Animations Studios ruhen ließ und 2018 die Trennung vollzogen wurde.
In den 2006 gedrehten "Cars" sind tatsächlich sämtliche Akteure Autos, die sich wie Menschen benehmen. Menschen kommen in dem Blockbusterhit nicht vor. Er spielte insgesamt 462 Millionen Dollar weltweit ein, was für einen 6. Rang in den US-Kinojahrescharts gut war. Er war damit der zweiterfolgreichste Animationsfilm des Jahres 2006 - nur "Ice Age 2 - Jetzt taut´s" lief noch besser. In Deutschland sahen sich 2,2 Millionen Zuschauer den Film im Kino an. In einer Welt voller anthropomorpher Fahrzeuge hat Lightning McQueen, ein talentierter, aber arroganter Rennneuling, beim letzten Rennen der Piston Cup-Saison 2006 und der Meisterschaft auf dem Motor Speedway of the South seine Gegner überholt, einen schweren Unfall vermieden und einen großen Vorsprung vor dem amtierenden (aber bald zurücktretenden) siebenfachen "Golden Boy“-Champion des Cups, Strip „The King“ Weathers, und dem mehrjährigen Zweitplatzierten Chick Hicks aufgebaut. Da er sich jedoch weigert, regelmäßig Boxenstopps einzulegen und neue Reifen zu holen, platzen seine abgenutzten Hinterreifen in der letzten Runde, wodurch er ins Schleudern kommt und schließlich über die Ziellinie kriechen muss, wobei er es gerade noch schafft, mit King und Chick in einem Fotofinish gleichzuziehen, indem er an der Ziellinie seine Zunge herausstreckt. Die Rennleitung gab bekannt, dass die drei Rennfahrer, da sie auch in der Gesamtpunktzahl der Saison punktgleich sind, in einem letzten Entscheidungsrennen antreten werden, das in einer Woche auf dem Los Angeles International Speedway in Kalifornien stattfinden wird, um den Champion zu ermitteln. Während er auf der Interstate 40 nach Westen fährt, wird Lightning von Mack, seinem Transporter, getrennt und verirrt sich auf der U.S. Route 66, während er versucht, ihn einzuholen, wodurch er die Aufmerksamkeit des örtlichen Sheriffs von Radiator Springs erregt. Es kommt zu einer Verfolgungsjagd, bei der Lightning durch einen Stacheldrahtzaun kracht und sich darin verheddert, wobei er einen Teil der Hauptstraße der Stadt beschädigt und dabei die Statue des Stadtgründers mit sich herumträgt. Lightning wird vor das Verkehrsgericht gebracht, wo die Anwältin der Stadt, Sally Carrera Lightning verteidigt. Er wird dazu verurteilt, die Straße mit "Bessie“, einer Asphaltiermaschine, neu zu asphaltieren. Er ist nur daran interessiert, wegzugehen und ist extrem wütend. Er unternimmt einen Fluchtversuch, der misslingt. Lightning hetzt durch seinen ersten Tag als Asphaltierer, nachdem er gehört hat, dass Chick Hicks als Erster zum Training für den Tiebreaker gekommen ist und die neue Straßenoberfläche so holprig, unbenutzbar, uneben und schlecht bespritzt ist. Statt sich zu entschuldigen, weiß Lightning nur, dass wenn diese doofe Arbeit getan ist, er dann endlich dieses Kaff verlassen kann. Die Stadt ist schockiert, wie schlecht die Straße aussieht, und ist beleidigt, wel Lightnings lapidarer Kommentar besagt, dass diese Straße perfekt zur Stadt passt. Als Sally wissen will, was passiert ist, sagt Lightning, man habe ihm gesagt, er könne gehen, wenn er fertig sei, aber Doc Hudson sagt, er solle die Straße reparieren, anstatt sie zu verschlechtern, und er wird angewiesen, sie abzukratzen und von vorne anzufangen. Als Doc Hudson Lightning einen Deal anbietet – Doc in einem Rennen zu schlagen und er dann gehen darf,  nimmt Lightning eifrig an. Er lässt Doc an der Startlinie im Staub zurück, verliert aber in der Kurve aus lockerer Erde die Kontrolle und stürzt den steilen Abhang runter  in ein Kaktusbeet. Während Hook, der Abschleppwagen der Stadt, Lightning aus dem Kaktusbeet zieht, in dem er gelandet ist, fährt Doc mühelos ins Ziel - was soviel heißt, dass Lightning weiterhin die Straße reparieren muss.  Lightning ist gezwungen von vorne zu beginnen. Im Laufe der folgenden Tage wird Lightning von Visionen heimgesucht, in denen Chick Hicks den Piston Cup gewinnt und das Sponsoring von Dinoco erhält. Mit der Zeit freundet er sich aber mit den Einwohnern der Stadt an und erfährt dabei mehr über die Geschichte der Stadt: wie Radiator Springs einst eine blühende Stadt war, bis die Fertigstellung der nahe gelegenen Autobahn die kleine Stadt umging und sie so ihres Geschäftsverkehrs und ihrer Besucher beraubte (und ironischerweise den vorbeifahrenden Besuchern die natürliche Schönheit der Landschaft entlang des alten Highways vorenthielt); wie Sally ihr wohlhabendes, aber unglückliches Leben als Anwältin in der Stadt hinter sich ließ; wie er von Hook in der Nacht das Traktorkippen lernt; und wie Doc Hudson einst selbst ein berühmter Rennwagen war, bis ein schrecklicher Unfall ihn ausser Gefecht setzte.  Als Lightning mit der Neuasphaltierung der Hauptstraße von Radiator Springs fertig ist, schließt er eine Bindung zu der Stadt und ihren Bewohnern. Anstatt sofort nach Kalifornien aufbrechen zu wollen (wie er es anfangs vorhatte), verbringt er den Tag damit, die Geschäfte der Stadt zu besichtigen, erhält dabei einen frischen Anstrich und neue Reifen, was ihm das Gefühl gibt, ein neuer Kunde und Bewohner zu sein, und nimmt am Abend an einer Kreuzfahrtparty teil. Doch plötzlich wird er von der Presse entdeckt und in seinem Truck Mack weggebracht, ohne auch nur die Chance zu haben, Radiator Springs Lebewohl zu sagen. Die Einwohner der Stadt sind traurig, ihn gehen zu sehen, und Sally ist wütend, als sie erfährt, dass es Doc war, der die Medien letztlich über Lightnings Aufenthaltsort informierte, denn sie hat sich in Lightning verliebt...

