Freitag, 20. September 2024

Cap und Capper


Regie: Ted Berman, Richard Rich und Art Stevens

Unmögliche Freundschaft...

1981 verfilmten die Disney Studios den Roman "Fuchsspur - Geschichte einer Freundschaft" von Daniel P. Mannix. Im Original heißt der Roman und Verfilmung "The Hound and the Fox" - in den deutschen Kinos lief der Film unter dem Titel "Cap und Capper". Erzielt wurde ein Umsatz von ca. 63,5 Millionen Dollar. In Deutschland verkauften sich insgesamt etwas mehr als 5 Millionen Kinokarten, was dem Film die Goldene Leinwand einbrachte und zudem der umsatzstärkste Film des Jahres 1981 wurde.
Insgesamt ist "Cap und Capper" aber eher ein trauriger und nachdenklicher Film, auch wenn am Ende ein HappyEnd steht. Allerdings ein HappyEnd, dass auch einen Verlust bedeutete.
Die Geschichte zeigt, dass voreingenommene Einstellungen selbst die tiefsten Beziehungen vergiften können, und sein bittersüßes Ende übermittle dem Publikum eine starke und wichtige moralische Botschaft.[35] Roger. Trotz der bekannten technischen Qualitäten markiert dieser Film eine Art Aufbruch für das Disney-Studio und geht in eine interessante Richtung. Cap und Capper ist einer der relativ seltenen Disney-Zeichentrickfilme, der eine nützliche Lektion für das jüngere Publikum enthält. Es geht nicht nur um niedliche Tiere, gruselige Abenteuer und ein Happy End, sondern auch um eine recht nachdenkliche Betrachtung der Frage, wie die Gesellschaft unser Verhalten bestimmt...hier speziell in einer verbotenen und unmöglich erscheinenden Freundschaft.
Nachdem ein junger Rotfuchs verwaist ist, sorgen Big Mama, die Eule, und ihre Freunde, Dinky, der Fink, und Boomer, der Specht, dafür, dass er von einer freundlichen Farmerin namens Witwe Tweed adoptiert wird, die ihn Cap nennt. Unterdessen bringt ihr Nachbar, der Jäger Amos Slade, einen jungen Jagdhund namens Capper nach Hause und stellt ihn seinem Jagdhund Chef vor, der zunächst von ihm genervt ist, ihn dann aber liebgewinnt. Eines Tages treffen sich Cap und Capper und werden sehr schnell beste Freunde und schwören ewige Freundschaft. Amos ist frustriert, weil Capper ständig zum Spielen weggeht, und nimmt ihn an die Leine. Während Cap mit Capper vor seinem Fass spielt, weckt er versehentlich Chef. Amos und Chef jagen ihn, bis sie vonder Witwe Tweed aufgehalten werden. Nach einem Streit droht Amos, Cap zu töten, wenn er noch einmal sein Grundstück betritt. Die Jagdsaison kommt und Amos nimmt Chef und Capper für die Zwischenzeit mit in die Wildnis. In der Zwischenzeit versuchen Big Mama, Dinky und Boomer Cap zu erklären, dass Capper durch die Dressur bald sein Feind werden könnte. Er besteht jedoch naiv darauf, dass sie für immer Freunde bleiben werden. Im folgenden Frühjahr werden Cap und Capper erwachsen und wie erwartet steht die frühere Freundschaft bald auf der Kippe, denn Cappers Bestimmung ist es Füchse zu jagen...


Für die Regiearbeit war das Trio Ted Berman, Richard Rich und Art Stevens zuständig. In den USA wurde "Cap und Capper" mit dem Saturn Award 1982 als bester Zeichentrickfilm ausgezeichnet. Der Film über Verlust hat viel Herz und regt auch zum Nachdenken an.

Bewertung: 8,5 von 10 Punkten. 

Erinnerungen an Marnie


Regie: Hiromasa Yonebayashi

Das Mädchen aus dem Geisterhaus...

Die Japanischen Animes sind in der Regel düsterer und auch geheimnisvoller als ihre US-Zeichentrickfilmverwandten. Der 2014 von Hiromasa Yonebayashi für das Studio Ghibli gedrehte Film "Erinnerungen an Marnie" erinnert interessanterweise an die mystischen und geheimnisvollen 40er Jahre Hollywood Klassiker wie "Der unheimliche Gast" oder "Briefe aus dem Jenseits", denn der virtuos verbindende Vergangenheits- und Gegenwartsfilm erweist sich immer mehr als geisterhaft.
Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Joan G. Robinson aus dem Jahr 1967. Die Geschichte, die erzählt wird folgt dem Mädchen Anna Sasaki, während sie bei ihren Verwandten in einer Stadt in den Kushiro-Feuchtgebieten in Hokkaido wohnt.
Das zwölfjährige Mädchen hasst sich selbst und ist ein geringes Selbstwertgefühl. Bis vor kurzem lebte sie mit ihren Pflegeeletern Yoriko und deren Mann in der Großstadt Sapporo. Eines Tages erleidet Anna in der Schule einen Asthmaanfall. Auf Empfehlung des Arztes, Anna an einen Ort mit sauberer Luft zu schicken, beschließt Yoriko, sie die Sommerferien bei den Verwandten Setsu und Kiyomasa Oiwa verbringen zu lassen, die in einer ländlichen Küstenstadt zwischen Kushiro und Nemuro leben. Die Verwandten sind sehr nett und verständnisvoll, so dass sich das Mädchen schon sehr schnell sehr wohl fühlt.
Als sie durch die ihr unbekannte Umgebung läuft, findet sie an der Küste eine alte Villa, die unbewohnt ist. Das Gebäude zieht sie magisch an und daher watet sie durch das niedrige Wasser und besieht sich das verfallene Haus. Dort schläft sie im Garten ein und als sie aufwacht, kann sie wegen der mittlerweile eingetretenen Flut nicht zurück. Ein Mann nimmt sie mit seinem Ruderboot mit, und während sie davonfahren, brennen im Haus plötzlich alle Lichter. Kiyomasa und Setsu erzählen ihr, dass das Haus und ein nahes Silo seit langem ungenutzt sind. Gerüchten zufolge soll es dort spuken.
Das hält Anna aber keineswegs davon ab, das Haus erneut aufzusuchen. Anna sieht ein blondes Mädchen in dem Herrenhaus. In der Nacht des Tanabata-Festes trifft sie dieses Mädchen, die Marnie heißt. Die beiden vereinbaren, ihre Treffen geheim zu halten. Marnie lädt Anna zu einer Party in der Villa ein, wo sie Marnie mit einem Jungen namens Kazuhiko tanzen sieht. Anna zeichnet Marnie, während sie dort ist. Anna trifft Hisako, eine ältere Frau, die malt. Hisako bemerkt, dass Annas Skizzen wie Marnie aussehen, die sie kannte, als sie jung war. Eine Familie zieht in die Villa. Während des Einzugs trifft Anna ein Mädchen namens Sayaka, das ihr Marnies Tagebuch gibt, das in einer Schublade versteckt war. Nur langsam öffnet sich das Geheimnis um das blonde Mädchen Marnie...

