Mittwoch, 27. November 2024

Das große Rennen von Belleville

Regie: Sylvain Chomet

Von der Mafia entführt...

In dem französischen Animationsfilm "Das große Rennen von Belleville" (Originaltitel: Les Triplettes de Belleville) aus dem Jahr 2003 gibt es nur wenig Dialog und wurde von Sylvain Chomet inszeniert. Man könnte ihn beinahe als Gegenentwurf zu den harmonischen Verwandten von Walt Disney. Die Figuren der Geschichte sind eher hässlich und dennoch schafft es der Filmemacher, dass man sehr schnell mit ihnen mitfiebert . Ein nicht unerheblicher Anteil der Erzählung wird durch Gesang und Pantomine dem Zuschauer vermittelt. Die Optik ist brilliant. Gekonnt hat Chomet Anteile des neorealistischen Films mit den Kunstwerken von Dix und Grosz gekoppelt. Auch seine Verehrung für Jacques Tati wird im Laufe der Geschichte sichtbar.  Er erzählt die Geschichte von Madame Souza, einer älteren Frau, die sich auf die Suche nach ihrem Enkel Champion macht, einem Tour de France-Radfahrer, der von der französischen Mafia zu Glücksspielzwecken entführt und in die Stadt Belleville (ein Zusammenschluss von Paris, New York City, Montreal und Quebec City) gebracht wurde. Ihr Begleiter ist Champions treuer und dicker Hund Bruno, am Ende helfen auch die alt gewordenen Drillinge von Belleville, Varieté-Sängern aus den 1930er Jahren, die sie in der Stadt trifft und die wohl schon mit Fed Astaire getanzt haben. Der Film wurde von Publikum und Kritikern für seinen einzigartigen Animationsstil hoch gelobt und hat seitdem eine Kultanhängerschaft gewonnen. Auch die Oscar Academy war äusserst beeindruckt und "Das große Rennen von Bellevill" wurde für zwei Oscars nominiert – Bester Animationsfilm und Bester Originalsong für „Belleville Rendez-vous“.
 In Frankreich zieht Madame Souza ihren Enkel Champion auf, einen melancholischen Waisen. Sie sehen sich im Fernsehen eine alte Varieté-Show mit einem Sängertrio an, den Triplets of Belleville (Rose, Blanche und Violette). Als das Programm unterbrochen wird, fragt Souza Champion, ob der "Film“ zu Ende sei. Der lustlose Champion antwortet nicht und schaltet stattdessen auf ein Klavierkonzert um. Als Souza Champions Interesse an der Musik bemerkt, holt sie ein altes Klavier hervor und versucht, ihn zu unterhalten, aber Champion bleibt gleichgültig. Sie folgert daraus, dass Champion einsam ist, und kauft ihm einen Hund namens Bruno. Weder Bruno noch eine elektrische Eisenbahn können Champion aufmuntern, und der Hund hat keine anderen Interessen als Essen, Schlafen und Züge anbellen. Beim Aufräumen von Champions Zimmer entdeckt Souza ein Buch voller Fotos von Radfahrern. Sie kauft Champion ein Dreirad, und er wird zu einem besessenen Radfahrer. Einige Jahre später nimmt er an der Tour de France teil, als er von zwei Gangstern in einem Citroën-Van entführt wird. Sie bringen ihn und zwei weitere Teilnehmer über den Atlantik, während Souza sie auf einem Tretboot verfolgt. Als Souza mittellos und hungrig in den Vereinigten Staaten ankommt, werden er und der fettleibige Bruno von den inzwischen betagten Drillingen aus Belleville adoptiert und in ihre heruntergekommene Wohnung gebracht. Als das Abendessen endlich serviert wird, besteht es aus Froschsuppe und Froscheintopf, und zum Nachtisch gibt es Kaulquappen, die Violette gesammelt hat. Souza schließt sich ihrer Band an und spielt Fahrradspeichen wie ein Hackbrett, während ihre Harfe aus dem Kühlschrankregal, Zeitungsschlagzeug und der Dudelsack aus dem Staubsauger erklingen. Während der Show entdeckt Souza die Entführer. Mit Hilfe der Drillinge rettet Souza die Radfahrer, die gezwungen worden waren, einen Spielautomaten in die Pedale zu treten, und entkommt auf dem Tretboot, verfolgt von den Gangstern in Citroën-Limousinen...


An der Produktion waren mehrere Länder beteiligt: Frankreich, Belgien, Kanada und Großbritannien. Benoit Charest gewann einen Cesar für die beste Filmmusik und ingesamt spielte dieses äusserst schräge wie wunderschöne Animationsabenteuer 14,8 Millionen Dollar ein.



Bewertung: 9 von 10 Punkten. 

Die Hunde sind los

Regie: Martin Rosen

Auswegslose Flucht...

"The Plague Dogs" (deutscher Titel: Die Hunde sind los" aus dem Jahr 1982 ist die zweite Regiearbeit des britischen Regisseurs Martin Rosen, der mindestens genauso düster und verstörend ist wie Rosens Erstling "Watership Down". Beide Filme basieren auf Romanen des Schriftstellers Richard Adams (Die Hunde des schwarzen Todes) und wirken äusserst beklemmend. In "Die Hunde sind los" geht es um das Scheitern und den auswegslosen Überlebenskampf von zwei Versuchshunden gegen die Macht der Menschen, die gegenüber der Natur äusserst aggressiv und gewalttätig agieren. Wuff, ein Labrador-Mischling, und Snitter, ein Glatthaar-Foxterrier, sind zwei von vielen Hunden, die in einer Tierforschungseinrichtung im Lake District im Nordwesten Englands zu Versuchszwecken eingesetzt werden. An Snitters Gehirn wurden chirurgische Eingriffe vorgenommen (die Oberseite seines Kopfes ist vernarbt und mit Verbänden bedeckt), während Wuff wiederholt ertränkt und wiederbelebt wurde, um seine Widerstandskraft zu testen. Eines Abends zwängt sich Snitter unter dem Netz seines Käfigs hindurch und in Wuffs Käfig, wo sie feststellen, dass sein Käfig nicht verriegelt ist. Sie erkunden die Einrichtung, um zu entkommen, bis sie sich in den Verbrennungsofen schleichen, wo sie fast getötet werden, bevor sie schließlich entkommen. Zunächst erleichtert und begierig darauf, ihre neue Freiheit zu erleben, werden die Hunde bald nicht nur mit der Realität des Lebens in der Wildnis konfrontiert, sondern auch mit einer anderen, noch schrecklicheren Erkenntnis – sie werden von ihren früheren Entführern gejagt. Sie schließen Freundschaft mit Tod und dieser Tod bringt ihnen das Jagen in der Wildnis bei und verlangt dafür einen Anteil ihrer Beute. Snitter hofft auf ein neues Zuhause, da er einst einen Herrn hatte, aber nachdem er versehentlich einen Mann getötet hat, indem er auf den Abzug seiner Schrotflinte getreten ist, als er auf ihn kletterte, verliert Snitter die Hoffnung. Mit der Zeit magern die beiden Hunde ab und müssen immer mehr Futter stehlen, während sie gleichzeitig der Gefangennahme entgehen. Die Verhaltensweisen von Tod sind für die Hunde auch schwer zu verstehen und zu kooperieren. Als der Tod ein Nest mit Eiern findet, isst er sie alle selbst und macht Wuff wütend. Der Tod selbst missbilligt ihr riskantes Verhalten, wie das Töten von Hausschafen, die auf den Hügeln der Umgebung grasen. Sie gehen eine Zeit lang getrennte Wege, aber der Tod kehrt schließlich zurück, um ihnen zu helfen, indem er einen vom Labor angeheuerten Schützen ablenkt, der dann in den Tod stürzt. Die drei versöhnen sich und wandern ziellos umher. Das 3. Bataillon des Fallschirmjägerregiments und die Medien werden in die Verfolgung verwickelt, angetrieben von Gerüchten, dass die beiden Hunde die Beulenpest übertragen und Menschen und Schafe töten...