Der Höhepunkt des Films ist natürlich
das letzte große Rennen zwischen Lightning, The King und Chick beginnt mit dem, was die Rennkommentatoren das "Rennen des Jahrhunderts“ nennen. Lightning wird von seinen Erinnerungen an Radiator Spring abgelenkt. Er hat sich durch den Kontakt dort verändert und er beginnt seinen Egoismus zu hinterfragen. Es gibt eine ganze Reihe von klasse Nebenfiguren wie beispielsweise die Reifenspezialisten Luigi und Guido.
Randy Newman und James Taylor erhielten einen Grammy für das Lied „"Our Town“, das später für den Oscar für den besten Originalsong nominiert wurde.
"Cars" ist äusserst detailreich, tricktechnisch atemberaubend und feiert auch ganz nebenbei die legendäre "Route 66". Joe Ranft, der in "Cars" als Co-Regisseur ausgewiesen ist, starb leider bei einem Autounfall. Ihm wurde der Film gewidmet

Bewertung: 8,5 von 10 Punkten. 

CoCo - Lebendiger als das Leben


Regie: Lee Unkrich und Andrian Molina

 Dia de Muertos...

"CoCo - Lebendiger als das Leben" des Regisseur Lee Unkrich (Co-Regie: Adrian Molina) ist schon alleine wegen seinem Thema dem "Tag der Toten" (Dia de Muertos), dem bekannten mexikanischen Feiertag. Bei der 90. Verleihung der Academy Awards gewann der Film nicht nur in der Kategorie "Bester Animationsfilm". Auch der Song "Remember me" wurde prämiert.
Die Geschichte handelt von einem 12-jährigen Jungen namens Miguel, der versehentlich ins Land der Toten transportiert wird, wo er die Hilfe seines verstorbenen Ururgroßvaters, eines Musikers, sucht, um ihn zu seiner Familie zurückzubringen, damit die Familie ihr Musikverbot aufzuhebt.
In einer Rückblende wird die Familiengeschichte wieder lebendig: In der mexikanischen Stadt Santa Cecilia heiratet eine junge Frau namens Imelda einen Mann, der sie und ihre Tochter Coco schließlich verlässt, um eine Musikkarriere zu verfolgen. Als er nie zurückkehrt, verbietet Imelda ihrer Familie die Musik und eröffnet einen Schuhmacherbetrieb. Jahrzehnte später lebt Imeldas Ururenkel Miguel mit seinen Eltern und Verwandten, darunter der alten und kränklichen Coco, im Haus der Familie. Obwohl die Familie weiterhin Musik verbietet, liebt Miguel sie insgeheim und bringt sich selbst das Gitarrespielen bei, indem er sich Videos seines Idols, des verstorbenen Musikers Ernesto de la Cruz, ansieht. Am Tag der Toten stößt Miguel versehentlich die Ofrenda der Familie an und zerbricht einen Rahmen mit einem Foto von Imelda und der kleinen Coco. Er entdeckt einen versteckten Teil des Fotos, der seinen Ururgroßvater (dessen Kopf aus dem Foto gerissen wurde) mit Ernestos berühmter Gitarre in der Hand zeigt. Miguel glaubt nun, dies beweise, dass der berühmte Ernesto sein Verwandter sei, und erzählt seiner Familie aufgeregt von seinen musikalischen Ambitionen. Als Reaktion darauf zerstört Miguels Großmutter seine Gitarre. Verzweifelt bricht Miguel in Ernestos