Im Laufe des Sommers verbringt Anna mehr Zeit mit Marnie und erfährt die am Ende Wahrheit über Marnie, aber auch über ihre eigene Familie und Adoption. Der Film war die letzte Arbeit der im Mai 2016 verstorbenen Animatorin Makiko Futaki von Studio Ghibli. Es war auch der letzte Film, bei dem Hiromasa Yonebayashi für Ghibli Regie führte, bevor er das Studio verließ und zu Studio Ponoc wechselte
"Erinnerungen an Marnie" basiert auf dem Roman "When Marnie was there" von Joan G. Robinson. Dieser hervorragende Coming of Age Beitrag war auch der letzte Film des Studios, das sich danach für eine Umstrukturierung zunächst aus der Produktion von Kinofilmen zurückgezogen hat. Er spielte 36 Millionen Dollar ein und wurde in der Rubrik "Bester Animationsfilm" für einen Oscar nominiert.

Bewertung: 8,5 von 10 Punkten. 


Frozen 2


Regie: Chris Buck und Jennifer Lee

 Elsa und Anna im Zauberwald

"Frozen 2" aus dem Jahr 2019 wurde von dem Regieduo Chris Buck und Jennifer Lee inszeniert, die auch im ersten "Frozen" Film Regie führten. Mit dem Einspielergebnis von 1,453 Milliarden US-Dollar und gehört damit (Stand 09/24) zu den weltweit erfolgreichsten Filmen aller Zeiten. Mit diesem Umsatz ist "Frozen 2" sogar der erfolgreichste Zeichentrickfilm aller Zeiten, wenn man das Remake "König der Löwe" ausser Konkurrenz betrachtet.  Der Film spielte mehr ein als die Zeichentrickfilm-Blockbuster "Super Mario Bros", "Die Eiskönigin 1", "Die Unglaublichen", "Minions", "Toy Story 3", "ich - einfach unverbesserlich", "Findet Dorie" und "Zoomania", die alle ebenfalls die 1 Milliarden Marke überschritten haben.
König Agnarr von Arendelle erzählt seinen Töchtern Elsa und Anna, dass ihr Großvater, König Runeard, einen Vertrag mit dem benachbarten Stamm der Northuldra geschlossen hat, indem er in ihrer Heimat, dem Zauberwald, einen Damm baute. Es kam zu einem Kampf, der mit Runeards Tod endete und die klassischen Elemente des Waldes – Erde, Feuer, Wasser und Luft – in Rage brachte. Die Elemente verschwanden und eine Nebelwand hielt alle im Wald gefangen; Agnarr konnte nur knapp entkommen, unterstützt von einem unbekannten Retter. Drei Jahre nach ihrer Krönung feiert Elsa den Herbst im Königreich mit Anna, dem Schneemann Olaf, dem Eismann Kristoff und Kristoffs Rentier Sven. Eines Nachts hört Elsa eine geheimnisvolle Stimme, die sie ruft. Sie folgt ihr und weckt dabei unabsichtlich die Elementargeister, die alle im Königreich zur Evakuierung zwingen. Die Steintrollkolonie trifft ein und Grand Pabbie sagt den Schwestern, dass sie die Dinge in Ordnung bringen müssen, indem sie die Wahrheit über die Vergangenheit aufdecken sollen. Elsa, Anna, Olaf, Kristoff und Sven folgen der geheimnisvollen Stimme und reisen in den Zauberwald. Der Nebel teilt sich bei Elsas Berührung, während der Luftgeist als Tornado erscheint und alle in seinem Wirbel erfasst, bis Elsa ihn stoppt, indem sie den Wirbel in Eisskulpturen verwandelt, die Bilder aus der Vergangenheit ihres Vaters zeigen. Elsa freundet sich auch mit dem Feuergeist an, der ein aufgeregter magischer Salamander ist. Später begegnen sie den Northuldra und einer Truppe von Soldaten aus Arendell, die immer noch im Konflikt miteinander liegen. Anna und Elsa vereinbaren einen Waffenstillstand zwischen den Soldaten und den Northuldra, nachdem sie herausgefunden haben, dass ihre Mutter, Königin Iduna, eine Northuldranerin war, die den Arendellianer Agnarr gerettet hatte. Die Northuldra erzählen ihnen von einem fünften Geist, der die Menschen mit der Magie der Natur wieder vereinen soll. Während Kristoff und Sven bei den Northuldra bleiben, ziehen Elsa, Anna und Olaf weiter nach Norden. Sie finden das Schiffswrack ihrer Eltern und eine Karte mit einer Route nach Ahtohallan, einem mythischen Fluss, der die Vergangenheit erklären soll. Elsa bringt Anna und Olaf in Sicherheit und setzt ihre Reise allein fort....

Es wird viel gesungen und die schöne winterliche Atmosphäre des ersten Teils wurde hier deutlich minimiert und eingetauscht gegen eine Art "Mittelerde". So ist auch das Drehbuch konzipiert. Das Drehbuch erweist sich leider nicht als sonderlich spannend. Die Optik ist natürlich in jedem Disney Zeichentrickfilm hervorragend - so auch hier. Dennoch wirkt der Film sehr oft aufgesetzt und ein bisschen hat man das Gefühl, dass hier aus anderen Fantasy Filmen geklaut wurde. Auch die Songs sind alle ähnlich konzipiert, obwohl "Into the Unknown" sowohl Oscar- als auch Golden Globe Nominiert wurde. Die Originalsongs singt wie im ersten Teil Idina Menzel.
 
 Bewertung: 6 von 10 Punkten. 
 

Chicken Run


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Peter Lord und Nick Park

Gesprengte Ketten...