Es gibt zwei Versionen: die ursprüngliche britische Kinofassung (103 Minuten) und die bearbeitete US-Version (86 Minuten). Die meisten Änderungen wurden vorgenommen, um die Laufzeit zu reduzieren, aber eine war wegen des schockierenden Inhalts: Nachdem der angeheuerte Schütze Ackland von einem steilen Felsvorsprung stürzt und stirbt, von dem aus er versucht, die Hunde zu erschießen, fliegt ein Militärhubschrauber über die schneebedeckten Felsen und Täler und die Soldaten im Hubschrauber finden den Körper in Stücke gerissen vor, was darauf hindeutet, dass die verhungernden Hunde die Leiche gefressen haben.Der Film wurde am 17. Dezember 1983 in Seattle probegezeigt. Rosen hatte Schwierigkeiten, Verleiher für den Film zu finden, und so kam er am 9. Januar 1985 in begrenzter Stückzahl in die USA.Er behandelt seine Plague Dogs fast, als wäre es ein Realfilm. Er variiert die Szenerie und die Kamerawinkel fantasievoll.  Dieser animierte Abenteuer-Dramafilm wurde von Nepenthe Productions produziert und in den USA von Embassy Pictures und im Vereinigten Königreich von United Artists veröffentlicht. Der Film erschien in den USA ursprünglich ohne Alterseinstufung, wurde für die DVD-Veröffentlichung jedoch später aufgrund von Themen für Erwachsene wie Tierquälerei, Gewaltdarstellungen und emotional belastenden Szenen auf PG-13 hochgestuft. The Plague Dogs ist der erste nicht familienorientierte Animationsfilm von MGM und der erste Animationsfilm für Erwachsene des Studios. Für Kinder ist diese Geschichte ohne glückliches Ende eher weniger geeignet.


Bewertung: 9 von 10 Punkten.  

Der gestiefelte Kater 2 - Der letzte Wunsch


 Regie: Joel Crawford

Neun Leben...

 Im Jahr 2022 gelang zwei Animationsfilmen der Sprung in die Jahres Top 10 der erfolgreichsten Blockbuster. Platz 1 belegt "Minions: The Rise of Gru" mit 940 Millionen Dollar Umsatz und auf Platz 2 kam der zweite Teil von "Der gestiefelte Kater" (Puss in Boots) mit dem Zusatztitel "Der letzte Wunsch" (The last wish). Der Film von Joel Crawford spielte beachtliche 485 Millionen Dollar ein. Damit war er beinahe genauso erfolgreich wie sein Vorgänger aus dem jahr 2011, der auf ein Einspielergebnis von 555 Millionen Dollar kam. Beide Filme mit dem verwegenen Kater erhielten auch eine Nominierung für den Oscar in der Kategorie "Animationsfilm". Das Thema und der thematische Wert des Films wurden gelobt und erhielten Anerkennung von den Filmkritikern. Denn der dynamische Actionfilm zeigt den Tod als lebenden Antagonisten, der Puss in seinem letzten Leben verfolgt. Man sagt eine Katze habe 9 Leben und Puss hat bereits 8 Mal dem Tod ein Schnippchen geschlagen.  Puss besiegt den Tod jedoch nicht durch Kampf, sondern indem er lernt, die Unvermeidlichkeit des Todes zu akzeptieren, während er gleichzeitig dafür sorgt, das Leben in vollen Zügen zu genießen und lernt, die Menschen, die er liebt, an seinem Leben teilhaben zu lassen. Diese Metapher wurde von Kritikern bewertet und für ihre Eindringlichkeit gewürdigt Während er in der Stadt Del Mar eine Party veranstaltet, bezwingt der gestiefelte Kater einen Riesen, wird aber anschließend von einer Kirchenglocke zerquetscht. Nachdem der Kater sich erholt hat, rät ihm der Stadtarzt, sich zur Ruhe zu setzen, da er bereits acht seiner neun Leben verloren hat. Der Kater weigert sich zunächst, gibt aber nach, als er bei einem Duell mit einem Wolf im örtlichen Pub verwundet und entwaffnet wird. Von dem Ereignis traumatisiert, folgt der Kater den Anweisungen des Arztes zum Haus von Mama Luna, einer älteren Katzendame, und vergräbt seine Kleidung. Monate später freundet sich der Kater mit einem optimistischen kleinen Chihuahua an, der als Katze verkleidet ist und den er Perrito nennt. Goldlöckchen und ihre drei verwandten Bären kommen bald in Lunas Haus an und wollen den Kater anheuern, um ihnen zu helfen, eine Karte zu stehlen, auf der der Standort des Wunschsterns eingezeichnet ist. Sie gehen, nachdem sie sein scheinbares Grab gefunden haben, und der Kater beschließt, den Stern zu finden, um sich weitere neun Leben zu wünschen. Puss und Perrito begeben sich zum Fabrikversteck des korrupten Gebäckverkäufers und Sammlers magischer Artefakte "Big“ Jack Horner, der mit dem Stern die gesamte Magie der Welt kontrollieren will. Während er Horner die Karte stiehlt, begegnet Puss seiner verbitterten Ex-Verlobten Kitty Samtpfote, die die Karte für sich selbst nehmen will. Goldi, die Bären und Horner entdecken und verfolgen das Trio, als Puss in der Ferne kurz den Wolf sieht. Sie alle landen im Dunklen Wald, einer Taschendimension, die Illusionen der Erinnerungen von Reisenden manifestiert. Während des darauffolgenden Zusammenstoßes erleidet Puss eine Panikattacke und flieht, nachdem der Wolf wieder auftaucht, sodass Goldi Kitty die Karte abnehmen kann..