Mausoleum ein und nimmt seine Gitarre mit, um sie bei einem lokalen Talentwettbewerb einzusetzen. Sobald Miguel darauf klimpert, wird er für alle Lebenden unsichtbar. Er kann jedoch mit seinen toten Verwandten interagieren, die zu den Feiertagen aus dem Land der Toten zu Besuch sind. Als sie ihn mitnehmen, stellen sie fest, dass Imelda sie nicht besuchen kann, da Miguel ihr Foto aus der Ofrenda entfernt hat. Miguel erfährt auch, dass er verflucht ist, weil er die Toten bestohlen hat: Er muss einen Familiensegen erhalten, um vor Sonnenaufgang in die Welt der Lebenden zurückkehren zu können, sonst bleibt er für immer im Land der Toten. Imelda bietet ihm einen Segen unter der Bedingung an, dass er die Musik aufgibt, aber Miguel lehnt ab und bittet stattdessen um Ernestos Segen. Miguel begegnet Héctor, einem vom Glück verlassenen Skelett, das einst mit Ernesto aufgetreten ist. Héctor bietet an, Miguel zu Ernesto zu bringen, im Austausch dafür, dass Miguel sein Foto auf eine Ofrenda stellt, damit er seine Tochter besuchen kann, bevor sie ihn vergisst, was dazu führen würde, dass er aus der Welt verschwindet. Héctor hilft Miguel, an einem Talentwettbewerb teilzunehmen, um Zutritt zu Ernestos Villa zu gewinnen, aber Miguel flieht, nachdem er von seiner Familie entdeckt wurde. Miguel schleicht sich in Ernestos Villa und wird von einem überraschten Ernesto begrüßt, aber Héctor erscheint und beschuldigt Ernesto, seine Lieder gestohlen zu haben. Während die beiden streiten, kommt Miguel langsam der Wahrheit auf die Spur: Ernesto und Héctor waren einst eine Musikgruppe am Rande des Ruhms, bis Héctor Heimweh bekam und versuchte zu gehen. Da Ernesto nicht in der Lage war, selbst Lieder zu schreiben, vergiftete er Héctor und stahl seine Gitarre und Lieder, um sie als seine eigenen auszugeben. Um sein Vermächtnis zu schützen, beschlagnahmt Ernesto Héctors Foto und lässt Miguel und Hctor in eine Cenote-Grube werfen. Dort erkennt Miguel, dass Héctor sein wirklicher Ururgroßvater und Coco Héctors Tochter ist. Nun will der Junge seiner Urgroßmutter CoCo sagen, dass ihr Papa wieder heim kommen wollte, aber ermordet wurde...

Mit dem Einspielergebnis von 814 Millionen Dollar landete "CoCo" in den Kinojahrescharts auf einem 13. Rang. In Deutschland sahen ca. 1,4 Millionen Zuschauer den Film im Kino. Hierzulande war dies der 19. erfolgreichste Film des jahres 2017. Der reich bebilderte Film ist zart und auch etwas makaber.
Die sachliche Darstellung der Interaktion der Toten mit den Lebenden sowie die Darstellung bestimmter Tiere wie Dante und Pepita strahlt einen Hauch der Filme des japanischen Meisters Hayao Miyazaki aus. Eine liebevolle Hommage an die mexikanische Kultur


Bewertung: 9 von 10 Punkten.

Die Abenteuer des Ichabod und Taddäus Kröte


Regie: James Algar, Jack Kinney und Clyde Geronimi

Eine manische Kröte und ein kopfloser Reiter...