"Chicken Run" von Peter Lord und Nick Park spielte über 220 Millionen Dollar ein und wurde so zum umsatzstärksten Stop-Motion Animationsflm der Geschichte. Es war eine Produktion der Dream Work Animation, die ein Jahr später mit "Shrek" noch einen größeren Blockbuster schufen. Zur Weihnachtszeit des Jahres 2023 wurde auf Netflix die lang erwartete Forsetzung des Hühnerspektakels veröffentlicht. "Chicken Run" war auch bei den Kritikern ein Riesenerfolg, daher verwundert es nicht, dass der Animationsfilm im Jahr 2000 sogar in der Kategorien "Bester Film" für den Europäischen Filmpreis nominiert wurde.
Mit viel Humor auch Galgenhumor wurde das Leben von Hühnern auf einer Farm beschrieben, die zunächst vornehmlich mit den Eiern, die die Tiere legen, ihr Geld verdienten - sich aber dann eine Hühnerpastetenmaschine zulegen, um mit dem Fleisch der Hühner noch viel mehr Kohle scheffeln wollen.
Es ist also wirklich eine Frage von Leben und Tod, ob die Hühner in Chicken Run, diesem hervorragend gestalteten Animationsfilm, der wie kein anderer aussieht und klingt, von der Tweedy Chicken Farm entkommen. Wie der ansonsten völlig andere Film "Babe" verwendet dieser Film Tiere als Stellvertreter für unsere Hoffnungen und Ängste, und während die Hühner einen gescheiterten Fluchtversuch nach dem anderen durchlaufen, gewinnt uns der Charme des Films für sich Im Vereinigten Königreich war er mit einem Bruttoumsatz von 43 Millionen $ der dritterfolgreichste Film des Jahres.[41] Mit zusätzlichen 75 Millionen Dollar aus anderen Märkten erzielte der Film weltweit einen Bruttoumsatz von 224.834.564 Dollar. Der Film wurde mit einem geschätzten Budget von 42–45 Millionen Dollar produziert und war ein riesiger Kassenschlager. Bis heute ist er der Stop-Motion-Animationsfilm mit den höchsten Einspielzahlen.
Die Story spielt in der Landschaft von Yorkshire. Dort lebt eine Hühnerschar auf einer Eierfarm, die wie ein Kriegsgefangenenlager, ja sogar Konzentrationslager aufgebaut ist. Die Farm wird von der grausamen Mrs. Tweedy und ihrem unterwürfigen Ehemann Mr. Tweedy betrieben, die jedes Huhn töten und essen, das keine Eier mehr legen kann. Angeführt von der rebellischen Ginger ersinnen die Hühner ständig neue Fluchtversuche, werden aber immer gefangen. Mr. Tweedy vermutet, dass die Hühner organisiert sind und Widerstand planen, aber seine Frau weist seine Theorien zurück, während sie frustriert ist, weil sie nur minimale Gewinne macht. Eines Nachts wird Ginger Zeugin, wie ein amerikanischer Hahn namens Rocky Rhodes über die Zäune des Hühnerstalls gleitet und eine Bruchlandung hinlegt; die Hühner legen seinen verstauchten Flügel in Gips und verstecken ihn vor den Tweedys, denen Rockys Besitzer, ein Zirkus, eine schöne Belohnung für seine Rückkehr versprochen hat. Inspiriert von Rockys offensichtlichen Flugfähigkeiten bittet Ginger ihn, ihr und den anderen Hühnern das Fliegen beizubringen, damit sie entkommen können, und droht, die Menschen zu alarmieren, wenn er sich weigert. Rocky gibt ihnen widerstrebend Trainingsstunden. Eines Abends wird eine Ladung Ausrüstung auf die Farm geliefert, die die Teile für eine Hühnerpastetenmaschine enthält, die Mrs. Tweedy im Rahmen eines Plans bestellt hat, die Farm in eine profitable Pastetenfabrik umzuwandeln. Als die Tweedys die Futterrationen der Hühner erhöhen und den Rückgang der Eierproduktion ignorieren, schlussfolgert Ginger, dass der neue Plan des Paares darin besteht, die Hühner für die Schlachtung zu mästen. Nachdem Ginger und Rocky in einen Streit geraten, veranstaltet Rocky eine moralstärkende Tanzparty, bei der sich herausstellt, dass sein Flügel geheilt ist. Ginger besteht darauf, dass er am nächsten Tag das Fliegen vorführt, aber Mr. Tweedy baut die Maschine fertig zusammen und setzt Ginger für einen Testlauf hinein. Rocky rettet sie und sabotiert die Maschine, wodurch sie Zeit gewinnen, die Hühner zu warnen und eine Flucht von der Farm zu planen. Am nächsten Tag stellt Ginger fest, dass Rocky gegangen ist und einen Teil eines Posters zurückgelassen hat, das zeigt, dass er in Wirklichkeit Teil einer "Hühnerkanonenkugel“-Nummer ist und nicht in der Lage ist, selbst zu fliegen. Dadurch wird ihnen klar, dass ihre Chance, das Fliegen zu lernen, zerstört ist. Inmitten ihrer Verzweiflung wird Ginger von den Geschichten des alten Hahns Fowler über seine Zeit bei der Royal Air Force inspiriert, ein Flugzeug zu bauen, um von der Farm zu fliehen. Die Hühner bauen Teile für das Flugzeug zusammen, während Mr. Tweedy die Maschine zum Pastetenbacken repariert. Unterdessen stößt Rocky auf ein Plakat, das für Mrs. Tweedys Hühnerpasteten wirbt, und kehrt aus Schuldgefühlen auf die Farm zurück. Denn er hat sich auch in die rebellische Ginger verguckt...

Die Story erinnert an sehr viele Realfilmklassiker. Angefangen bei "Gesprengte Ketten" von John Sturges. Wie steve McQueen als Ausbruchskönig kommt auch Ginger immer wieder in Einzelhaft, natürlich hat sie den gleichen Ball wie seinerzeit Kultstar McQueen. Der Flugzeugbau hat Ähnlichkeiten mit Robert Aldrichs Klassiker "Flug des Phönix" - einschließlich dem Schlüsselsatz "Soll das heißen, dass Du noch nie ein echtes Flugzeug geflogen bist ?". In weiteren Szenen denkt man an "Stalag 17" oder "Das Reich der Sonne". Die Macher sind sicherlich richtige Filmfreaks und diese Begeisterung spürt man in diesem Animationsfilm, der inzwischen auch zu den Klassikern des Genres gehört.


Bewertung: 8 von 10 Punkten. 

Ralph reichts


Regie: Rich Moore

Eintöniger Job...