Man könnte sagen "Der Weg ist das Ziel", denn auf der Suche nach diesem Wunschstern kann sich der gestiefelte Kater wieder mit seiner Flamme versöhnen und einen neuen Freund, den kleinen Perrito, finden. Das hat natürlich nicht mehr allzu viel mit dem klassischen Märchen der Gebrüder Grimm zu tun. Es gelingt aber Botschaften der Selbstlosigkeit und Teamarbeit auf eine sehr subtile Weise zu vermitteln, die weder anbiedernd noch plump wirken. Im Grunde haben die Macher von Dreamworks beinahe schon eine nachdenkliche Meditation über die Unausweichlichkeit des Sterbens und des Todes inszeniert, auch wenn die lustigen und unbekümmerten Anteile am Ende überwiegen. In Deutschland war "Der letzte Wunsch" mit über 2 Millionen Zuschauer der siebterfolgreichste Film des Jahres 2022. 


Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 
 

Der Grinch (2018)


Regie: Scott Mosier und Yarrow Cheney

Der Weihnachtshasser...

Im Jahr 2000 wurde der Roman "Wie der Grinch Weihnachten gestohlen hat" von Theodor Seuss Geisel erstmalig verfilmt. Diese Realverfilmung wurde von Ron Howard inszeniert, in der Rolle des notorischen Weihnachtshasser konnte Jim Carrey sein komödiantisches Talent unter Beweis stellen. Der Film landete mit 346 Millionen Dollar Umsatz auf Platz 6 der US-Kinocharts des Jahres 2000 und erhielt bei der Vergabe der 73. Oscarverleihung den Preis für das Beste Make up und Hairstyling. Auch die Ausstattung und die Kostüme wurden nominiert. Illumiation und Universal wagten sich 18 Jahre später an eine Animationsfilm-Version. Regie führten Scott Mosier und Yarrow Cheney. In der Stadt Whoville freuen sich die Bürger namens Whos auf Weihnachten. Der einzige, der nicht begeistert ist, ist der mürrische, streitsüchtige Grinch mit dem grünen Fell, der mit einem "zwei Nummern zu kleinen Herzen“ geboren wurde. Er lebt mit seinem Hund Max in seiner Höhle und geht nur nach Whoville, um Lebensmittel einzukaufen und die Whos zu schikanieren. Eines Tages bemerkt die 6-jährige Cindy Lou Who, dass ihre Mutter Donna überarbeitet ist, weil sie versucht, für sich und ihre Zwillingsbrüder Buster und Bean zu sorgen. Cindy Lou beschließt zunächst, einen Brief an den Weihnachtsmann zu schicken, um ihrer Mutter zu helfen, aber nach einer Begegnung mit dem Grinch – der ihr sarkastisch sagt, dass sie, wenn die Angelegenheit so dringend sei, persönlich mit dem Weihnachtsmann darüber sprechen müsse – beschließt sie, zum Nordpol zu gehen, um mit dem Weihnachtsmann persönlich zu sprechen. Als Donna ihr sagt, dass eine Hin- und Rückreise zum Nordpol einen Monat dauern würde, beschließt sie stattdessen, mit Hilfe ihrer Freunde zu versuchen, den Weihnachtsmann einzufangen. Kurz vor Weihnachten geht ein Versuch des Grinchs, eine Baumbeleuchtungszeremonie zu ruinieren, schief, was dazu führt, dass er eine Rückblende auf seine unzusammenhängende Kindheit hat, die er allein und ungewollt in einem Waisenhaus verbracht hat. Da der Grinch diese Erinnerungen nicht ertragen kann, beschließt er bald, Weihnachten aus Whoville zu stehlen, um seine Not zu lindern. Er und Max besorgen sich ein dickes Rentier, das der Grinch Fred nennt, und stehlen einen Schlitten von seinem Nachbarn Bricklebaum. Nach einem Testlauf entdecken der Grinch und Max, dass Fred eine Familie hat, und der Grinch stimmt emotional zu, Fred mit ihnen nach Hause gehen zu lassen. Nachdem der Grinch sich als Weihnachtsmann verkleidet und Dutzende von Geräten gebastelt hat, die ihm bei seinem Plan helfen sollen, gehen er und Max, der den Schlitten an Freds Stelle zieht, an Heiligabend nach Whoville, um die Dekorationen und Geschenke zu stehlen. Er begegnet bald Cindy Lou, nachdem er in ihre Falle getappt ist. Ihre Bitte, ihrer Mutter bei der Arbeit zu helfen, und ihr Rat, dem Gesang der Whos zuzuhören, um seine Traurigkeit zu lindern, berührt das Herz des Grinchs. Trotzdem setzt der Grinch seine Mission fort und kann die Einsamkeit, die Weihnachten ihm gebracht hat, nicht loswerden. Nachdem sie alle Weihnachtsgeschenke und Dekorationen gestohlen haben, kehren der Grinch und Max zum Mount Crumpit zurück, um sie zu entsorgen. Die Whos wachen auf und sind schockiert und enttäuscht, als sie sehen, dass die Geschenke und Dekorationen verschwunden sind. Cindy Lou glaubt, dass sie wegen ihrer Falle schuld ist, aber Donna sagt ihr, dass sich Weihnachten nicht um Geschenke dreht und dass Cindy Lou das Beste ist, was ihr je passiert ist. Die Whos singen gemeinsam "Welcome Christmas“, was den Grinch verwirrt, als er sieht, dass sie trotz seiner Diebstähle Weihnachten feiern...


Ob dies das kalte, einsame Herz des Grinch ändern kann ? Diese Version spielte 540 Millionen Dollar ein. In Deutschland lockte dieses typisch amerikanische Weihnachtsmärchen mehr als 2 Millionen Zuschauer in die heimischen Kinos, am Ende des Jahres belegte "Der Grinch" Platz 8 der Kinojahrescharts. Ausserdem wurde er zum umsatzstärksten Weihnachtsfilm aller Zeiten. Puristen mögen davor zurückschrecken, diese Geschichte noch einmal zu sehen, aber "Der Grinch" verdient seine Lacher, hat auch seine Momente und seine Gefühle, die beide reichlich vorhanden sind



Bewertung: 7 von 10 Punkten.

Felidae

 Regie: Michael Schaack

Der Killer im Revier...