"The Adventures of Ichabod and mr. Toad" von Walt Disney wurde 1949 gedreht. Ein Film, bei dem sich die Herren James Algar, Jack Kinney und Clyde Geronimi die Regiearbeit teilten. Das Kassenergebnis mit 1,6 Millionen Dollar war in Ordnung, aber verglichen mit dem Vorgänger "Drei Caballeros" eher enttäuschend...obwohl der Film, der aus zwei Teilen besteht, recht gute Kritiken bekam. Einige Kritiker meinten sogar, dass der Film bis dato zu den besten abendfüllenden Trickfilmen gehört, die aus dem Disney Studio hervorgingen. Part 1 gehört Taddäus Kröte, die Geschichte basiert auf dem berühmten Kinderbuch "Wind in den Weiden" von Kenneth Grahame. Part 2 zeigt Disneys Version der Erzählung "Die Legende von Sleepy Hollow" von Washington Irving.
"Wind in den Weiden" besitzt eine subtile, satirische Note in seiner Komik, die möglicherweise eher Erwachsene Zuschauer anspricht.  Irvings Gruselmär "Sleepy Hollow" wird jedoch mit Farbspritzern und breiten Strichen von Humor und Gewalt behandelt, die grundsätzlich alle Altersgruppen ansprechen werden. Zusammen ergeben sie ein solides Paket abwechslungsreicher Unterhaltung.
Disney produzierte erst wieder mit" Die vielen Abenteuer von Winnie the Pooh" (1977) einen weiteren Paketfilm.
Beide animierten Segmente des Films werden durch Realszenen eingeleitet, die als Rahmenhandlung in einer Bibliothek spielen. Das erste Segment wird im Originalfilm von Basil Rathbone eingeleitet und erzählt; das zweite Segment von Bing Crosby.
Der Wind in den Weiden:Im Jahr 1905 ist J. Thaddeus Toad (eine manische Kröte) in Großbritannien der reiche Besitzer des Anwesens Toad Hall in London, England, dessen Abenteuer und positive Manie für verschiedene Modeerscheinungen ihn an den Rand des Bankrotts gebracht haben. Einer von Toads Freunden, Angus MacBadger, ein Dachs, arbeitet freiwillig als Buchhalter, um Toad dabei zu helfen, das Anwesen zu verwalten, das der Stolz der Gemeinde ist. An einem Sommertag bittet MacBadger Toads beste Freunde, die Wasserratte und den Wassermaulwurf, ihn davon zu überzeugen, seine neueste Manie aufzugeben, nämlich rücksichtslos in einem von seinem Pferd Cyril gezogenen Wagen durch die Gegend zu fahren, wodurch er finanzielle Haftung für Sachschäden anhäuft. Ratte und Maulwurf konfrontieren Toad und versuchen erfolglos, ihn umzustimmen. Dann sieht Toad zum ersten Mal ein Auto und wird von Null auf 100 von einer Automanie erfasst. Um Ärger zu vermeiden, sperren Ratte und Maulwurf Toad in sein Schlafzimmer, aber er entkommt und wird bald des Autodiebstahls angeklagt. Bei seinem Prozess vertritt Toad sich selbst - er wird zu einer Haftstrafe verurteilt. Seine Freunde können jedoch seine Unschuld beweisen, allerdings müssen sie sich mit einer Gangsterbande von Wieseln herumschlagen...
Die Legende von Sleepy Hollow In den 1790er Jahren kommt Ichabod Crane in Sleepy Hollow an, einem kleinen Dorf außerhalb von Tarrytown, New York, um der neue Schulmeister der Stadt zu werden. Aufgrund seines seltsamen Aussehens und seiner femininen Art wird Ichabod ständig vom örtlichen Schläger Brom Bones veräppelt, baut jedoch ein gutes Verhältnis zu seinen Schülern und den Frauen des Dorfes auf. Ichabod lernt bald Katrina kennen und verliebt sich in sie. Sie ist die Tochter des reichsten Bauern der Stadt, Baltus Van Tassel, und Broms inoffizielle Verlobte. Obwohl Ichabod von Katrinas Schönheit besessen ist, will er vor allem das Geld ihrer Familie für sich selbst nehmen. Brom, der noch nie zuvor herausgefordert wurde, konkurriert weiterhin schlecht und unfair mit dem Schulmeister, aber Ichabod gewinnt Katrina bei jeder Gelegenheit für sich. Katrina ist davon fasziniert und benutzt Ichabod, um Brom zu necken, was ihn eifersüchtig und wütend macht. An Halloween werden sowohl Ichabod als auch Brom zum jährlichen Fest in Van Tassels Haus eingeladen. Auf der Party versucht Brom verzweifelt, Ichabod und Katrina auseinander zu bringen, aber alle seine Versuche gehen nach hinten los. Beim Abendessen entdeckt Brom, dass Ichabod extrem abergläubig ist, und beschließt, ihm mit der Geschichte vom kopflosen Reiter Angst einzujagen. Brom erzählt, dass der Reiter jedes Jahr an Halloween durch die Wälder zieht und nach einem lebenden Kopf sucht, um den verlorenen zu ersetzen. Der einzige Weg, ihm zu entkommen, ist, eine überdachte Brücke zu überqueren, an deren Ende er verschwinden wird. Katrina und alle Gäste finden die Geschichte amüsant, aber Ichabod ist eingeschüchtert. Als Ichabod von der Party nach Hause reitet, hat er Angst vor jedem Geräusch, das er hört. Seine Fantasie gewinnt die Oberhand und verstärkt seine Angst und Sorge, als er durch die Senke kommt, wo Gerüchten zufolge der kopflose Reiter erscheinen soll. Während er durch den alten europäischen Friedhof reist, glaubt Ichabod, das Geräusch eines unbekannten Pferdes zu hören, das auf ihn zugaloppiert, entdeckt jedoch, dass das Geräusch von nahen Rohrkolben verursacht wird, die gegen einen Baumstamm stoßen. Er und sein Ackergaul, der müde alte Gunpowder, beginnen zu lachen, aber ihr Lachen wird durch das Erscheinen des echten kopflosen Reiters unterbrochen, der auf einem feurigen schwarzen Pferd sitzt und eine Kürbislaterne trägt. Ichabod und Gunpowder rennen davon, der Reiter verfolgt sie; nachdem sie durch den Wald gejagt und fast enthauptet werden...