"Ralph reichts" heißt im Original "Wreck-it Ralph" und beschreibt den Alltag von Randale-Ralph, der nach 30 Jahren unzufrieden mit seiner Rolle als Bösewicht in einem Arcade Spiel ist. Er ist damit ein Seelenverwandter des kleinen Tramps Charlie Chaplin aus "Moderne Zeiten", der ebenfalls mit der Eintönigkeit einer modernen Arbeitswelt konfrontiert wird. Ein Mann, der sich nach dem ganzen beruflichen Alltagstrott nach etwas Neuem sehnt - Ralph sucht sogar ein neues Image. Er möchte ein guter Held sein. Der Film spielte 2012 ca. 495 Millionen Dollar ein. Er weckt Erinnerungen an einen der ersten Filme, die in der virtuellen Welt oder Computerprogrammen spielen und in denen die von den IT-Künstlern geschaffenen Figuren lebendig werden: "Tron" von Steven Liesberger aus dem Jahr 1982
Wenn Litwaks Arcade schließt, verlassen die Videospielfiguren ihre Rollen im Spiel und knüpfen über eine Steckdosenleiste namens Game Central Station Kontakte. Wreck-It Ralph, der Bösewicht des Plattformspiels Fix-it Felix, Jr., ist mit seiner zugewiesenen Rolle unzufrieden. Nachdem er von der 30-Jahr-Jubiläumsparty seines Spiels ausgeschlossen wurde, beschließt Ralph, eine Medaille zu gewinnen, in der Überzeugung, dass ihm das Respekt einbringen wird. Als Ralph erfährt, dass der Ego-Shooter Hero's Duty Medaillen vergibt, schleicht er sich in Hero's Duty ein und erhält eine Medaille, nachdem er an insektoiden Monstern namens Cy-Bugs vorbeigekommen ist. Ralph startet versehentlich in einem Rettungsshuttle mit einem Cy-Bug darin und stürzt in Sugar Rush ab, einem Kart-Rennspiel mit Süßwarenthema. Da Ralph weg ist, wird sein Spiel als "außer Betrieb“ gekennzeichnet und läuft Gefahr, vom Stromnetz getrennt zu werden. Fix-It Felix, Jr., der Held dieses Spiels verlässt das Spiel, um Ralph zu finden, und verbündet sich mit Sergeant Calhoun, der Heldin von Hero's Duty. Calhoun verfolgt den Cy-Bug, da sich Cy-Bugs außerhalb ihres Spiels wie ein Virus verhalten. Felix befürchtet, dass Ralph dasselbe Schicksal erleiden wird wie Turbo, der Protagonist des Rennspiels TurboTime, der neidisch auf den Erfolg eines neuen RoadBlasters-Automaten wurde und ihn befiel, was dazu führte, dass beide Spiele vom Netz genommen wurden. In Sugar Rush stiehlt die Rennfahrerin Vanellope von Schweetz Ralphs Medaille und kauft sich damit den Zugang zum nächtlichen Rennen, das bestimmt, welche Charaktere am nächsten Tag spielbar sein werden. King Candy, der Herrscher der Welt von Sugar Rush, verbietet ihr das Rennen, da sie ein Glitch ist. Vanellope verspricht, die Medaille zurückzugeben, wenn Ralph ihr zum Sieg verhilft; er hilft ihr beim Bau eines neuen Karts und bringt ihr das Fahren im Diet Cola Mountain bei. In der Zwischenzeit kommen Calhoun und Felix in Sugar Rush an, wo sie in "Nesquik-Sand“ fallen, gemeinsam versuchen zu entkommen und sich ineinander zu verlieben beginnen. King Candy hackt sich in Sugar Rushs Code, holt die Medaille zurück und gibt sie Ralph zurück. Er behauptet, wenn Vanellope eine spielbare Figur wird, wird ihr Glitch dazu führen, dass Sugar Rush als defekt gekennzeichnet und vom Stromnetz getrennt wird, und Vanellope wird sterben, da sie das Spiel aufgrund des Glitches nicht verlassen kann. Ralph beschließt, dass er Vanellope nicht an Rennen teilnehmen lassen kann, und zerstört ihr Kart, was sich aber sehr schnell als fataler Fehler herausstellt...

Am Ende schafft es der Antiheld, der bisher immer auf der Müllhalde schlafen musste und er wird zum Helden.
Überraschender Weise muss man die aufgegriffenen Videospiele weder kennen noch mögen, um dem Charme des Films zu erliegen. Das liegt daran, dass hier einfachste Pixelfiguren zu echten Charakteren verdichtet werden, die Story ist auch sehr originell und ein bisschen schrill. Die Machart ist dynamisch bis rasant und die Story lässt nur weniger ruhige Minuten zu. Bei der Oscar- und auch Golden Globe Verleihung wurde "Ralph reichts" in der Kategorie "Bester Animationsfilm"nominiert.


Bewertung: 7,5 von 10 Punkten. 

Persepolis


Regie: Marjane Satrapi und Vincent Parronaud

Ein Mädchen im Regime...