Der 1994 entstande "Felidae" ist sicherlich einer der interessantesten Animationsfilme aus Deutschland. Regie führte Michael Schaack, der sich von dem gleichnamigen Roman von Akif Pirnicci aus dem Jahr 1989 inspirieren ließ. Die Geschichte handelt von einem Serienmörder unter den beliebten Fellnasen, den Katzen und mit dem klugen und gelegentlich zynischen Kater Francis ist ein kompetenter Ermittler in diesen Fall involviert. Schaacks Inszenierungsstil erinnert ein bisschen an den Film Noir. Dieser Francis zieht mit seinem Besitzer Gustav Löbel, einem Liebesromanautor und ausgebildeten Archäologen, in ein dunkles, heruntergekommenes Haus. Aus der obersten Etage des Hauses strömt ein geheimnisvoller Geruch, der an Chemikalien erinnert. Während Francis' Erkundungsbesuch im Haus entdeckt er die Leiche einer Katze, die durch einen Biss in den Hals getötet wurde. Am Tatort trifft er auf Blaubart, einen spöttischen, groben, einäugigen und verstümmelten Maine-Coon, und freundet sich mit ihm an. Francis entdeckt bald eine zweite Leiche und bemerkt versteckt, dass die oberste Etage seines Hauses der Treffpunkt einer von Joker angeführten Katzensekte ist; Mitglieder der Sekte verehren ein Wesen namens Claudandus und begehen rituellen Selbstmord durch Stromschlag. Als die Sektenmitglieder entdecken, dass Francis sie beobachtet, jagen sie ihn über die Dächer der Stadt. Francis entkommt durch ein Dachfenster und trifft auf eine blinde Katze, Félicité, die ihm Informationen über die Claudandus-Sekte liefert. Am nächsten Tag nimmt Blaubart Francis mit zu Pascal, einem älteren, technisch versierten Kater. Pascal dokumentiert akribisch die Todesfälle von Katzen in der Region. Francis erfährt ungläubig, dass Félicité das jüngste Opfer auf der Liste ist und nun ihren Tod zur Kenntnis nehmen kann. In dieser Nacht wird Francis von einem Albtraum heimgesucht, in dem der Mönch und Genetiker Gregor Mendel ihm Rätsel und Hinweise aufgibt, um den Ursprung dieser Morde zu verstehen, in einer Horrorszene, in der sich Katzenleichen wie Tiere bewegen. Während einer Nagetierjagd entdeckt Francis eine Videoaufzeichnung, die die frühere Nutzung des obersten Stockwerks als Versuchslabor dokumentiert. Dieses Labor widmete sich der Forschung und Entwicklung eines Fibrinklebers und Gewebeklebers, der Wunden im Handumdrehen verschließt. Bei den Versuchspersonen handelte es sich größtenteils um Streunerkatzen, die in den meisten Fällen qualvoll an den Folgen fehlgeschlagener Tests starben. Die Katze, die die Experimente überlebte, wurde von den Labortechnikern Claudandus genannt. Claudandus wird den Cheftechniker des Projekts, Dr. Preterius, ermorden, wodurch die anderen streunenden Katzen entkommen und das Labor geschlossen werden kann. Claudandus erlangte daraufhin den Status eines legendären Märtyrers, der von der modernen Sekte verehrt wird. Nach und nach findet François die Katzen, die von den an den Experimenten beteiligten Tieren abstammen....


Dabei gilt es herauszufinden, wer hinter diesen Morden steckt. Abseits von Walt Disney entstand ein recht spannendes und auch gelungenes Filmexperiment - die Story gestaltet sich einfallsreich und auch recht verrucht. Der Film ist aufgrund seiner düsteren Atmosphäre, der Gewalt bestimmter Szenen und der Darstellung der Sexualität zwischen Tieren untypisch. Er nimmt Anleihen bei den Genres Film Noir und Horrorfilm und thematisiert Themen wie Tod, Evolution, Eugenik und Fortpflanzung als Mittel zum Aufbau eines reine Rasse.

Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Soul


Regie: Pete Docter

Im Davorseits...

Der Regisseur, Drehbuchautor und Animation Pete Docter hat bereits dreimal den Oscar für den besten Animationsfilm erhalten: 2010 für "Oben", 2016 für "Alles steht Kopf" und 2020 für "Soul". Alle drei Filme sind Meisterwerke und wurden in Gemeinschaftsarbeit zwischen Pixar und Walt Disney realisiert. Seine Message ist zutiefst lebensbejahend und knüpft mit seinem Fantasyanteil sogar an alte Hollywood Klassiker wie "Ist das leben nicht schön?" oder "Der Himmel soll warten" an. Dazu kommt viel Soul bzw. Jazz - diese alten Klassikerthemen werden hier erfrischend neu interpretiert. Die Geschichte handelt von Joe Gardner), einem Mittelschullehrer und aufstrebenden Pianisten, der nach einem Unfall ins Koma fällt und versucht, seine getrennte Seele und seinen Körper rechtzeitig für seinen großen Durchbruch als Jazzmusiker wieder zu vereinen. Der Film war an den Kinokassen leider ein Reinfall und spielte weniger ein als sein Budget, war aber auf Streamingdiensten ein Erfolg und erhielt äusserst gutes Kritikerlob.Die Story driftet dabei in viele unerwartete Richtungen ab, sodass sich sogar der unvermeidliche Schlußpunkt genau richtig anfühlt. Die Filmmusik von Trent Reznor, Atticus Ross und Jon Baptiste sorgt für eine stimmungsvolle Großstadtatmosphäre, in der das Leben richtig brodelt. Eine Botschaft über den Sinn des Lebens und das Finden eines Lebensziels. In New York City unterrichtet der Pianist Joe Gardner nebenberuflich Musik an einer Mittelschule und träumt davon, professionell Jazz zu spielen. Als er ein Angebot erhält, Vollzeit zu unterrichten, drängt ihn seine Mutter Libba, es anzunehmen, doch Joe sträubt sich. Joe erfährt, dass die berühmte Jazzmusikerin Dorothea Williams eine Stelle in ihrem Quartett frei hat, und spielt und spricht in einem Jazzclub vor. Dorothea ist von seinem Klavierspiel beeindruckt und engagiert ihn für die Show am selben Abend. Als Joe losgeht, wird er von seiner Aufregung abgelenkt und fällt in einen offenen Schacht. Joe findet sich als körperlose Seele wieder, die in ein Leben nach dem Tod namens "Großes Jenseits“ aufbricht. Da er nicht sterben will, versucht er zu fliehen, landet aber im „Davorseits“, einem Reich, in dem neue Seelen unter Anleitung von jenseitigen Beratern – alle mit Namen Jerry – und erfahrenen Seelen, die als Mentoren fungieren, auf das Leben auf der Erde vorbereitet werden. Jede neue Seele hat ein Abzeichen, das ihr den Übergang auf die Erde ermöglicht, sobald es vollständig mit Interessen und Persönlichkeitsmerkmalen ausgefüllt ist. Joe wird fälschlicherweise für einen Mentor gehalten und 22 zugeteilt, einer sturköpfigen Seele, die seit Tausenden von Jahren in diesem Davorseits ist und hofft, der Erde zu entgehen. 22 ist fasziniert von Joes Verzweiflung, zu einem unauffälligen Leben zurückzukehren, und willigt ein, dass Joe ihr hilft, ihren "Funken“ zu finden, der ihr Abzeichen vervollständigt und es Joe ermöglicht, damit nach Hause zurückzukehren. Nachdem Joes mehrere Versuche, 22 eine Leidenschaft zu vermitteln, fehlschlagen, besuchen sie eine Zone“, einen Ort, den Seelen betreten, wenn ihre Leidenschaften eine euphorische Trance auslösen, der jedoch zu einer Falle für besessene, verlorene Seelen wird. Sie treffen Moonwind, einen Schilderdreher, der regelmäßig die Zone betritt, um verlorene Seelen zu retten, und der dem Duo hilft, Joes seelenlosen Körper in einem Krankenhaus zu finden. Joe kehrt zur Erde zurück, bringt aber versehentlich 22 mit, und sie wachen in Joes Krankenzimmer in den falschen Körpern auf, wobei 22 Joes Körper und Joe den Körper einer Therapiekatze namens Mittens bewohnt. Sie finden Moonwind, der sich bereit erklärt, sich am Abend im Jazzclub zu treffen, um Joe in seinen Körper zurückzubringen. In der Zwischenzeit gewöhnt sich 22 an Joes Körper und beginnt, Gefallen an banalen Dingen wie Essen, Wind und Musik zu finden. Sie führt ergreifende Gespräche mit Libba, Joes Schülerin Connie und Joes Friseur Dez und vertieft so ihr Verständnis des Lebens. Unterdessen entdeckt Terry, das Wesen, das für das Zählen der Seelen zuständig ist, dass die Zählung falsch ist, und kommt auf der Erde an, um Joe zu finden....