Der Film gewann einen Golden Globe für die beste Farbkamera (Bob Broughton und F. Bud Mautino). Auch heute noch weiß dieser eher unbekannte Disney Klassiker zu gefallen, ein echtes nostalgisches Vergnügen.

Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Sonntag, 25. August 2024

Disneys - Eine Weihnachtsgeschichte


Regie: Robert Zemeckis

Der hartherzige Ebenezer Scrooge...
 

Charles Dickens Verfilmungen eignen sich sehr gut als optimale Weihnachtsfilme. Die großartigsten Beispiele dafür sind David Leans beide Werke "Geheimnisvolle Erbschaft" (1946) und "Oliver Twist" (1948) sowie die brilliante und düstere Neuverfilmung durch Roman Polanski aus dem Jahr 2005 mit Ben Kingsley als Fagin. Oft thematisierte Dickens in seinen Romanen die Armut und die in seiner Zeit bestehende Kinderarbeit und Kinderkriminalität.  1843 verfasste Dickens die Erzählung "A Christmas Carol"  mit  der Absicht, die Aufmerksamkeit des Lesers auf die Not der Armen in der Gesellschaft Englands zu lenken und ein moralisches Zeichen zu setzen. Am 19. Dezember 1843 wurde das Werk erstmalig mit Illustrationen von John Leech veröffentlicht. In der Geschichte geht es um den herzlosen Geschäftemacher Ebener Scrooge, der sich während der Weihnachtstage von einem grantigen Geizhalz wieder in den gütigen, die Not der Menschen lindernden Menschen zurück verwandelt. Und da wir bei Weihnachtsfilmen sind, kommt die Neuverfilmung von Robert Zemeckis aus dem Jahr 2009 ins Spiel. Der Regisseur, der durch den oscarpreisgekrönten "Forrest Gump" seinen größten Welterfolg feiern konnte, begann ab dem Jahr 2004 mit seinem Faible für mit Motion Capture komplett computeranimiert hergestellte Filme und gleich seine erste Arbeit in diesem Bereich war ein Weihnachtsfilm. Auf den "Polarexpress" folgte die "Legende von Beowulf". "Charles Dickens Eine Weihnachtsgeschichte" komplettiert dieses Trio. In diesem Film fungiert Jim Carrey als menschliches Vorbild für die künstlich generierte Computerfigur Ebenezer Scrooge.  Der optisch hervorragend in Szene gesetzte 3D-animierte Fantasystreifen aus den Anfängen der viktorianischen Epoche zeigt in seiner ersten Szene den in seinem Sarg liegenden Jacob Marley, Der Mann ist tot, er starb am Heiligabend - er war Geschäftspartner, Weggefährte und einziger Freund des verbitterten Geizhalses Ebenezer Scrooge.  7 Jahre später: Wieder steht Weihnachten vor der Tür. .  Ebenezer, der immer noch voller Kälte ist und seine furchtbare Kälte überall verbreitet ist  der alleinige Inhaber des Warenhauses "Scrooge and Marley" und hat einen Angestellten, diesen Bob Cratchit (Gary Oldman) behandelt er mit eiserner Strenge. Er muss ihm wohl für den Weihnachtstag einen bezahlten Tag freigeben, was dem Geizkragen aber extrem sonderlich schwer fällt. Wie jedes Jahr bekommt der hartherzige alte Mann Besuch von seinem Neffen (Colin Firth), der ihn einmal mehr dazu bewegen will gemeinsam das Weihnachtsfest zu feiern. Doch wieder erhält die gute Absicht eine vernichtende Absage. Die kassieren auch zwei Gentlemen, die Spenden für die Armen sammeln. Kommt ja gar nicht in Frage, denn wozu gibt es Gefängnisse und Armenhäuser in der Stadt. Sollen die sich doch um das Gesindel kümmern. Er will das Fest wieder wie immer alleine in seinem großen Haus feiern, doch dann erscheint ihm der Geist seines verstorbenen Geschäftspartners Marley, der zu Lebzeiten noch geiziger war als Scrooge selbst und dieser warnt ihn vor einem düsteren Ende, wenn er sein Leben nicht grundlegend ändern wird. Ausserdem kündigt er für die Festtage den Besuch von drei Geistern. Zuerst soll der Geist der vergangenen Weihnacht escheinen, danach steht der Besuch der gegenwärtigen Weihnacht an und zuletzt würde er von der künftigen Weihnacht heimgesucht...