In der Antike war Persepolis die Hauptstadt des Perserreichs. Und nach dieser Stadt beannte die im Iran geborene und in Paris lebende Zeichnerin und Autorin Marjane Satrapi ihre Graphic Novel, die in 4 Bänden erschien und drei Jahre später im Jahr 2007 verfilmte sie gemeinsam mit dem Comiczeichner Vincent Parronaud ihren Comic als 2 D-Animation in Schwarzweiß. Lediglich einige kurze Sequenzen, die sich auf den Beginn neuer Lebensabschnitte beziehen, sind farbig. Inspiriert wurde die Machart vom US-Zeichner Art Spiegelmann (bekannt durch "Maus"). Erzählt wird eine Geschichte aus der Sicht von Marjane, die als Kind die Islamische Revolution im Iran miterlebt hat. Als kleines Mädchen ist sie Fan der Bee Gees und von ABBA, sie liebt Jeans und mag das Tragen von Kopftüchern nicht. Mit über 22 Millionen Dollar Einspielergebnis war der Film auch in den Kinos ein Erfolg. Bei der Verleihung des europäischen Filmpreis war "Persepolis" als bester Film nominiert. Auch bei der Golden Globe Verleihung wurde eine Nominierung als bester fremdsprachiger Film ausgesprochen. Bei der Oscarverleihung 2008 war "Persepolis" als bester Auslandsfilm (für Frankreich) im Rennen und kam immerhin in die Short List. In der Kategorie "Animationsfilm" konnte er sich unter die drei Nominierten platzieren und bei der 33. Verleihung der Cesars gabs für das beste Erstlingswerk und für das beste adaptierte Drehbuch zwei Auszeichnungen sowie weitere Nominierungen u.a. als bester Film. Am Flughafen Orly in Paris bereitet sich Marjane „Marji“ Satrapi darauf vor, ein Flugzeug nach Teheran zu besteigen, überlegt es sich jedoch im letzten Moment anders. Sie verbringt den ganzen Tag am Flughafen und denkt über ihr Leben vor ihrer Abreise nach Frankreich nach. Während der iranischen Revolution von 1979 gegen den Schah von Iran nimmt Marjis Mittelklassefamilie an den Kundgebungen teil, obwohl ihr die Teilnahme verboten ist. Marjis Onkel Anouche kommt nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis zum Abendessen und inspiriert Marji mit Geschichten aus seinem Leben auf der Flucht vor der Regierung. Der Schah wird abgesetzt und Wahlen für eine neue führende Macht beginnen; islamische Fundamentalisten gewinnen die Wahlen und setzen strenge islamische Gesetze durch, die Frauen dazu zwingen, sich "bescheiden“ zu kleiden und Kopftücher zu tragen. Anouche wird erneut verhaftet und wegen seiner politischen Überzeugungen hingerichtet. Im Laufe der Zeit fliehen viele Iraner ins Ausland. Der Iran-Irak-Krieg bricht aus und die iranische Regierung nimmt noch mehr soziale Freiheiten weg. Marjis Onkel Taher erleidet einen Herzinfarkt und muss für eine Operation nach England, aber nur Personen mit Genehmigung des Gesundheitsamts dürfen das Land verlassen. Als Marjis Tante um Erlaubnis bittet, erfährt sie, dass der Krankenhausdirektor ihr ehemaliger Fensterputzer ist, der inkompetent und der Religion unterwürfig ist. Marji und ihr Vater gehen zu Khosro, um einen gefälschten Pass zu bekommen. Khosro beherbergt Niloufar, eine Frau, die wegen ihrer kommunistischen Überzeugungen gesucht wird. Als Niloufar gefasst und hingerichtet wird, flieht Khosro. Taher stirbt danach. Als sie heranwächst, kauft Marji Heavy Metal-Musik auf dem Schwarzmarkt und trägt westliche Kleidung. Als sie die Lügen einer Lehrerin über Regierungsmissbrauch widerlegt, wird sie von der Schule verwiesen. Aus Angst vor ihrer Verhaftung schicken ihre Eltern sie auf ein französisches Gymnasium in Wien, um bei der besten Freundin ihrer Mutter zu leben. Marjane wird später in eine Pension mit katholischen Nonnen geschickt. Sie findet nur wenige Freunde und fühlt sich isoliert. Nachdem sie eine Nonne beleidigt hat, wird sie rausgeworfen. Sie zieht von Haus zu Haus, bis sie ein Zimmer bei Dr. Frau Schloss mietet, einer ehemaligen Lehrerin mit labiler Persönlichkeit. Eines Nachts, als sie eine Party verlässt, auf der sie gelogen hat, Französin zu sein, hört Marji die Stimme ihrer Großmutter, die ihr sagt, sie solle sich selbst treu bleiben. Sie entwickelt eine Beziehung zu Markus, die jedoch endet, als sie ihn dabei erwischt, wie er sie mit einer anderen Frau betrügt. Ihre Vermieterin beschuldigt Marji des Diebstahls und Marji geht. Sie verbringt den Tag auf einer Parkbank, denkt über ihre Taten nach und erkennt, dass sie nirgendwo hin kann. Nachdem sie einige Monate auf der Straße gelebt hat, erkrankt sie an Bronchitis und stirbt fast. Sie erwacht in einem Wiener Krankenhaus, wo sie nach Hause telefonieren darf. Marji kehrt mit der Hoffnung ihrer Familie in den Iran zurück, dass das Ende des Krieges ihr Leben verbessern wird. Sie wird depressiv und versucht, sich durch eine Überdosis Medikamente das Leben zu nehmen. Sie träumt davon, Gott zu begegnen, der darauf besteht, dass ihre Zeit noch nicht vorbei ist. Aus ihrer Depression gerissen, besucht sie die Universität und beginnt, ihren Kommilitonen Reza zu daten. Während sie draußen auf Reza wartet, belügt Marji einen Polizisten, um einer Verhaftung wegen Make-up zu entgehen. Sie sagt, ein Mann in der Nähe, der sie angestarrt hatte, habe unanständige Bemerkungen zu ihr gemacht. Ihre Großmutter ist enttäuscht und sagt ihr, dass sowohl ihr Großvater als auch ihr Onkel für die Freiheit gestorben seien und dass sie ihre Integrität niemals opfern dürfe. Marji hält während des Unterrichts eine Rede, in der sie die sexistische Doppelmoral im Forum der Universität zur öffentlichen Moral anprangert, aber sowohl Marjis als auch Rezas Familien werden mit einer Geldstrafe belegt, als die beiden dabei erwischt werden, wie sie in der Öffentlichkeit Händchen halten. Marji und Reza heiraten, lassen sich aber ein Jahr später scheiden. Die fundamentalistische Polizei überfällt eine Party, an der Marji teilnimmt. Die Frauen werden festgenommen, während die Männer über die Dächer fliehen. Einer von ihnen, Nima, stürzt in den Tod. Marji beschließt, den Iran zu verlassen. Vor ihrer Abreise besucht sie die Gräber ihres Großvaters und Onkels. Ihre Mutter verbietet ihr die Rückkehr und ihre Großmutter stirbt kurz nach ihrer Abreise...


"Persepolis" ist ein Comic für Erwachsene. Einerseits ist diese Geschichte sehr erschütternd, aber Marjane Satrapi bietet dem Zuschauer auch ausgelassene, teilweise auch witzige Sequenzen. Hochs und Tiefs - so ist das Leben. Natürlich waren fundamentalistische Kräfte alles andere einverstanden mit der Sicht eines Mädchens, später einer Frau auf die Sicht dieser Dinge. Das iranische Regime protestierte bei der Premiere in Cannes, da nach deren Meinung die Errrungenschaften der Islamischen Revolution völlig falsch dargestellt wurden. Auch im Libanon gabs Proteste der Hisbollah - aber immerhin durfte der Film sowohl im Iran als auch in Libanon später gezeigt werden. Allerdings wurden einige Szenen mit sexuellem Inhalt herausgeschnitten. In Tunis sorgte die TV-Ausstrahlung ebenso für Aufruf und Demonstration. Grund des Protestes war die Darstellung von Gott als alten, bärtigen Mann. Dies ging soweit, dass das Haus des Senderchefs von einem wütenden Mob im Brand gesetzt wurde. All dies zeigt die Sprengkraft dieser kleinen, aber sehr elementaren Geschichte - ein Film mit großer politischer Sprengkraft und ein ganz besonderer Tipp in Sachen Zeichentrickfilm Genre.



Bewertung: 8,5 von 10 Punkten.

Die vlelen Abenteuer von Winnie Puuh


Regie: Wolfgang Reitherman und John Lounsbery

Süchtig nach Honig...