Bei der Oscarverleihung erhielt der Film zwei Oscars (Bester Animationsfilm, beste Filmmusik) und eine weitere Nominierung in der Kategorie "Ton". Auch bei der Golden Globe Verleihung und bei den British Film Awards war der Film siegreich. Das American Film Institute wählte "Soul" zu einem der besten 10 Filme des Jahres 2020.

Bewertung: 8,5 von 10 Punkten. 
 

Rango

Regie: Gore Verbinski

Chamäleon Sheriff...

Im Jahr 2012 gewann "Rango" von Regisseur Gore Verbinski (Ring, Fluch der Karibik, A Cure for Wellness) den Oscar als bester Animationsfilm des Jahres. Der Film wurde von Nickelodeon Movies, Blink Wink und GK Films produziert, die CGI-Animationen erstellt Industrial Light & Magic, die sich sonst eher auf Spezialeffekte spezialistiert hatten. Verbinski macht zahlreiche Referenzen zu anderen Filmen, vornehmlich bei den Sergio Leone Klasikern "Für eine Handvoll Dollar", "Zwei glorreiche Halunken" oder "Spiel mir das Lied vom Tod". Die Bänkelsänger aus "Cat Ballou" kommen ins Gedächtnis, wenn eine Mariachi Band die Abenteuer des Chamäleons Rango singend und spielend kommentiert. Der Bösewicht der Geschchte Major John, eine kalifornische Gopherschildkröte" erinnert im Nu an einen der fiesesten Bösen der Filmgeschichte: Noah Cross aus "Chinatown", der im Polanski Film von John Huston dargestellt wurde. "Rango" spielte weltweit 245 Millionen Dollar ein - ein gutes Ergebnis, mit dem der Film auf Platz 24 der weltweiten Kinocharts landen konnte. Ein theatralisch veranlagtes Chamäleon strandet in der Mojave-Wüste von Nevada, nachdem sein Terrarium aus dem Auto seines Besitzers gefallen ist. Auf der Suche nach Schutz erfährt er von einer Stadt namens Dirt, die an den Wilden Westen erinnert und in der jeden Mittwoch durch ein geheimnisvolles Ritual das dort äusserst knapp gewordene Wasser einströmt. Das neunbindende Gürteltier namens Roadkill, das ihm dies erzählt ist ausserdem auf der Suche nach einem mystischen Wesen namens "Geist des Westens“ ist. Da das Chamäleon keine andere Wahl hat, macht es sich auf in die Wüste. Nach einer beinahe tödlichen Begegnung mit einem bösartigen Rotschwanzbussard trifft es die Wüstenleguanzüchterin Beans, die ihn nach Dirt bringt. Als es nach seiner Identität gefragt wird, stellt sich das Chamäleon den Stadtbewohnern als harter Herumtreiber namens "Rango“ vor und gerät schnell mit dem Monster-Gesetzlosen Bad Bill aneinander, der den Fremden zu einem Duell herausfordert, nachdem Rango es versehentlich in Brand gesteckt hat. Der Falke unterbricht das Duell und jagt Rango, der versehentlich einen leeren Wasserturm umstößt und den Falken zu Tode zerquetscht. Die Stadtbewohner glauben, dass er dies absichtlich getan hat, und loben Rango, der von Dirts altem Bürgermeister, einer Wüstenschildkröte, zum neuen Sheriff ernannt wird. Unterdessen befürchten die Stadtbewohner, dass der berüchtigte Revolverheld der Westlichen Diamant-Klapperschlange, Rattlesnake Jake, der Raubtiere wie diese fürchtet, nach dem Tod des Falken zurückkehren wird. Während einer Dürre braucht die Stadt dringend Wasser. Beans verlangt von Rango, herauszufinden, wohin das Wasser verschwunden ist. Dabei hilft er versehentlich einer Bande von Banditen unter der Führung eines Maulwurfs namens Balthazar, die Wasserversorgung zu stehlen, nachdem er sie für Goldsucher gehalten hat. Rango organisiert eine Truppe, die später den Bankier Johannes Merrimack III. ertrunken mitten in der Wüste findet. Die Truppe verfolgt die Räuber bis zu ihrem Versteck, wo sie gegen Balthazars Fledermaus-Clan um die gestohlene Wasserflasche kämpfen, bevor sie entdecken, dass sie leer ist. Obwohl Balthazar und seine Söhne, die Präriehunde Jedidiah und Ezekiel, beteuern, sie hätten sie so gefunden, werden sie in Gewahrsam genommen. Doch der wahre Gangster bleibt bisher im Dunkel...

Gore Verbinskis Animationsvariante ist anders und sehr eigenständig. Der Film punktet mit einem verrückten Humor und seinen skurrilen Figuren.
Es ist ein Film für echte Filmliebhaber, konzipiert als komischer Kommentar zum Genre im Stil von "Blazing Saddles" von Mel Brooks, der ebenso hinter den Kulissen versiert wie leicht im Sattel ist. Es gibt keine blutige Gewalt, aber es gibt sicher eine Parade großartiger Filmmomente für Filmfans.Eine Zeichentrickkomödie für intelligente Kinogänger, wunderbar gemacht, großartig anzusehen, boshaft satirisch und sicherlich auch für Erwachsene. Der Score wurde von Hans Zimmer komponiert, die Songs kamen von Los Lobos und von der Industrial Band Lard. Ausserdem sind klassiche Stücke von Richard Wagner und Johann Strauss zu hören.

Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Antz


Regie: Eric Darnell und Tim Johns

Die neurotische Ameise Z...

 "Antz" ist eine extrem neurotische Ameise, die im Originalfilm von Woody Allen gesprochen wird und folgerichtig ist in der deutschen Version Woody Allens Synchronstimme Wolfgang Draeger zu hören. Der Film fängt auch typisch ala "Stadtneurotiker" an, weil die stets alles hinterfragende Ameise Z gerade auf der Couch ihres Therapeuten über seine Gefühle spricht. Auf dieser Couch des Ameisen Psychiaters stottert Z über seine missliche Lage und sofort kommen Erinnerungen an die besten Filme von Woody Allen auf.  Diese ängstliche Arbeiterameise macht gerade eine existentielle Krise durch, weil ihn alle in der Kolonie, einschließlich seines Psychiaters, an seine Bedeutungslosigkeit erinnern. Als Z eines Abends in der örtlichen Bar ist, verliebt er sich in die Prinzessin der Kolonie, Bala, die inkognito mit zwei Dienerinnen die Bar besucht, um ihrem erdrückenden Leben als Königin zu entfliehen. Unterdessen erklärt die Ameisenkolonie einer eindringenden Termitenkolonie den Krieg, und es werden Soldaten ausgesandt, um die Eindringlinge zu bekämpfen. Um Bala wiederzusehen, tauscht Z mit seinem besten Freund, einer Soldatenameise namens Weaver, den Platz und tritt der Armee bei, wo er sich mit Stabsfeldwebel Barbatus anfreundet. Die Ameisen wissen nicht, dass General Mandible, der Anführer der Armee und Balas Verlobter, die der Königin der Kolonie treu ergebenen Soldaten heimlich in den Tod schickt, damit er einen Staatsstreich inszenieren kann. In der Schlacht werden alle außer Z von viel größeren, Säure spritzenden Termitenverteidigern getötet. Bevor er stirbt, sagt Barbatus Z, er solle selbst denken, statt blind Befehle zu befolgen. In der Zwischenzeit schließt sich Weaver der Grabungsmannschaft an und verliebt sich in Zs Kollegin Azteca. Z kehrt nach Hause zurück und wird fälschlicherweise als Kriegsheld gefeiert. Insgeheim unzufrieden gratuliert Mandible ihm und stellt ihn der Königin vor. Dort trifft Z Bala zum zweiten Mal, die ihn als Arbeiter erkennt. Z gerät in Panik und gibt vor, Bala als Geisel zu nehmen. Er flieht mit Bala, aber sie fallen schließlich durch einen Müllschlucker aus dem Ameisenhaufen. Als Flüchtling beschließt Z, nach Insectopia zu suchen, einem legendären Insektenparadies. Bala versucht, zur Kolonie zurückzukehren, schließt sich aber schnell wieder Z an, nachdem er einer Gottesanbeterin begegnet ist. Zs Akt der Individualität inspiriert die Arbeiter und einige Soldatenameisen und stoppt die Produktivität. Um die Kontrolle zu gewinnen, stellt Mandible Z öffentlich als egozentrischen Kriegsverbrecher dar, propagiert den Ruhm der Konformität und verspricht den Arbeitern Belohnungen für die Fertigstellung eines von ihm entworfenen "Megatunnels“. Mandibles Stellvertreter, eine fliegende Ameise namens Cutter, beginnt jedoch, an Mandibles ständigen Beteuerungen zu zweifeln, dass er zum Wohle der Kolonie handelt. Z und Bala stoßen auf ein Menschenpicknick, das sie mit Insectopia verwechseln. Sie sind verblüfft über die Verpackungen der Speisen, aber Muffy und Chip, ein liberales Wespenpaar, freunden sich herablassend mit ihnen an und versuchen, die Verpackungen aufzubrechen. Sie werden von einem Menschen, einem Teenagerboy gestört, der Muffy mit einer Fliegenklatsche tötet und versucht, die Ameisen mit einem Schuh zu zerquetschen. Z rettet Bala aus dem Turnschuh und die beiden Ameisen finden schließlich Insectopia, einen Mülleimer, der mit verrottendem Essen überfüllt ist. In der Zwischenzeit erfährt Mandible nach dem Verhör von Weaver, dass Z nach Insectopia sucht, und schickt Cutter los, um den angeblichen Staatsfeind zu finden...


"Antz" war sozusagen der direkte Dreamworks Konkurrenzfilm von Walt Disney/Pixars "Das große Krabbeln". In beiden Filmen ist eine Aussenseiter-Ameise der Held der Geschichte. "Antz" unterlag leider mit 171 Millionen Dollar Umsatz seinem filmischen Verwandten, der mehr als das Doppelte (ca. 363 Millionen Dollar) einspielte. Qualitativ sind beide Filme gleich gut geworden, die Regie von "Antz" teilten sich Eric Darnell und Tim Johnson.

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Aristocats


Regie: Wolfgang Reitherman

Der Weg zurück nach Hause...