so lässt die sentimentale Geschichte zuerst die Vergangenheit Revue passieren, nimmt danach Bezug auf den Ist-Zustand und malt ein logisch konsequentes Zukunftsszenario dazu aus. Diese Reise mit den Geistern führt - hoffentlich noch nicht zu spät - für die Veränderung der Figur. Dickens Werk enthält natürlich stark sozialkritische Töne, mit denen der Autor die Mißstände im England des 19. Jahrhundert anprangern wollte.
Dazu benutzt er den moralischen Zeigefinger, der allerdings im Falle von Ebenezer Scrooge auch bitter notwendig geworden ist.  Dickens Flair wirkt zu Weihnachten sehr großartig, es enthält aber auch trotz kritischen Tönen eine Menge Kitsch für den Zuschauer bereit. Und wann...wenn nicht an Weihnachten...ist man besonders empfänglich dafür. Robert Zemeckis setzt natürlich auch voll auf diese Schiene. Dies brachte ihm natürlich auch Kritik ein. So lobte man durchweg seinen Bilderfilm als berauschendes visuelles Vergnügen, warf aber auch vor, dass durch die vollendete Form der Inhalt gelitten hat. "Seelenlos" war eines der Attribute, die man dem Film bescheinigte - aber dies war schon bei seinen beiden früheren Filmen mit der Performance Capture Technik, in der alle Bewegungen und das Mienenspiel der Schauspieler gescannt und auf computeranimierte Figuren übertragen werden.
Dennoch dürften alle drei Filme Potential für spätere Klassiker haben, zwei davon sind sicherlich bald Stammgast im TV-Programm zwischen dem 24. und 26. Dezember. Die Kinokasse war in beiden Fällen gut gefüllt. "Polarexpress" brachte es auf 307 Millionen Dollar Einspielergebnis weltweit und "A Christmas Carol" steigerte sich sogar noch auf 325 Millionen Dollar.

Bewertung: 6,5 von 10 Punkten. 

Wall-E


Regie: Andrew Stanton

Eine Freundin für den Roboter...