"Die vielen Abenteuer von Winnie Puh" (Originaltitel: The Many adventures of Winnie the Pooh) ist ein Kinofilm der Disney Studios aus dem Jahr 1977. Allerdings setzt sich der Spielfilm aus drei früheren halbstündigen Kurzfilmen zusammen: "Winnie Puh und der Honigbaum" (1966), Winnie Puuh und das Hundewetter" (1968) und "Winnie Puuh und Tigger dazu" (1974).  Diese äusserst unschuldigen Geschichten vor allem für Kinder sind getragen von einer menschen- und tierfreundlichen Philosophie mit sehr viel Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit sowie Zuneigung und echte Freundschaft. Es gbit keine Feindschaft in diesen Geschichten um den mopsigen Bären, dessen größte Leidenschaft der Bienenhonig ist. Kinder werden an diesen fantasievollen Abenteuern viel Freude haben; erwachsenen Zuschauern wird nicht nur eine Wiederbegegnung mit der eigenen Kindheit beschert, sondern sie werden auch die liebevolle Animation zu schätzen wissen. Die Geschichten selbst stammen von den Büchern von A. Al Milne. Aus heutiger Sicht beinahe ein Film von einem anderen Stern - alles ist einfach nur bezaubernd. Ein Leckerbissen für die Kleinsten und auch für Erwachsene, die sich durch diese Art von Filmen wieder in die Kindheit zurückversetzt werden.
Die Szenen mit diesen Disney-Figuren sind lustig. Pu der Bär ist die liebenswerteste Figur und isst gern Honig, das kleine Ferkel ist ein schlaues und total putziges Schweinchen. Tigger ist ein hüpfender Tiger, Rabbit ist lustig und möchte, dass sein Garten sauber ist, I-Aah ist ein gelangweilter, aber dennoch stets hilfreicher Esel und hat nichts zu befürchten, die Eule schwelgt in Erinnerungen, wenn sie erzählt und Christopher Robin ist Puuhs bester Freund . natürlich mag er Tiere. Wohin man als Zuschauer geht oder was auch immer passiert - an dem verzauberten Ort oben im Wald wartet der kleine Bär. Mit dieser märchenhaften Stimmung wird man aus diesem Film entlassen. Die Regie wurden Wolfgang Reitherman und John Lounsbery anvertraut. Der Film wurde aber nicht im deutschen Kino gezeigt.
Ein Film, der nach völlig anderen Kriterien beurteilt werden kann, die wir für die meisten Filme verwenden. Es gibt weder eine große Handlung noch Schauspiel oder Regie oder sonst irgendwelche besonderen Qualitäten technisch gesehen. Aber dieser Film porträtiert perfekt die Unschuld der Kindheit. Wahrscheinlich würde ihn niemand im zweistelligen Alter interessant finden, aber er ist süß wie Honig und nur jemand ohne Herz könnte der Liebe zu diesem pummeligen Bären widerstehen. Alle diese harmlosen Abenteuer finden im Hundermorgenwald statt. Puuh, der tapsige Bär nascht stets zu viel Honig. Bei einem Besuch bei Rabbit isst er so viel, dass er beim Aufbruch nach Hause nicht mehr durch die Tür passt.

"Die vielen Abenteuer von Winnie Puuh" ist hervorragend in Szene gesetzt und eignet sich besonders als Betthupferl für die Kleinen.  Die Knirpse lachen über Puuh, der im wahrsten Sinne des Wortes meistens dann in der Klemme sitzt, weil er zu viel Honig gefressen hat.Er hat die meiste Zeit einen fürchterlichen Hunger. Einmal ist er ist zu schwer für den Ast, auf dem er sitzt und stürzt ab. Ein zweiter Versuch mit einem Luftballon und einer Tarnung mit dunkel aussehendem Schlamm geht natürlich auch daneben.  Doch die Bienen sind über den ungebetenen Besucher alles andere als erfreut und machen Jagd auf ihn. Sie amüsieren sich über den temperamentvollen Tigger, dem das "Anspringen" seiner Freunde abgewöhnt werden soll. Und sie sind gebannt, als ein Wirbelsturm über den Hundertmorgenwald hinwegzieht. Natürlich darf auch nicht vergessen werden, dass Winnie Puh auch stolzer Oscargewinner wurde - im Jahr 1968 überzeugte er die Academy in der Kategorie "Bester animierter Kurzfilm".

Bewertung: 7,5 von 10 Punkten.

Feivel, der Mauswanderer


Regie: Don Bluth

Neue Heimat New York...