Der Walt Disney Klassiker "Aristocats" kostete damals im Jahr 1970 insgesamt 4 Millionen Dollar, hat aber beim ersten Kinostart bereits 18 Millionen Dollar eingespielt. In Deutschland landete der Film auf Platz 1 der Kinojahrescharts. Fast 10 Millionen Deutsche haben seither eine Kinokarte bezahlt. 
 "Aristocats“ war 1971 mit 12,7 Millionen Eintrittskarten der meistbesuchte Film in Frankreich. Derzeit ist er der 20. umsatzstärkste Film aller Zeiten in Frankreich und spielte 3,6 Millionen Dollar an Kinokasseneinnahmen ein.
Im selben Jahr war der Film mit 11,3 Millionen Eintrittskarten der meistbesuchte Film in Deutschland. Derzeit ist er der elftumsatzstärkste Film aller Zeiten in Deutschland. Er war so sehr beliebt, dass es alle Jahre wieder zu einer Wiederaufführung des Zeichentrickfilmklassikers kam. 
Im Jahr 1910 leben die Katzenmutter Duchess und ihre drei Kätzchen Berlioz, Marie und Toulouse in Paris bei der pensionierten Operndiva Madame Adelaide Bonfamille und ihrem englischen Butler Edgar. Die Katzen sind verwöhnte Haustiere, die einen luxuriösen Lebensstil führen und, wie ihre Besitzerin, sehr kultiviert in Kunst und Musik sind. Während sie mit dem betagten Anwalt Georges Hautecourt ihr Testament aufsetzt, erklärt Madame, dass ihr riesiges Vermögen zuerst ihren Katzen vermacht und dann, sobald sie alle gestorben sind, an Edgar zurückfällt. Edgar hört dies durch ein Sprachrohr und plant, die Katzen zu beseitigen, nachdem er fälschlicherweise berechnet hat, dass er sterben wird, bevor er sein Erbe antreten kann. Er betäubt sie, indem er Schlaftabletten in eine Schüssel Sahne gibt, und fährt sie dann in einem Korb auf seinem Motorrad aufs Land. Dort wird er von zwei Hunden namens Napoleon und Lafayette überfallen und verliert seinen Hut, seinen Beiwagen, seinen Regenschirm, seine Schuhe und den Korb, bevor er entkommt. Die Katzen bleiben auf dem Land zurück, während Madame Adelaide, die Maus Roquefort und das Pferd Frou-Frou ihr Verschwinden bemerken. Am nächsten Morgen trifft Duchess einen Straßenkater namens Thomas O'Malley, der anbietet, sie und die Kätzchen nach Paris zu führen. Die Gruppe trampt kurz in einem Milchlaster, bevor sie vom Fahrer verjagt wird. Später, als die Katzen eine Eisenbahnbrücke überqueren, entgehen sie nur knapp einem entgegenkommenden Zug, und Marie fällt in einen Fluss. O'Malley springt sofort hinein und rettet sie. Er selbst wird von Amelia und Abigail Gabble gerettet, zwei englischen Gänsen im Urlaub. Die Gänse führen die Katzen an den Stadtrand von Paris und ziehen dann los, um sich mit ihrem betrunkenen Onkel Waldo wieder zu vereinen. In der Zwischenzeit kehrt Edgar aufs Land zurück, um seine Besitztümer (die einzigen Beweise, die ihn belasten können) von Napoleon und Lafayette zurückzuholen, und nach einigen Schwierigkeiten gelingt ihm dies schließlich. Auf ihrer Reise über die Dächer der Stadt treffen die Katzen O'Malleys Freund Scat Cat, der mit mehreren anderen Katzenmusikern das Lied „"Ev'rybody Wants to Be a Cat“ singt. Nachdem die Band gegangen ist, unterhalten sich O'Malley und Duchess auf einem nahegelegenen Dach, während die Kätzchen auf einem Fensterbrett zuhören. Duchess' Loyalität gegenüber Madame veranlasst sie, O'Malleys Heiratsantrag abzulehnen. Am nächsten Tag kehren Duchess und die Kätzchen zu Madames Villa zurück. Edgar findet sie vor Madame und steckt sie in einen Sack, um sie nach Timbuktu zu schicken. Auf Duchess' Anweisung holt Roquefort O'Malley ein, und O'Malley kehrt zur Villa zurück und schickt Roquefort los, um Scat Cat und seine Bande zu finden. Obwohl es ihm schwerfällt, den Straßenkatzen die Situation zu erklären, gelingt es Roquefort, sie O'Malley zu Hilfe zu bringen. O'Malley, die Straßenkatzen und Frou-Frou kämpfen gegen Edgar, während Roquefort Duchess und die Kätzchen befreit. Am Ende des Kampfes wird Edgar in seinen eigenen Umzugskarton gesperrt und selbst nach Timbuktu geschickt. Die Aristocats kehren zu Madame Adelaide zurück, die den Grund für Edgars Abreise nicht kennt und ihr Testament umschreibt, um ihn auszuschließen. Nachdem sie O'Malley in die Familie aufgenommen hat, gründet Madame eine Wohltätigkeitsstiftung, die Paris' streunende Katzen in der Villa beherbergt. Scat Cat und seine Bande ziehen als Erste ein und wiederholen ihr Lied so laut, dass die beiden Jagdhunde es auf dem Land hören können..


Mit "Aristocats" werden die Katzen gewürdigt und in Deutschland gab es die eher selten vergebene "Goldene Leiwand mit Stern". Die Geschicht macht richtig Spass und hat diesen unwiderstehlichen Charme, den viele alten Klassiker von Disney ausstrahlen.
Viele der alten Disney-Filme haben mittlerweile Kultstatus erreicht. Eltern machen sich dabei meistens keine Gedanken, schließlich sind die Filme ja kinderfreundlich, oder? Naja, es lohnt sich durchaus mal genauer hinzuschauen, so zumindest meinen einige Kritiker, die fragwürdige Darstellungen erkeneen bis hin zu eindeutig sexistischen oder rassistischen Inhalten. Bei "Aristocats" gabs folgenden Kritikpunkt: Die Liebesgeschichte zwischen der vornehmen Katzendame Duchesse und dem Straßenkater Thomas O’Malley kam 1970 auf die Leinwand. Dabei ist es aber nicht das ungleiche Paar, das für Kritik sorgt, sondern die Darstellung von O’Malleys Gangmitglied. Als sei sein Name nicht schon Hinweis genug, wurde bei "Shun Go"n durch das Malen von mandelförmigen Augen - abwertend auch als "Schlitzauge“ bezeichnet - deutlich gemacht, dass es sich bei dem Siamkater um einen Chinesen handeln soll. Verstärkt wurde das Stereotyp mit dem Essstäbchen, die er für das Klavierspielen benutzt und seinen Gesang, der fast nur aus einzelnen Wörtern mit China-Bezug wie "Shanghai“ und Honkong“ besteht. Der russische Kater Billy Boss sieht zudem aus wie Josef Stalin und Peppo soll mit seiner Ziehharmonika und einem roten Schal einen italienischen Womanizer verkörpern.Auf ersteres hat der Konzern 2019 auf seiner Plattform Disney+ reagiert: Zuerst wurden unter anderem die Filme "Peter Pan", "Dumbo", "Susi und Strolch", "Aristocats" und "Das Dschungelbuch" mit einem Hinweis im Vorspann versehen: "Dieses Programm enthält negative Darstellungen und/oder eine nicht korrekte Behandlung von Menschen oder Kulturen. Diese Stereotype waren damals falsch und sind es noch heute."  Soweit die Kritik und die m.E. unangemessene Reaktion darauf. Es ist m.E. völlig übertrieben, selbst aufgrund der zweifelhaften Einstellung von Disney selbst, der 1944 zu den Gründungsmitgliedern des antimsemitischen Verbands MPAPAI angehört und später auch zu den feurigsten Unterstützern von McCarthys Hexenjagd auf vermeintliche Kommunisten war.

Bewertung: 9,5 von 10 Punkten. 
 

Fantasia 2000


Regie: Don Hahn, Pixote Hunt, Hendle Butoy, Eric Goldberg, James Algar, Francis Glebas, Paul und Gaetan Brizzi

Disney Experimental..