Im Jahr 2008 entstand der Science-Fiction Animationsfilm "Wall-E" von Regisseur Andrew Stanton. Es war der neunte Animationsfilm von Pixar für Walt Disney. Die Vorgänger "Toy Story", "Das große Krabbeln", "Toy Story 2", "Monster AG", "Findet Nemo", "Die Unglaublichen", "Cars" und "Ratatouille" waren allesamt echte Blockbuster und "Wall-E" stand mit einem Umsatz von 532 Millionen Dollar seinen Vorgängern in nichts nach. Er war der der neunterfolgreichste Film des Jahres in den USA, in Deutschland landete er sogar auf Platz 6 in den Kinojahrescharts. McCarthy, der Kritiker von Variety nannte den Film sogar "Pixars neuntes Wunder in Folge". Bis dahin war es sicherlich der originellste Film von Pixar überhaupt. Er hat Herz, Seele, Geist und Romantik von Hollywoods "Silent Movies" übernommen, das Thema des Films spricht sicherlich auch Erwachsene an. Ein liebenswerte Hauptfigur ist dieser Wall-E, der Verdichtungsroboter, der nach 700 Jahren des Müllaufräumens inzwischen das Bewusstsein erlangt hat und nun der Einzige ist, der noch auf der Erde funktioniert. Eine Kakerlake namens Hal begleitet ihn, ein Indiz dafür, dass es auf diesem kargen Müllhaufen von Erde doch noch so etwas wie Leben geben könnte. Wall-E sammelt Kleinigkeiten aus dem Müll und stellt sie bei sich zu Hause aus, wo er eine des Musicals von "Hello Dolly" sehr oft ansieht. Dort tanzen die Menschen und dort verlieben sich am Ende zwei Menschen.
In dieser fernen Zukunft ist die Erde durch Umweltverschmutzung aufgrund des gesteigerten Massenkonsums und der daraus resultierenden Vermüllung schon lange unbewohnbar. Die Menschen haben die Erde bereits Jahrhunderte vorher in autarken Raumschiffen verlassen. Nur diese Müllroboter wie "Wall-E" einer ist blieben auf dem einstmal blauen Planeten um dort aufzuräumen. Doch mittlerweile ist das Jahr 2805 angebrochen
Eines Tages wird WALL·Es Routine, Müll zu komprimieren und interessante Objekte zu sammeln, durch die Ankunft einer unbemannten Raketensonde unterbrochen, die einen eiförmigen Roboter namens Extraterrestrial Vegetation Evaluator (EVE) an Bord hat und den Planeten nach Anzeichen nachhaltigen Lebens absuchen soll. Wall-E ist hingerissen von dem schnittigen, außerweltlichen Roboter, und die beiden beginnen eine Verbindung aufzubauen, bis EVE in den Standby-Modus wechselt, als Wall-E ihr seinen neuesten Fund zeigt: einen lebenden Setzling. Das Sondenschiff kehrt schließlich zurück und sammelt EVE und die Pflanze ein, wobei Wall-E sich aus Angst, sie zu verlieren, festklammert. Das Sondenschiff kehrt dann zu seinem Mutterschiff zurück, dem Sternenschiff Axiom. In den Jahrhunderten, seit die Axiom die Erde verlassen hat, sind ihre Passagiere aufgrund der Mikrogravitation und Faulheit zu hilfloser Fettleibigkeit verkommen, während Roboter ihnen jeden Wunsch erfüllen. Sogar Captain B. McCrea ist es gewohnt, sich zurückzulehnen, doch dieser Setzling setzt auch in ihm eine gewisse Hoffnung frei - ist die Erde nach sovielen Jahren wieder bewohnbar ? Er will den Befehl geben zur Erde zurückzukehren. 
Daran wird er aber von Otto gehindert, der schon lange den Befehl erhalten hatte, nie zur Erde zurückzukehren, da die Wissenschaftler und die Regierung bereits im Jahr 2110, fünf Jahre nach Beginn der Aktion, meinten, die Erde würde nie wieder bewohnbar werden. Aus diesem Grund hat Otto sich auch dazu entschlossen, die Pflanze zu beseitigen, damit sie nicht zum Anlass für die Rückkehr zur Erde wird....

Ab hier wird "Wall-E" zu einer Hommage von Stanley Kubricks "2001 - Odyssee im Weltraum" - Otto ist ein Verwandter von Hall 9000.
Gerechterweise gewann "Wall-E" den Oscar für den besten Animationsfilm und wurde auch in den Kategorien "Bestes Originaldrehbuch", "Filmmusik", "Song", "Tonschnitt" und "Ton" nominiert. Trotz der apokalyptischen Szenerie ist der Film voller Optimismus. Bei der BBC Umfrage über die bedeutendsten Filme des neuen Jahrhunderts wurde "Wall -E" auf Platz 29 gewählt.

Bewertung: 9,5 von 10 Punkten

Minions


Regie: Kyle Balda und Pierre Coffin

Lakaien des Bösen...