Ab den 80er Jahren - nachdem sich Don Bluth von Disney verabschiedet hatte - wurde er mit Filmen wie "Mrs. Brisby und das Geheimnis von Nimh", "Feivel, der Mauswanderer" oder "In einem Land vor unserer Zeit" zur konstruktiven Konkurrenz der Disney Studios. Seine Filme sind etwas düsterer gehalteen, häufig müssen sich die Zuschauer mit dem plötzlichen und ot ziemlich brutalen Tod einer wichtigen Figur auseinandersetzen oder sich in einer äusserst harten, bedrohlichen Wirklichkeit zurechtfinden. Auch in "Feivel, der Mauswanderer" aus dem Jahr 1986 ist sowohl die alte Heimat als auch die Übersiedelung in das neue Land alles andere als einfach. Vor allem weil es sowohl in Russland als auch im Einwanderungsland Amerika Tiere gibt, die größer als Mäuse sind und die Mäuse auf ihrem Speisezettel haben: Gemeint sich natürlich die Katzen. "Feivel, der Mauswanderer" war zu seiner Zeit der umsatzstärkste Nicht Disney Anamationsfilm - später überrundete Bluth dieses ausgezeichnete Kassenergebnis von ca. 85 Millionen mit seinen Nachfolgefilmen "in einem Land vor unserer Zeit" und "Anastasia". Steven Spielberg fungierte als Produzent - der Erfolg veranlasste ihn sogar sein eigenes Animationsstudio, Amblimation, in London zu gründen. Im Jahr 1885 leben in Schostka im Russischen Reich (einer Stadt, die heute in der Ukraine liegt) die Familie Mousekewitz, eine russisch-jüdische Mäusefamilie, die mit einer Menschenfamilie namens Moskowitz zusammenlebt. Während der Feier von Chanukka gibt Papa seinem Sohn Feivel seinen Hut und erzählt ihm von den Vereinigten Staaten, einem Land, in dem es seiner Meinung nach keine Katzen gibt. Die Feier wird unterbrochen, als eine Armee von Kosaken bei einem Brandanschlag über den Dorfplatz reitet und die Katzen die Mäuse des Dorfes angreifen. Das Haus der Moskowitz und das der Familie Mousekewitz werden zerstört, während Feivel den Katzen nur knapp entkommt. Sie fliehen aus dem Dorf auf der Suche nach einem besseren Leben. In Hamburg, Deutschland, besteigen die Familie Mousekewitz einen Trampdampfer und segeln nach New York City. Alle Mäuse an Bord sind begeistert von der Aussicht, nach Amerika zu gehen, da sie glauben, dass es dort "keine Katzen“ gibt. Während eines Gewitters auf ihrer Reise wird Feivel von seiner Familie getrennt und über Bord gespült. Die Familie ist traurig - sie glauben, er sei gestorben und fahren wie geplant in die Stadt, sind aber über seinen Verlust mehr als deprimiert. Feivel jedoch schwebt in einer Flasche nach New York und beschließt nach einer aufmunternden Ansprache einer französischen Taube namens Henri, seine Familie zu suchen. Er begegnet dem Hochstapler Warren T. Rat, der ihn an eine Ausbeuterwerkstatt verkauft. Er flieht mit Tony Toponi, einer gewieften italienischen Maus, und sie schließen sich Bridget an, einer irischen Maus, die versucht, ihre Mäusekollegen zum Kampf gegen die Katzen aufzustacheln. Als eine Bande namens Mott Street Maulers einen Mäusemarkt überfällt, erfahren die eingewanderten Mäuse, dass die Geschichten von einem katzenfreien Land nicht wahr sind. Bridget bringt Feivel und Tony zu Honest John, einem Politiker, der die wahlberechtigten Mäuse der Stadt kennt. Er kann Feivel jedoch nicht bei der Suche nach seiner Familie helfen, da sie sich noch nicht als Wähler registriert haben. Angeführt von der reichen Gussie Mausheimer halten die Mäuse eine Kundgebung ab, um zu entscheiden, was mit den Katzen geschehen soll. Warren erpresst sie alle für Schutz, den er ihnen nie gewährt. Niemand weiß, was man dagegen tun soll, bis Feivel Gussie einen Plan zuflüstert. Obwohl seine Familie ebenfalls anwesend ist, stehen sie ganz hinten im Publikum und können ihren verlorenen Sohn auf der Bühne nicht erkennen. Doch nach einigen weiteren Abenteuern steht am Ende natürlich ein HappyEnd..


Er war auch einer der ersten Animationsfilme, der mehr Einspielzahlen erzielte als ein Disney-Film, und übertraf „Der große Mäusedetektiv“ (einen anderen traditionell animierten Film mit Mäusen, der 1986, aber vier Monate zuvor, veröffentlicht wurde) um über 22 Millionen US-Dollar, aber "Der große Mäusedetektiv“ war bei den Kritikern erfolgreicher. Das Einwandererdrama spielt sich in New York genau dort ab, wo auch die Menschen aus dem Osten von Europa eine neue Heimat fanden. Der Song "Somewhere out there" wurde gar für den Oscar nominiert. Feivel war auch der Held in einem Fortsetzungsfilm im Kino, ausserdem gabs von dem erfolgreichen Mauswanderer eine Zeichentrickfilmserie sowie zwei weitere Filme auf Video


Bewertung: 7 von 10 Punkten. 

Mein Leben als Zucchini


Regie:  Claude Barras

Meine Freunde im Waisenhaus...

"Mein Leben als Zucchini" (Originaltitel: Ma vie de Courgette) ist eine französisch-schweizerische Coproduktion aus dem Jahr 2016. Regisseur des Stop Motion Films ist der schweizer Filmemacher Claude Barras. Es war der erste Langfilm von ihm, zuvor hatte er aber bereits einige Erfolge mit seinen Kurzfilmen. Barras Trickfiguren sind aufgrund der größen Köpfe fast schon zum unverwechselbaren Markenzeichen seiner Arbeiten geworden. In Frankreich lockte der Film mehr als 650.000 Besucher in die Kinos. Held der Geschichte ist der neunjährige Icare, der von seiner Mom "Zucchini" genannt wird. Für die Musik war Sophie Hunger zuständig, die am Ende ihre Version des Hits "Le vent nous portera" von Noir Desir präsentiert. In einer Szene spielt der alte Klassiker der Neuen Deutschen Welle "Eisbär" von Grauzone eine wichtige Rolle.
Ein kleiner Junge zieht oben in einem Haus voller leerer Bierdosen gerade einen Drachen. Dann stapelt er Dosen zu einer Pyramide, doch am Ende bricht der Stapel zusammen und rollt die Treppe hinunter. Im Erdgeschoss schaut sich eine betrunkene Frau eine Liebesserie im Fernsehen an. Sie ist die Mutter des kleinen Jungen, den sie "Zucchini“ nennt. Als sie den Lärm hört, wird sie wütend und beginnt, die Treppe hinaufzusteigen, um dem Jungen zu sagen, dass sie ihn schlagen wird. Erschrocken schließt der Junge plötzlich die Falltür vor dem Kopf seiner Mutter, die die Treppe hinunterfällt und sich nicht mehr bewegt. Auf der Polizeiwache nimmt ein Polizist, Raymond, eine Aussage des kleinen Jungen entgegen. Er hat keinen Vater mehr, aber er hat ihn mit seinem Drachen gezeichnet, der ihn nie verlässt. Raymond erklärt Zucchini, dass seine Mutter "weggegangen“ sei und dass er ihn an einen Ort bringen werde, wo Kinder wie er leben, die weder Vater noch Mutter mehr haben: ein Waisenhaus. Im Waisenhaus lebt Zucchini mit mehreren anderen Kindern in einem Mehrbettzimmer. Schüchtern wird er zunächst von Simon verspottet, einem Jungen, der über alle anderen die Oberhand hat. Simon macht sich über seinen Namen lustig und will ihn zwingen, zu erzählen, was mit ihren Eltern passiert ist. Doch als Simon Zucchinis Drachen stiehlt und Zucchini darum kämpft, ihn zurückzubekommen, werden die beiden Jungen schließlich Freunde. Simon erklärt Zucchini, was mit seinen Eltern (die Drogen nahmen) und denen der anderen Kinder passiert ist: Wahnsinn, Ausweisung wegen fehlender Papiere, Mord, Gefängnis wegen Ordnungswidrigkeit, Inzest usw. Aber alle Kinder sind in der gleichen Situation: „"Wir haben niemanden mehr, der uns liebt.“ » Die Kinder selbst sind alle von einer traumatischen Vergangenheit geprägt, von der sie emotionale, psychische und physische Nachwirkungen tragen: Ahmed, Beatrice, Alice und Jujube. Eines Tages kommt ein neues kleines Mädchen im Waisenhaus an: Camille. Zucchini verliebt sich sofort in ihn. Simon versucht, sie dazu zu bringen, über ihre Eltern zu reden, doch sie weigert sich und stellt sich siegreich gegen ihn. Doch weil Zucchini neugierig ist, nimmt Simon ihn eines Nachts mit, um die Akten des Direktors zu durchsuchen, und sie erfahren, dass Camille gesehen hat, wie ihr Vater ihre Mutter getötet hat, weil sie ihn betrogen hat, bevor er Selbstmord begangen hat. Während eines Schneekursausflugs kommt Courgette Camille allmählich näher. Die Kinder sind bereits Teenager und interessieren sich dafür, was einer ihrer Lehrer mit seinem Kollegen machen kann, da sie offensichtlich ineinander verliebt sind. Verantwortlich für Camille ist ihre Tante, die sie nicht liebt und sie nur behalten will, um Geld von den Betreuern einzutreiben. Camille weigert sich, sie zu sehen, als sie sie besucht, und will nie wieder nach Hause zurückkehren, denn die Tante meint es nicht gut mit dem Mädchen...