 An der Herstellung von "Fantasia 2000" im Jahr 1999 waren mit Don Hahn, Pixote Hunt, Hendle Butoy, Eric Goldberg, James Algar, Francis Glebas, Paul und Gaetan Brizzi diverse Regisseure beteiligt. Das liegt natürlich daran, dass der gesamte Film aus 8 verschiedenen Sekmenten besteht, die jeweils mit klassischer Musik unterlegt wurden. Wie auch der erste "Fantasia" Film von Disney aus dem Jahr wurde der Nachfolger kein Erfolg an der Kasse. Schön anzusehen sind jedoch beide Filme: 

1.  Sinfonie Nr. 5 von Ludwig van Beethoven. Der Film beginnt mit dem Klang eines Orchesters, das seine Stimme stimmt, und Deems Taylors Einleitung aus Fantasia. Tafeln, die verschiedene Abschnitte aus Fantasia zeigen, fliegen durch den Weltraum und bilden das Bühnenbild für ein Orchester. Musiker nehmen ihre Plätze ein und stimmen ihre Stimmen, während Animatoren und Künstler an ihren Schreibtischen zeichnen, bevor James Levine sich dem Dirigentenpult nähert und den Beginn des Stücks signalisiert. Im eigentlichen Abschnitt erkunden abstrakte Muster und Formen, die Hunderten von bunten dreieckigen Schmetterlingen in Dutzenden von Magenta-, Rot-, Orange-, Gelb-, Grün-, Cyan-, Türkis-, Blau-, Indigo-, Violett-, Purpur-, Rosa-, Grau-, Weiß- und Brauntönen in verschiedenen Schattierungen, Farbtönen und Schattierungen ähneln, eine Welt aus Licht und Dunkelheit, während sie von einem Schwarm dunkelschwarzer fünfeckiger oder sechseckiger Fledermäuse verfolgt werden. Die Welt wird letztendlich von Licht und Farbe erobert.

2. Pines of Rome von Ottorino Respighi. Eine Familie Buckelwale kann fliegen. Das Kalb wird von seinen Eltern getrennt und gerät in einen Eisberg. Schließlich findet es mit Hilfe seiner Mutter den Weg hinaus. Die Familie schließt sich einer größeren Herde Wale an, die durch die Wolken fliegen und herumtollen und schließlich in den Weltraum auftauchen. Eingeleitet von Steve Martin, der kurz über Fantasias ursprünglichen Zweck berichtet, führt Itzhak Perlman den eigentlichen Abschnitt ein. 

3. Rhapsody in Blue von George Gershwin. Die Geschichte spielt im New York der 1930er Jahre und ist im Stil der bekannten Karikaturen von Al Hirschfeld aus dieser Zeit gestaltet. Sie handelt von vier Menschen, die sich ein besseres Leben wünschen. Duke ist ein Bauarbeiter, der davon träumt, Jazz-Schlagzeuger zu werden; Joe ist ein vom Pech verfolgter Arbeitsloser, der sich wünscht, einen Job zu bekommen; Rachel ist ein kleines Mädchen, das lieber Zeit mit seinen vielbeschäftigten Eltern verbringen möchte, als von seiner Gouvernante herumgefahren zu werden; und John ist ein geplagter reicher Ehemann, der sich nach einem einfacheren, lustigeren Leben sehnt. Der Abschnitt endet damit, dass alle vier ihren Wunsch erfüllt bekommen, obwohl ihre Geschichten miteinander interagieren, ohne dass einer von ihnen es weiß. Eingeleitet von Quincy Jones mit dem Pianisten Ralph Grierson. Klavierkonzert Nr. 2, Allegro, Opus 102 von Dmitri Schostakowitsch. Basierend auf dem Märchen

4. „Der standhafte Zinnsoldat“ von Hans Christian Andersen verliebt sich ein kaputter Spielzeugsoldat mit einem Bein in eine Spielzeugballerina und beschützt sie vor einem bösen Schachtelteufel.Im Gegensatz zur Originalgeschichte hat diese Version ein Happy End. Eingeleitet von Bette Midler mit dem Pianisten Yefim Bronfman. 

5. Der Karneval der Tiere (Le Carnival des Animaux), Finale von Camille Saint-Saëns. Ein Schwarm Flamingos versucht, ein Slapstickmitglied, das gern mit einem Jo-Jo spielt, zu zwingen, an den "langweiligen“ Nummern des Schwarms teilzunehmen. Eingeleitet von James Earl Jones mit Animator Eric Goldberg

6. Der Zauberlehrling (Reprise) von Paul Dukas. Basierend auf dem Gedicht "Der Zauberlehrling“ von Goethe aus dem Jahr 1797 ist dieser Abschnitt der einzige, der sowohl in Fantasia als auch in Fantasia 2000 vorkommt. Er erzählt die Geschichte von Mickey Mouse, einem Lehrling des Zauberers Yen Sid, der einige der Zaubertricks seines Meisters ausprobiert, bevor er weiß, wie er sie kontrollieren kann. Eingeleitet von Penn & Teller, anstatt wie im Originalfilm eine archivierte Aufnahme von Deems Taylor zu verwenden, der den Abschnitt einleitet. Die Szene, in der Mickey Levines Vorgänger Leopold Stokowski die Hand schüttelt, ist wie im Originalfilm, aber Mickey wird jetzt von Wayne Allwine statt von Walt Disney gesprochen.  

7. Dieses Outro führt direkt zum Intro von Pomp and Circumstance – Märsche 1, 2, 3 und 4 (auch bekannt als Land of Hope and Glory) von Sir Edward Elgar. Basierend auf der Geschichte von Noahs Arche aus dem Buch Genesis ist Donald Duck Noahs Assistent und Daisy Duck Donalds Freundin. Donald erhält die Aufgabe, die Tiere zur Arche zu bringen, und verfehlt, verliert und trifft dabei wieder auf Daisy. 

 8. Eingeleitet von James Levine.Feuervogel-Suite – Version von Igor Stravinsky aus dem Jahr 1919. Ein Elf wird von seinem Begleiter, einem Elch, geweckt und weckt versehentlich einen feurigen Geist der Zerstörung in einem nahegelegenen Vulkan, der den Wald und scheinbar auch den Elf zerstört. Der Elf überlebt und der Elch ermutigt sie, den Wald wieder in seinen normalen Zustand zu versetzen. Eingeleitet von Angela Lansbury...



Wie das Original kann man "Fantasia 2000" als einen experimentellen Beitrag der Disney Studios ansehen. Vor allem "Rhapsody in Blue" oder die "Noah" Szene sind sehr gelungen. Der Unterschied beider Film liegt auch in der Laufzeit. Während der Film von 1940 sehr lange dauerte, ist die Hommage mit 75 Minuten fast schon zu kurz und das Zielpublikum waren nicht die Kinder, sondern vielmehr die Erwachsenen. 


Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Der Illusionist

Regie: Sylvain Chomet Der Zauberer und seine Bewunderin... Während der große Jacques Tati seine Klassiker "Mon Oncle" und "T...