Fast 7 Millionen Deutsche sahen "Minions" im Jahr 2015 im Kino. Damit landete der 3-D Animationsfilm von Kyle Balda und Pierre Coffin auf Platz 4 der deutschen Kinojahrescharts. Nur "Star Wars - Das Erwachen der Macht", "Fuck ju Göthe 2" und "Spectre" waren noch erfolgreicher. Weltweit konnte die Riesensumme von 1,159 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet werden, was ihn zu dieser Zeit zum zweiterfolgreichsten Animationsfilm aller Zeiten machte.
Das Haupttrio des Films - Kevin, Bob und Stuart - trat 2016 bei der 88. Oscarverleihung auf, bei der sie den Preis für den besten animierten Kurzfilm verliehen. Während seiner Präsentation für den besten Film nannte der englische Komiker Sacha Baron Cohen die Charaktere als Reaktion auf den Mangel an Vielfalt "hart arbeitende kleine gelbe Leute mit winzigen Schwänzen“
Minions sind kleine gelbe Wesen, die wie Pillen aussehen und schon seit Urzeiten existieren. Vom gelben Eizeller entwickelten sie sich zu einer Lebensform: Loyale Diener, Gehilfen und Lakaien für den größten Schurken zu sein. So waren sie in der Urzeit einem T-Rex hörig, es folgte ein muskulöser Steinzeitmensch, Pharao, ein Dschinghis Khan, im Mittelalter Graf Dracula bis hin zu Napoleon. Aber sie verloren durch Missgeschicke ihre Herren - dadurch entschieden sich diese Wesen sich von der Welt zu isolieren und fanden eine Eishöhle, in der sie nun schon seit geraumer Zeit leben.
Dies veranlasst drei Minions – Kevin, Stuart und Bob –, sich auf die Suche nach einem neuen Herrn zu machen, dem ihre Brüder folgen können. Die drei reisen 1968 nach New York City und übernachten in einem Kaufhaus, wo sie auf eine versteckte Werbesendung stoßen, die für Villain-Con wirbt, eine Convention für alle Bösewichte in Orlando. Am nächsten Tag trampen sie mit den Nelsons, einer Diebesfamilie. Auf der Tagung treffen sie Scarlet Overkill, die erste weibliche Superschurkin der Welt, die sie unerwartet anheuert und zu ihrem Haus in London mitnimmt. Sie rufen den Rest der Minions an, um sie zum Mitmachen zu bewegen. Scarlet plant, Königin Elizabeth II. die Imperial State Crown zu stehlen, und verspricht den Minions eine Belohnung, wenn sie Erfolg haben, droht ihnen aber auch, sie zu töten, wenn sie scheitern. Scarlets Ehemann Herb liefert ihnen Erfindungen, die ihnen bei dem Raub helfen sollen, aber sie werden beinahe erwischt, als sie in den Tower of London einbrechen. Während der anschließenden Verfolgungsjagd stößt Bob auf das Schwert im Stein und zieht das Schwert frei, um sich und seine Freunde zu verteidigen, wodurch die Königin vom Thron gestoßen und Bob zum neuen König gemacht wird. Wütend darüber, dass jemand anderes ihren Traum vom Thronraub erfüllt hat, stellt Scarlet Bob zur Rede, der freiwillig zu ihren Gunsten auf den Thron verzichtet. Unbeirrt sperrt Scarlet Kevin, Stuart und Bob in ein Verlies, wo Herb versucht, das Trio zu foltern, aber sie entkommen mit der Absicht, sich bei Scarlets Krönung bei ihr zu entschuldigen. Nachdem sie sich auf den Weg zur Westminster Abbey gemacht haben, unterbrechen Kevin, Stuart und Bob die Krönung, indem sie versehentlich einen Kronleuchter auf Scarlet fallen lassen. Scarlet hält den Unfall für einen Mordanschlag und befiehlt wütend die Hinrichtung des Trios....


Die Bosheit der Minions ist das Salz in der Suppe, obwohl sie ja nur Diener des Bösen sind. Der Animationsfilm wurde von Chris Meledandri und Janet Healy produziert und ist ein Spin-of von "Ich -einfach unverbesserlich" aus dem Jahr 2010 und "Ich einfach unverbesserlich 2" von 2013. Regie führten Pierre Coffin und Kyle Balda. Nach "Die Eiskönigin 2", "Die Eiskönigin" und "Die Unglaublichen 2" ist "Minions derzeit immer noch der vierterfolgreichste Animationsfilm überhaupt.

Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Der Illusionist

Regie: Sylvain Chomet Der Zauberer und seine Bewunderin... Während der große Jacques Tati seine Klassiker "Mon Oncle" und "T...