Die Kinder versuchen alles, damit Camille im Waisenhaus bleibt, wo es ihnen aufgrund ihrer Freundschaft gut gefällt. In Deutschland wurde das Prädikat"Besonders Wertvoll" vergeben für diesen besonderen Animationsfilm, der auf dem Buch "Autobiographie einer Pflaume" von Gilles Paris entstand. Das Drehbuch wurde von Celine Sciamma verfasst. Bei der Vergabe des Cesars gewann der Film in den Kategorien "Adaptiertes Drehbuch" und "Animationsfilm". Auch beim Europäischen Filmpreis wurde "Mein Leben als Zucchini" als bester Animationsfilm auszgeichnet. Nicht zuletzt war er auch in der "Animationsfilm" Kategorie sowohl bei der Oscarverleihung 2017 als auch beim den Golden Globe Awards nominiert. "Mein Leben als Zucchini" hat zwar mit seinen 66 Minuten eine recht kurze Laufzeit, doch während dieser Zeit gibt es zahlreiche poetische Momente, die diesen Film zu etwas ganz besonderem machen.


Bewertung: 8,5 von 10 Punkten.

Sonntag, 15. September 2024

Corpse Bride


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Regie: Tim Burton

 Zwei Bräute...

"Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche" war der zweite Animationsfilm von Tim Burton. Er teilte die Regiearbeit mit dem Debütanten Mike Johnson. Die Geschichte basiert auf einer alten russischen Sage "Die Leichenbraut" - ein junger Mann verspricht dabei seine Hochzeit aus Versehen einer Leichenbraut.
Der Film hat wie viele andere Filme von Tim Burton diesen unverwechselbaren morbide Touch, mit dem er auch schon "Sleepy Hollow", "Edward mit den Scherenhänden" oder "Sweeney Todd" zu Publikumslieblingen machte.
Die im Film verwendeten 20 bis 25 cm großen Figuren wurden aus Stahl gefertigt und mit einer Silikonhaut überzogen. In dieser Stop-Motion Produktion kamen Canon EOS-1Ds Mark II Kameras mit Objektiven von Nikon zum Einsatz, die in der Lage waren mehr als 100.000 individuell animierte Szenen für den Film zu fotografieren. Wie üblich bei Tim Burtons Filmen ist auch Danny Elfman für die Musik engagiert worden und sein Soundtrack ist natürlich hervorragend.
In einer namenlosen viktorianischen Stadt bereiten sich Victor Van Dort, der Sohn neureicher Fischhändler, und Victoria Everglot, die vernachlässigte Tochter verarmter Aristokraten, auf ihre arrangierte Ehe vor, die gleichzeitig die soziale Schicht der Familie Van Dort erhöhen und den Reichtum der Familie Everglot wiederherstellen soll. Obwohl die beiden anfangs nervös sind, verlieben sie sich sofort, als sie sich treffen; der nervöse Victor ruiniert jedoch ihre Hochzeitsprobe, indem er seine Gelübde vergisst, den Ring fallen lässt und versehentlich Lady Everglots Kleid in Brand setzt. Er flieht in einen nahe gelegenen Wald, probt seine Gelübde erfolgreich mit einem Baum und steckt seinen Ehering auf eine umgedrehte Wurzel. Es stellt sich jedoch heraus, dass die Wurzel der skelettartige Finger eines toten Mädchens namens Emily ist, das ein Brautkleid trägt. Sie erhebt sich aus dem Grab, erklärt sich zu Victors neuer Frau und entführt ihn ins Land der Toten, ein weitaus farbenfroheres und wunderlicheres Reich. Während seiner Zeit mit Emily erfährt Victor, dass sie Jahre zuvor in der Nacht ihrer Flucht von ihrem Verlobten ermordet wurde, der die Juwelen und das Gold der Familie gestohlen hatte, die sie mitgebracht hatte.  Emily bringt Victor mit seinem seit langem verstorbenen Hund Scraps wieder zusammen, und sie kommen sich näher. Victor will jedoch unbedingt zu Victoria zurückkehren und bringt Emily dazu, sie ins Land der Lebenden zurückzubringen, indem er behauptet, er wolle, dass sie seine Eltern kennenlernt. Emily bringt Victor zu Elder Gutknecht, dem gütigen Herrscher der Unterwelt, der ihnen vorübergehende Durchreise gewährt. Victor trifft sich wieder mit Victoria und gesteht seinen Wunsch, sie so schnell wie möglich zu heiraten. Bevor sich die beiden küssen können, entdeckt Emily sie und schleppt Victor, weil sie sich betrogen und verletzt fühlt, zurück ins Land der Toten. Nun stellt sich die Frage welche der beiden Frauen - die Lebendige oder die Tote - tatsächlich seine Gemahlin wird....

2005 erhielt der Film eine oscarnominierung als bester Animationsfilm, doch er war nicht siegreich. Das Einspielergebnis betrug 118 Millionen Dollar für diesen zweiten Animationsfilm Burtons. Sein Debütfilm in diesem Genre war "Nightmare before Christmas", der ebenfalls mehr als 100 Millionen Dollar Umsatz weltweit erreichte. Die Figuren sind sehr eigenwillig und fantasievoll gestaltt, die Kulissen sind eindrucksvoll. Der Humor des Films ist etwas hintergründig und makaber, aber mit einer sehr schönen Magie überzogen.


Bewertung: 8 von 10 Punkten.

Der Illusionist

Regie: Sylvain Chomet Der Zauberer und seine Bewunderin... Während der große Jacques Tati seine Klassiker "Mon Oncle" und "T...